DB Analyst kommt auch drin vor!!
Alstom verringert Verlust im Halbjahr - Aufträge nehmen zu
Donnerstag 18 November, 2004 09:30 CET
Paris (Reuters) - Der angeschlagene französische Großmaschinen-Hersteller Alstom hat seinen Verlust im ersten Geschäftshalbjahr in größerem Umfang als erwartet verringert und dabei eine Zunahme der Neuaufträge verzeichnet.
Der Nettoverlust habe in den sechs Monaten bis Ende September einen Verlust von 315 Millionen Euro nach 624 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum betragen, teilte der Hersteller von Hochgeschwindigkeitszügen, Gasturbinen und Kreuzfahrtschiffen am Donnerstag in Paris mit. Neun von Reuters befragte Branchenanalysten hatten im Schnitt mit einem höheren Fehlbetrag von 360 Millionen Euro gerechnet. Der operative Gewinn sei im Halbjahr um 101 Millionen Euro auf 233 Millionen Euro gestiegen. Der Umsatz sei dagegen auf vergleichbarer Basis um zwölf Prozent auf 6,4 Milliarden Euro zurückgegangen.
Alstom gab bekannt, das Volumen der Neuaufträge habe um 51 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro zugenommen. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen nun Neuaufträge über dem Niveau des Vorjahres. "Wir haben trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfelds für neue Stromanlagen eine kräftige Erholung bei den Neuaufträgen in allen unseren Sparten verzeichnet. Das bestätigt, dass das Vertrauen der Verbraucher zurückgekehrt ist", erklärte Alstom-Chef Patrick Kron.
Der Umsatz werde im gesamten Geschäftsjahr 2004/05 um fünf Prozent sinken, die Umsatzrendite zwischen 3,5 und 4,0 Prozent liegen, kündigte Alstom an. Das Unternehmen bezifferte seinen Cash-Flow auf minus 294 Millionen nach minus 674 Millionen Euro in der ersten Hälfte des vergangenen Geschäftsjahres. Für das Gesamtjahr rechnet Alstom mit einem Cash-Flow von rund minus 400 Millionen Euro.
Alstom muss in den nächsten 20 Monaten Verbindlichkeiten in Höhe von rund 1,8 Milliarden Euro zurückzahlen. Der negative Cash-Flow hat bei Analysten Sorgen geweckt, das Unternehmen könnte seinen Verpflichtungen nicht nachkommen. Bei einer Telefon-Konferenz mit Investoren sagte Kron: "Wir sind in der Lage alle unsere Verbindlichkeiten zurückzuzahlen." Er teilte außerdem mit, er habe die französische Finanzmarktaufsicht AMF aufgefordert, die Praktiken von Analysten zu prüfen, Dies betreffe vor allem einen Bericht der Analysten der Deutschen Bank, der die Bedenken geäußert habe, Alstom könne seine Schulden nicht bedienen.
Im Sommer war ein Zusammenbruch des Unternehmens mit Hilfe eines staatlichen Rettungsprogramms verhindert worden. Die Kommission der Europäischen Union (EU) in Brüssel hatte dieses Programm im Juli genehmigt. Eine Kapitalerhöhung Bezugsrechten spülte dem Unternehmen im August 1,75 Milliarden Euro in die Kassen. Der Anteil des französischen Staats an Alstom stieg dadurch auf 21,4 Prozent.
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