Den Online-Marktforschern von Jupiter Media Metrix zufolge chatten über Dienste wie ICQ, MSN-Messenger oder AIM von AOL allein in den USA tagtäglich bereits 16 Millionen Internetnutzer - am Arbeitsplatz. Im vergangenen Jahr soll sich die IM-Zeit in US-Firmen gegenüber 2000 auf 4,9 Milliarden Chatminuten mehr als verdoppelt haben
Mit der zunehmenden Popularität der Echtzeit-Web-Kommunikation steigt nun auch das Bedürfnis, diesen Datenverkehr zu überwachen
Die entsprechende Software liefert Vondricks Silicon-Valley-Company. Erst vor einem halben Jahr gestartet, zählt FaceTime Communications mit ihrem IM Auditor neben Firmen wie ICaughtYou oder Vericept bereits zu den Marktführern in der noch jungen Branche.
Typischerweise speichern Programme wie IM Auditor alle über Firmennetzwerke verteilte Mitteilungen auf einem Zentralrechner, und das unabhängig vom IM-Anbieter. Im Gegensatz zu E-Mails werden die Instant Messages in der Regel nicht über zentrale Server abgewickelt - ergo dort gespeichert - und verschwinden ohne entsprechende Software nach Beendigung des Chats im Digi-Nirvana. Instant Messaging galt daher bislang als wesentlich "abhörsicherer" als die E-Mail-Kommunikation.
Diese Zeiten scheinen nun jedoch vorbei zu sein. Immer mehr Unternehmen, insbesondere aus der Finanzbranche, setzen auf die IM-Schnüffler. Vondrick hat etwa extra ein Verkaufsbüro an der Wall Street eröffnet, um die vielen Anfragen aus der Börsenmetropole besser bearbeiten zu können. Konkurrent Communicator Inc. konnte allein diesen Monat acht neue Kunden aus der Geldindustrie für sein Programm HubIM gewinnen.
Das Interesse der Finanzwirtschaft an den Chat-Archivierungssystemen ergibt sich auch daraus, dass die amerikanische Börsenaufsicht SEC vorschreibt, die Kommunikation mit Kunden zu Prüfzwecken zu protokollieren. Für IMs sind bislang keine entsprechenden Regelungen erlassen, Branchenbeobachter gehen allerdings davon aus, dass dies demnächst geschehen wird.
Auf den Chat folgt die Entlassung
Zu wichtig ist die IM-Kommunikation mittlerweile für die US-Wirtschaft geworden - und scheinbar auch riskant: "Die rasante Entwicklung von IM-Diensten zu ignorieren, ist ebenso gefährlich, wie mit einer geladenen Waffe zu spielen", finden etwa Analysten der Gartner Group in einer Studie zum Instant Messaging.
Oftmals sei den Unternehmen zudem gar nicht bewusst, wie viele Angestellte vom Büro aus chatten. "Sehr oft wird die Software einfach ohne Erlaubnis installiert", sagt Vondrick. "Für viele Angestellte ist der Chat am Arbeitsplatz fast so, wie im Büro das private Mobiltelefon zu benutzen."
Setzt das Unternehmen allerdings Monitoring-Software ein, können die Konsequenzen fatal sein. Bürgerrechtler und Privacy-Advokaten wie etwa das Washingtoner Electronic Privacy Information Center (Epic) berichten immer öfter von Usern, die ohne ihr Wissen vom Arbeitgeber beschnüffelt und auf Grund "problematischer" Nachrichten entlassen wurden.
Wie Studien der American Management Association belegen, werden geradezu paranoid fast 80 Prozent aller Beschäftigten in US-Großfirmen am Arbeitsplatz elektronisch überwacht - darunter fällt etwa die Bespitzelung des E-Mail-Verkehrs, von Webzugriffen, Telefongesprächen und selbst die Überwachung per Videokamera.
Mit der zunehmenden Popularität der Echtzeit-Web-Kommunikation steigt nun auch das Bedürfnis, diesen Datenverkehr zu überwachen
Die entsprechende Software liefert Vondricks Silicon-Valley-Company. Erst vor einem halben Jahr gestartet, zählt FaceTime Communications mit ihrem IM Auditor neben Firmen wie ICaughtYou oder Vericept bereits zu den Marktführern in der noch jungen Branche.
Typischerweise speichern Programme wie IM Auditor alle über Firmennetzwerke verteilte Mitteilungen auf einem Zentralrechner, und das unabhängig vom IM-Anbieter. Im Gegensatz zu E-Mails werden die Instant Messages in der Regel nicht über zentrale Server abgewickelt - ergo dort gespeichert - und verschwinden ohne entsprechende Software nach Beendigung des Chats im Digi-Nirvana. Instant Messaging galt daher bislang als wesentlich "abhörsicherer" als die E-Mail-Kommunikation.
Diese Zeiten scheinen nun jedoch vorbei zu sein. Immer mehr Unternehmen, insbesondere aus der Finanzbranche, setzen auf die IM-Schnüffler. Vondrick hat etwa extra ein Verkaufsbüro an der Wall Street eröffnet, um die vielen Anfragen aus der Börsenmetropole besser bearbeiten zu können. Konkurrent Communicator Inc. konnte allein diesen Monat acht neue Kunden aus der Geldindustrie für sein Programm HubIM gewinnen.
Das Interesse der Finanzwirtschaft an den Chat-Archivierungssystemen ergibt sich auch daraus, dass die amerikanische Börsenaufsicht SEC vorschreibt, die Kommunikation mit Kunden zu Prüfzwecken zu protokollieren. Für IMs sind bislang keine entsprechenden Regelungen erlassen, Branchenbeobachter gehen allerdings davon aus, dass dies demnächst geschehen wird.
Auf den Chat folgt die Entlassung
Zu wichtig ist die IM-Kommunikation mittlerweile für die US-Wirtschaft geworden - und scheinbar auch riskant: "Die rasante Entwicklung von IM-Diensten zu ignorieren, ist ebenso gefährlich, wie mit einer geladenen Waffe zu spielen", finden etwa Analysten der Gartner Group in einer Studie zum Instant Messaging.
Oftmals sei den Unternehmen zudem gar nicht bewusst, wie viele Angestellte vom Büro aus chatten. "Sehr oft wird die Software einfach ohne Erlaubnis installiert", sagt Vondrick. "Für viele Angestellte ist der Chat am Arbeitsplatz fast so, wie im Büro das private Mobiltelefon zu benutzen."
Setzt das Unternehmen allerdings Monitoring-Software ein, können die Konsequenzen fatal sein. Bürgerrechtler und Privacy-Advokaten wie etwa das Washingtoner Electronic Privacy Information Center (Epic) berichten immer öfter von Usern, die ohne ihr Wissen vom Arbeitgeber beschnüffelt und auf Grund "problematischer" Nachrichten entlassen wurden.
Wie Studien der American Management Association belegen, werden geradezu paranoid fast 80 Prozent aller Beschäftigten in US-Großfirmen am Arbeitsplatz elektronisch überwacht - darunter fällt etwa die Bespitzelung des E-Mail-Verkehrs, von Webzugriffen, Telefongesprächen und selbst die Überwachung per Videokamera.