mein erster Beitrag in diesem Jahr. Also dann auch in diesem neuen Forum: Ich wünsche allen ein gutes Neues Jahr 2026, vor allem Gesundheit und Frieden, wobei letzteres keine häufig verwendete Worthülse von Politikern sein soll.
Seit Tagen kämpfe ich damit einen Ausblick für 2026 zusammenzubringen; manchmal ist es gut zu spät zu sein, denn die Ereignisse am Jahresbeginn haben einen schon überrannt.
Die US-Invasion in Venezuela gibt die geopolitischen Rahmenbedingungen vor. Es regiert der Egoismus. Wir haben 3 Weltmächte, die versuchen die Welt unter sich aufzuteilen. Die Europäer mit ihrer moralischen Politik werden dazwischen zerrieben. Sie sitzen heute wieder zusammen und werden dann wieder beschließen die Ukraine mit Milliarden zu unterstützen wobei die Milliarden hauptsächlich in den USA landen werden um Waffen zu kaufen. Wann fängt Europa an an sich selbst zu denken? Wäre es nicht vielleicht klug die Ukraine zum Einlenken zu bringen um das Geld für eigene Zwecke zu sparen und einen Deal zu finden , der es uns ermöglicht günstig an Energie zu kommen?
Die Geopolitik wird uns dieses Jahr begleiten. Grönland, Panama, Kanada, Iran. Die Liste der Kandidaten ist lang. Und die USA haben es offen ausgesprochen. Es geht um Energie und Rohstoffe.
Wir haben gestern gesehen, dass die Börsen von solchen Aktionen wie in Venezuela nicht zurückschrecken. Wo wir hinschauen sehen wir dunkelgrüne Kurse. Es ist die Lehre der letzten Jahre, dass Konflikte wie die Ukraine oder auch Gaza/ Iran die Börsen nicht aufhalten können.
Und die Stimmung wird von den großen US-Banken wie Goldman Sachs beeinflusst und die sitzen alle bei Trump am großen Tisch und können sich deshalb nur positiv äußern.
Auf jeden Fall hat sich die Markttechnik verbessert und wir sehen auch, dass die KI-Favoriten des letzten Jahren wie z.B. Palantir und Nvidia weiterlaufen. Kein grundsätzlicher Shift. Aber was soll auch passieren wenn Liquidität in den Markt strömt. Die hohen Gewichte dieser Aktien führen dazu dass sie automatisch bei Geldzuflüssen gekauft werden müssen. Es geilt die Liquidität zu beobachten. Zur Jahreswende gab es in den USA eine massive Liquiditätsspritze durch die FED. Es gab eine Rekord-REPO-Transaktion von rd. 100 Mrd. US-Dollar. Eine Injektion, die es normalerweise nur in Kriesenzeiten gibt.
Die Börsen müssen am Laufen gehalten werden, denn die IPO-Pipeline ist immens in diesem Jahr. Unter anderem Open AI im wohl dreistelligen Milliardenbetrag. Ich warte auch noch auf Space X. Erst wenn diese IPO´s durch sind dürfte es für die Märkte schwieriger werden. Bis dahin haben wir wohl grünes Licht. Entscheidend ist sicherlich die USA.
Hier haben wir im dritten Quartal eine Wende bei den Unternehmensergebnissen gesehen. Die Schätzungen wurden deutlich geschlagen und es gab auch wieder ein Wachstum im Jahresvergleich.
Anders als in den Quartalen zuvor. Dies betrifft die Masse der US-Unternehmen und eben nicht die Großen 7. Und das spricht für eine bessere Marktbreite.Damit könnte sich auch die massive Überbewertung des US-Marktes (leicht) abbauen.
Dazu kommt natürlich die Hoffnung auf tiefere Zinsen. Die kann man kaum noch mit einer schlechten Konjunktur begründen sondern allenfalls mit einem schwierigen Arbeitsmarkt. Der neue FED-Chef wird schon die Argumente finden. In der Vergangenheit war es immer besser mit der FED zu laufen. Ich beobachte die langen Zinsen, die steigen könnten wenn der neue FED-Chef übertreiben sollte.
Die Inflation ist entgegen allen Unkenrufen nach den Zöllen kein wirkliches Thema geworden. Sollte die Förderung in Venezuela tatsächlich steigen wäre das dämpfend für die Preise. Aber eher mittelfristig und irgendwo liegt auch eine Preisuntergrenze wo sich die Förderung nicht lohnt. Das gilt sowohl für die traditionelle Förderung als auch für das Fracking.
Dagegen steigen die Zinsen in Japan. Hier haben sich die Spekulanten bisher verschuldet und mussten nicht fürchten dass sie Währungsverluste erleiden würden. Die Situation ändert sich jetzt und die Frage ist inwieweit diese Situation die FED-Politik ausgleicht. Ich bleibe aber dabei, dass das Umfeld in der Summe momentan nicht für fallende Kurse spricht. Damit reihe ich mich bei den großen Bankhäusern ein, die fast alle mit einem Anstieg der Kurse rechnen - was ja auch der Statistik entspricht. Märkte steigen schließlich häufiger als dass sie fallen und warum sollte man eine Prognose gegen die Statistik aufstellen zumal die Boni bei steigenden Kursen höher ausfallen.
Gold und Bitcoin haben von dem amerikanischen Überfall profitiert. Bitcoin: Da versuchen die Gangster wohl ihr Geld in Sicherheit zu bringen.
Ich selbst bin weiter voll in Gold drin; bei der nächsten Übertreibung werde ich aber wohl erstmals einen teilbestand abgeben. Mein Ziel liegt bei knapp unter 5000 Dollar.
Aktien: Hier habe ich gestern früh NovoNordisc über einen KO aufgestockt. Da gab es die Nachricht, dass der Verkauf der Pillen in 70000 Apotheken begonnen hat. Damit werden die Ergebnisse des 1. Quartals auf jeden Fall deutlich über den Erwartungen liegen. Wir haben in den letzten Jahren gesehen wie schnell es bei Momentumaktien laufen kann. Warum keine 50% Anstieg bis zu den Zahlen des 1.Quartals? Vielleicht wird mit den Zahlen für 2025 die Guidance schon angehoben. Es wird aber keine Langfristposition bei mir sein. Denn Eli Lilly wird ebenfalls eine Pille herausbringen. Je später umso besser. Spätestens dann wird es wahrscheinlich Zeit auszusteigen. Und das gilt dann vielleicht für das gesamte Segment der Abnehmpräparate. Denn die Pillenkur ist günstiger als die Injektionskur. Der Markt wird dadurch kleiner. Dazu kommen die Senkungen der Preis nach den Zollverhandlungen mit Trump. Aber bis dahin gilt es das Momentum mitzunehmen.
Ich bin momentan für meine Verhältnisse voll investiert, in großen Teilen im defensiven Pharmabereich. Keine KI-Aktien; hier wird es spätestens nach dem Open AI - IPO runtergehen. Erinnert mich an den Telekom-Sektor in 2000. Irgendwann war einfach zu viel Ware auf dem Markt.
In den nächsten Tagen mehr zu Einzelaktien. Wünsche einen guten Start ins neue Jahr.