AUSBLICK: US-Daten in dieser Woche dürften auf anhaltende Rezession deuten
WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Konjunkturdaten, die in dieser Woche zur Veröffentlichung anstehen, dürften nach Ansicht von Volkswirten auf eine anhaltende Rezession in den Vereinigten Staaten hinweisen. Jüngste Berichte, wonach erste Erholungszeichen auszumachen seien, halten sie für überzogen.
Hoffnungen auf eine schnelle Erholung der US-Wirtschaft waren aufgekommen, nachdem die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung von ihrem hohen Niveau herunter gekommen waren und die Einkaufsmanager-Indices der Nationalen Vereinigung der Einkaufsmanager (NAPM) für November stärker als erwartet ausgefallen waren.
Die US-Wirtschaft zeige eine grundlegende Schwäche, sagte Robert McGee, Chefvolkswirt bei der Tokai Bank. Hinsichtlich einiger positiver Signale bei den Konjunkturdaten sagte er, es sei unklar, ob diese wirklich den Beginn einer Erholungsphase anzeigten oder nur eine Korrektur der Einbrüche nach dem 11. September.
'US-KONJUNKTUR BLEIBT LÄNGER SCHWACH ALS VON EINIGEN ANGENOMMEN'
Berichte über eine schnelle wirtschaftliche Erholung hält auch Joshua Shapiro, Volkswirt bei Maria Fiorini Ramirez, für übertrieben. Die Konjunktur werde länger schwach bleiben, als einige Leute denken, sagte er. Etwa Mitte des kommenden Jahres sei wieder mit einer Erholung zu rechnen. Allerdings werde diese dann erst allmählich einsetzen.
Im Folgenden die Schätzungen der Wall Street-Analysten für die in dieser Woche anstehenden US-Konjunkturdaten.
DIENSTAG
Nach Ansicht der Experten dürften die für Dienstag, 16.00 Uhr erwarteten Daten zum Großhandelsinventar im Oktober einen Rückgang dieser Bestände um 0,5 Prozent aufweisen. Das wäre der fünfte Monat in Folge, in dem diese Kennzahl eine fallende Tendenz aufweisen würde. Im September war das Großhandelsinventar um 0,1 Prozent gesunken.
Zudem entscheidet die US-Notenbank Fed am Dienstag (20.15 Uhr) über die Leitzinsen in den Vereinigten Staaten. Experten rechnen mit einer Senkung des maßgeblichen Tagesgeldsatzes um 0,25 Prozentpunkte auf 1,75 Prozent.
MITTWOCH
Am Mittwoch um 14.30 Uhr wird das Leistungsbilanzdefizit für das dritte Quartal veröffentlicht. Es sollte sich von 106,5 Milliarden US-Dollar im zweiten Vierteljahr auf 95,0 Milliarden Dollar reduziert haben. Bereits vom ersten auf das zweite Quartal war diese Defizit gesunken.
Gleichzeitig stehen die Importpreise für November an. Die Analysten rechnen damit, dass sie um 1,0 Prozent gesunken sind. Im Oktober war bei den Einfuhr-Preisen ein Rekordrückgang von 2,4 Prozent verzeichnet worden.
DONNERSTAG
Am Donnerstag folgt um 14.30 Uhr der November-Erzeugerpreisindex. Er dürfte den Experten zufolge um 0,3 Prozent gesunken sein, nach einem Minus von 1,6 Prozent im Oktober. Die Kernrate der Produzentenpreise sollte im Berichtsmonat um 0,1 Prozent gestiegen sein, nachdem sie im Vormonat um 0,5 Prozent gefallen war.
Ebenfalls um 14.30 Uhr sollen die Daten zum Umsatz im Einzelhandel im November vorgelegt werden. Er dürfte um 2,7 Prozent gesunken sein nach einem Anstieg von 7,1 Prozent im Oktober. Unter Herausrechnung der Umsätze aus dem Auto-Verkauf dürfte nach Ansicht der Volkswirte der Einzelhandelsumsatz um 0,2 Prozent zugelegt habe (plus 1,0 Prozent im Vormonat).
Der Umsatz aus dem Autohandel sollte sein hohes Niveau von Oktober verlassen haben, hieß es. Vor allem die Null-Prozent-Finanzierungen bei den Autoverkäufen habe im Oktober zu diesem Umsatzanstieg geführt. Volkswirt Rus Shelton von Nesbitt Burns in Toronto charakterisierte diesen Umsatzanstieg deshalb als "unechte Stärke".
Um 14.30 Uhr werden auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung für die Woche bis zum 8. Dezember vorgelegt. Sie dürften um 15.000 auf 460.000 gesunken sein.
FREITAG
Die für Freitag 14.30 Uhr vorgesehenen Inflationsdaten sollten im November ein unverändertes Niveau der US-Verbraucherpreise zeigen. Im Oktober waren die Kosten für die Lebenshaltung noch um 0,3 Prozent gesunken. Die Kernrate, die die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise unberücksichtigt lässt, dürfte im Berichtsmonat um 0,1 Prozent gestiegen sein (plus 0,2 Prozent im Oktober).
Ebenfalls um 14.30 Uhr werden die Zahlen zum Betriebsinventar im Oktober vorgelegt. Dieses dürfte sich im Oktober um 0,6 Prozent rückläufig entwickelt haben nach einem Rückgang um 0,5 Prozent im September. Das wäre der neunte Monat in Folge, in dem das Betriebsinventar abnimmt.
Um 15.15 Uhr folgen die Daten zur US-Industrieproduktion. Sie wird im November nach Berechnungen der Wall Street-Ökonomen wahrscheinlich um 0,8 Prozent gesunken sein (minus 1,2 Prozent im Oktober). Dabei sollte die Kapazitätsauslastung im November ein Niveau von 73,9 Prozent aufweisen nach noch 74,6 Prozent im Oktober. Damit wäre die Auslastung im November so niedrig wie seit Mai 1983 nicht mehr./FX/av/is/ms
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