PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas zuletzt erholte Börsen haben am Donnerstag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Damit reagierten sie auf die anhaltende Unsicherheit wegen des Iran-Kriegs sowie höhere Ölpreise.
Für dich zusammengefasst:
Europas Börsen verlieren aufgrund von Unsicherheit.
Der EuroStoxx 50 verlor 1,48 Prozent auf 5.565,93 Punkte. Damit endete für den Eurozonen-Leitindex eine dreitägige Gewinnserie. Für den britischen FTSE 100 ging es um 1,33 Prozent auf 9.972,17 Punkte nach unten.
Der Schweizer SMI hielt sich mit einem Minus von 0,60 Prozent auf 12.641,96 Punkte einmal mehr vergleichsweise gut. Der Index profitiert von der hohen Gewichtung defensiver Werte, die in einem volatilen Marktumfeld ihre Vorteile ausspielen. An diesem Donnerstag stützten die robusten Aktien von Roche , Nestle und Novartis .
Vor dem Ende des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an die Führung in Teheran reichen die Prognosen von einer schnellen Waffenruhe bis zu US-Angriffen mit Bodentruppen. Trump warnte den Iran erneut vor Konsequenzen, sollte es zu keiner Einigung kommen. Der Iran müsse ernsthaft verhandeln, es gebe keinen Weg zurück. Die Folgen würden sonst "nicht schön" sein.
Am Montag hatte Trump unter Verweis auf angebliche produktive Gespräche mit dem Iran mitgeteilt, fünf Tage auf Angriffe gegen iranische Energieanlagen zu verzichten. Der Iran hat nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim seine Antwort auf einen 15-Punkte-Vorschlag der USA für ein Ende des Kriegs übermittelt. Dies sei in der vergangenen Nacht über Mittelsmänner geschehen, erklärte die Agentur unter Berufung auf eine informierte Quelle. Teheran warte jetzt auf eine Antwort aus Washington.
"Mit jedem Handelstag, an dem der Ölpreis über 100 US-Dollar notiert, verschlechtert sich die Stimmung am Aktienmarkt", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. "Die Gefahr einer Stagflation nimmt stetig zu und kann insbesondere in Europa zu einer Rezession führen."
Europaweit standen am Donnerstag die zuletzt erholten, konjunktursensiblen Rohstofftitel am stärksten unter Druck. Dahinter folgten der Technologiesektor , der unter schwachen Vorgaben aus Asien und den USA litt, sowie Finanzdienstleister und Börsenbetreiber .
Ein Kursrückgang um 2,2 Prozent stand bei H&M zu Buche. Der Modehändler hatte zum Jahresstart schlechtere Geschäfte gemacht. H&M leidet unter dem schwachen Konsumklima und bekommt zudem negative Währungseffekte zu spüren.
In Paris ging es für Pernod Ricard um 5,7 Prozent bergab. Der Spirituosenhersteller erwägt Kreisen zufolge eine Übernahme des US-Branchenkollegen Brown-Forman mit der bekannten Whisky-Marke Jack Daniel's. Dessen Titel zogen in New York kräftig an.
Zu den wenigen Gewinnern in Europa zählten die Aktien von Öl- und Gas- sowie Chemiekonzernen und in geringerem Ausmaß Titel aus der Gesundheitsbranche ./gl/jha/
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