Die englische Flagge.
Quelle: - pixabay.com:
Google
ARIVA.DE Redaktion  | 
aufrufe Aufrufe: 134

Rekordrallye in London und Madrid – Anleger stehen vor richtungsweisenden Tagen

An den europäischen Börsen haben die Anleger am Dienstag weitere Rekordstände gefeiert, während der britische FTSE 100 ("Footsie") seine Rally mit einer Bestmarke krönte und nun auch dem spanischen Leitindex Ibex 35 ein Rekordhoch gelang, das letzte liegt fast genau 18 Jahre zurück. An den übrigen Aktienmärkten herrschte dagegen Zurückhaltung; die meisten Indizes gaben minimal nach.

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
CAC 40 Index 8.268,92 CAC 40 Index Chart +0,94%
Zugehörige Wertpapiere:
Euro Stoxx 50 5.970,47 Euro Stoxx 50 Chart -0,32%
Zugehörige Wertpapiere:
FTSE 100 10.413,55 FTSE 100 Chart +1,04%
Zugehörige Wertpapiere:
IBEX 35 Index 18.030,15 IBEX 35 Index Chart +0,73%
Zugehörige Wertpapiere:
SMI 13.477,57 SMI Chart +1,07%
Zugehörige Wertpapiere:

Abwartende Stimmung vor wichtigen Notenbankentscheidungen

Die geringen Handelsspannen etwa beim EuroStoxx 50 und beim Dax drücken nach Einschätzung des Marktexperten Andreas Lipkow "die abwartende Haltung der Marktteilnehmer" aus. Immerhin stehen in dieser Woche Zinsentscheide von drei großen Notenbanken an: Die Fed entscheidet am Mittwoch über die Leitzinsen in den USA. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of Japan (BoJ) geben ihre Entscheidungen am Donnerstag bekannt. Dieses Notenbank-Trio stellt das mögliche Handelsabkommen zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften USA und China "völlig in den Schatten", wie Analyst Christian Henke vom Broker IG Markets sagte.

Leitindizes: Gewinner und Verlierer des Tages

Die wichtigsten Indexbewegungen im Überblick:

  • EuroStoxx 50 verlor letztlich 0,12 Prozent auf 5.704,35 Punkte.
  • Der "Footsie" setzte seine Rally fort und stieg bis auf 9.727 Zähler; letztlich schloss der britische Leitindex mit plus 0,44 Prozent auf 9.696,74 Zähler.
  • Der spanische Ibex stieg erstmals über 16.100 Punkte und ging dann mit 0,54 Prozent auf 16.087,00 Punkte aus dem Tag.

Pharma-Werte belasten die Schweiz

Schwach schloss dagegen der schweizerische SMI mit minus 1,34 Prozent auf 12.360,15 Punkte. Er litt erneut unter kräftigen Kursverlusten der Pharma-Schwergewichte nach enttäuschenden Quartalsberichten, vor allem von Novartis . Die Aktie büßte 4,2 Prozent ein. Belastet wird Novartis vor allem von der Generika-Konkurrenz in den USA, sodass das Neunmonatsergebnis die Analystenschätzungen verfehlte und der Konzern auch für das vierte Quartal vorsichtig gestimmt ist. Roche verloren 2,4 Prozent und Alcon 1,7 Prozent.

Bankensektor uneinheitlich

Licht und Schatten gab es im Bankensektor. Trotz der am Montag bekannt gemachten Rückstellungen wegen Rechtsstreitigkeiten rund um den Madoff-Betrug hob die britische Großbank HSBC ihre Jahresziele leicht an. Die Aktie gewann 4,6 Prozent. BNP Paribas (BNP Paribas Aktie) dagegen gaben nach dem Quartalsbericht um 3,5 Prozent nach. Laut der Citigroup fiel der Vorsteuergewinn der Franzosen enttäuschend aus.

Zahlen und Großtransaktionen im Fokus

Starke Zahlen legte der spanische Energiekonzern Iberdrola (Iberdrola Aktie) vor, der zugleich auch seine Jahresziele erhöhte. Die Aktien zogen um 3,4 Prozent an und erreichten ein Rekordhoch.

Besondere Aufmerksamkeit zog am Nachmittag der milliardenschwere Einstieg des KI-Chipgiganten Nvidia bei Nokia auf sich. Die Aktie des finnischen Telekom-Netzwerkbetreibers sprang auf den höchsten Stand seit mehr als neun Jahren und schloss mit einem Plus von 17,2 Prozent.

Ein Warnbrief der US-Gesundheitsbehörde FDA schickte dagegen das Philips-Papier um 6 Prozent auf Talfahrt. In den USA und den Niederlanden seien Inspektionen in drei Produktionsstätten durchgeführt und dabei festgestellt worden, dass die Fabriken nicht den Anforderungen der "guten Herstellungspraxis" entsprächen, hieß es seitens der US-Behörde.

Fazit für Anleger

Die aktuellen Rekordstände in London und Madrid stehen neben deutlichen Verlusten einzelner Sektoren und wichtigen anstehenden Notenbankentscheiden. Konservativ orientierte Anleger sollten deshalb kurzfristig Zurückhaltung üben:

  • Vorrangig Risikomanagement betreiben – Gewinne bei stark gelaufenen Titeln überlegen zu sichern und Stopp-Loss-Orders prüfen.
  • Vor den nun anstehenden Zinsentscheidungen eine Abwägung treffen und gegebenenfalls die Portfoliovolatilität reduzieren.
  • Auf Diversifikation achten und nicht nur auf einzelne Ausreißer setzen; selektive Nachkäufe nur mit klarer Risiko- und Ausstiegsstrategie.
  • Bei Branchen mit akuten Problemen (etwa nach enttäuschenden Quartalszahlen oder behördlichen Warnungen) erhöhte Vorsicht walten lassen.

Dieser Artikel enthält Material von dpa-AFX. Alle Rechte vorbehalten. (siehe Nutzungsbedingungen)

Für dich aus unserer Redaktion zusammengestellt

Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend