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Devisen: Euro steigt erstmals seit 2021 über 1,16 US-Dollar

NEW YORK (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro hat am Donnerstag den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren erreicht. Wirtschaftsdaten aus den USA trieben den Kurs der Gemeinschaftswährung im Verlauf zeitweise erstmals seit 2021 über die Marke von 1,16 US-Dollar. Zuletzt wurde sie im New Yorker Handel wieder etwas darunter zu 1,1577 Dollar (Dollarkurs) gehandelt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1594 (Mittwoch: 1,1433) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8625 (0,8746) Euro.

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Erneut haben Sorgen vor den Folgen der Zollpolitik der US-Regierung die US-amerikanische Währung belastet, während alle anderen wichtigen Währungen zulegen konnten. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar gab es immer wieder Zollankündigungen, die teilweise wieder zurückgezogen wurden. Während der Kurs Mitte Januar noch der Parität nahe war, hat der Euro seitdem immer wieder Schübe nach oben gemacht. Zuletzt haben einige Experten bereits die Rolle des Dollar als Weltleitwährung infrage gestellt.

Auch jüngste Berichte über Fortschritte bei den Verhandlungen für eine Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China konnten den Kursverfall der amerikanischen Währung nicht stoppen. Die Regierung in Peking hat sich nach der von US-Präsident Trump verkündeten Einigung über die Lockerung von Exportbeschränkungen zunächst bedeckt gehalten und keine Details genannt.

Zudem haben sich Spekulationen auf eine Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed zuletzt verstärkt, was den Dollar derzeit zusätzlich unter Druck setzt. Trotz der verhängten Zölle auf importierte Waren ist die Inflation bisher nur schwach gestiegen, was den Währungshütern Spielraum für zukünftige Zinssenkungen gibt, sollte die Wirtschaft straucheln. Erzeugerpreisdaten sendeten dazu am Donnerstag die passenden Signale, denn im Vergleich zum Vormonat lag der Preisauftrieb etwas unter der Erwartung von Ökonomen.

Ein schwächerer Dollar dürfte zudem ganz nach dem Geschmack der US-Regierung unter Trump sein. Denn so werden Produkte aus den USA in anderen Ländern günstiger, was den Export ankurbeln kann. Zwar verteuern sich Importe tendenziell - was US-Verbraucher aber eher zu heimischen Waren greifen lässt als zu importierten. Alles in allem könnte so das chronisch hohe US-Handelsdefizit, das der US-Regierung ein Dorn im Auge ist, schrumpfen.

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In der Eurozone hingegen bestätigten EZB-Vertreter die Erwartung, dass die Leitzinsen zunächst wohl nicht weiter gesenkt werden. "Dieser geldpolitische Zyklus nähert sich dem Ende, da sich die mittelfristige Inflation um das Ziel herum stabilisiert", sagte EZB-Ratsmitglied Isabel Schnabel. Die erwartete Inflationsentwicklung für die Jahre 2026 und 2027 sei "genau am Ziel". Die EZB strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von zwei Prozent an./jsl/jha/tih/men

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