FRANKFURT (dpa-AFX) - Die jüngste Entwicklung im Nahost-Konflikt hat den Dax am Montag kaltgelassen. Auch weitere Gewinnmitnahmen bei Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI) konnte der deutsche Leitindex abschütteln. Nach zwischenzeitlichen Verlusten gewann er letztlich 0,19 Prozent auf 25.114,25 Punkte. Damit notierte der Dax knapp über der für den kurzfristigen Trend wichtigen 21-Tage-Linie, um die er jüngst pendelte. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,20 Prozent auf 31.981,81 Zähler.
Für dich zusammengefasst:
Der Dax stieg um 0,19 Prozent auf 25.114,25 Punkte.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte um 0,20 Prozent zu.
Infineon und Elmos büßten 2,9 Prozent und 3,8 Prozent ein.
"Schnäppchenjäger haben den Dax zurück über die Marke von 25.000 Punkten gekauft", kommentierte Andreas Lipkow, Marktanalyst bei CMC Markets. "Die Käufer blenden die potenziellen Folgen der jüngsten Eskalation im Nahen Osten vorerst aus." Lipkow verwies allerdings auf die wieder steigenden Ölpreise und damit verbundene Inflations- sowie Zinssorgen.
Das US-Militär attackierte in der Nacht auf Montag den Iran erneut, nachdem es das Land bereits am Wochenende angegriffen hatte. Es war bereits die vierte Angriffswelle der USA, seit die Feindseligkeiten in der Nacht zu Mittwoch wieder aufflammten. Nachdem das US-Militär seine Attacken für beendet erklärt hatte, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Insa am Nachmittag über neue Angriffe im Südwesten des Landes. US-Präsident Donald Trump kündigte außerdem die Wiederaufnahme der Seeblockade gegen iranische Häfen an.
An den überwiegend schwachen asiatischen Märkten litten vor allem die gut gelaufenen technologielastigen Indizes wie der südkoreanische Kospi und der japanische Nikkei 225 unter heftigen Kursverlusten. In New York startete die Tech-Börse Nasdaq schwach in den Handel.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,02 Prozent auf 6.271,02 Punkte zu. Außerhalb der Eurozone schloss der Leitindex in London ebenfalls kaum bewegt, in Zürich ging es leicht aufwärts. In New York stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss moderat im Minus.
Am deutschen Aktienmarkt gerieten mit der asiatischen Tech-Schwäche vor allem Halbleitertitel unter Druck: Im Dax büßte Schlusslicht Infineon (Infineon Aktie) 2,9 Prozent ein und im MDax Elmos 3,8 Prozent. Damit gingen die Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien auch hierzulande erst einmal weiter.
Dagegen schaffte der Internetdienstleister Ionos ein Kursplus von 8 Prozent. Die Aktien bestätigten das schon bekannte Muster, dass Werte mit latenten KI-Verdrängungssorgen oft tendenziell von einer Schwäche von Chipwerten und anderen KI-Boomern profitieren. Hinzu kam eine Kaufempfehlung durch die Bank of America. Ionos sei ein One-Shop-Stop der europäischen Digitalisierung für kleine und mittelständische Unternehmen, schrieben die Analysten.
Unter Druck standen angesichts der Nachrichten aus Nahost Aktien aus der Reise- und Freizeitbranche : Die Fluggesellschaft Lufthansa und der Reisekonzern Tui belegten mit Kursabschlägen von 4,1 und 1,1 Prozent hintere Plätze im MDax.
Fraport (Fraport Aktie) stemmte sich mit plus 1,8 Prozent gegen diesen Sektortrend. Der Flughafenbetreiber legte zwar schwache Verkehrsdaten für den Juni vor und senkte seine Jahresprognose für das Passagieraufkommen. Die US-Bank JPMorgan betonte aber die Bestätigung der übrigen Ziele. Zudem stufte die französische Bank Exane BNP Paribas (BNP Paribas Aktie) die Aktien hoch.
Die Anteile des Kochboxenversenders Hellofresh sackten im Nebenwerte-Index SDax auf ein Rekordtief ab und gingen 1,6 Prozent tiefer aus dem Handel. Analyst Sven Sauer von Kepler Cheuvreux senkte sein Kursziel und stufte die Papiere auf "Reduce" ab. Er begründete dies mit erneut gesenkten Erwartungen bis 2028, aber vor allem mit seinem nun geringeren Vertrauen in das Timing einer Umsatz-Trendwende./niw/he
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