FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach zwei Verlustwochen hat der Dax am Montag wieder etwas zugelegt. Börsianer sprachen von Hinweisen auf eine mögliche Entspannung im Nahen Osten, infolgedessen die Ölpreise ihre deutlichen Gewinne aus dem frühen Handel wieder abgegeben hatten. Der deutsche Leitindex drehte im Handelsverlauf ins Plus und gewann zuletzt 0,4 Prozent auf 24.926 Punkte.
Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es geringfügig auf 31.838 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wiederum gewann 0,3 Prozent.
Der Iran hat nach einer erneuten militärischen Eskalation eigenen Angaben zufolge Vorschläge für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen erhalten. Demnach kommen die Vorschläge von den USA, wie der Außenamtssprecher Ismail Baghai laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna bestätigt hat. Der Iran werde sich jedoch weiter entschlossen verteidigen, sagte er.
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran war Anfang Juli im Streit um die Kontrolle der für den globalen Handel mit Öl (Rohöl), Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormus wieder eskaliert. Experten warnen vor einer weiteren Zuspitzung. Die zunehmenden Angriffe "deuten allesamt darauf hin, dass sich der Konflikt sowohl in seinem Ausmaß als auch in seiner Dauer ausweiten könnte," erklärte Saul Kavonic, Energieanalyst bei MST Marquee. Angriffe auf die Ölinfrastruktur in der Region könnten die Ölpreise demnach auch weiter hochtreiben.
Die weiter angespannte Lage im Nahen Osten belastete die Aktien der Fluggesellschaft Lufthansa , die im MDax um fast zwei Prozent fielen. Als negative Nachricht hinzukam ein überraschend deutlicher Gewinneinbruch bei dem irischen Wettbewerber Ryanair .
Die Aktien von Salzgitter setzten ihre Freitagserholung mit einem Gewinn von drei Prozent fort. Zum Wochenschluss hatte ein kurz vor Handelsschluss veröffentlichter, optimistischerer Geschäftsausblick den Papieren kräftigen Rückenwind verliehen.
Unter den besten Werten im Dax stiegen die Anteilsscheine des Medizinkonzerns und Krankenhausbetreibers Fresenius (Fresenius Aktie) um mehr als zwei Prozent. Sie profitierten von einem optimistischen Ausblick der Analysten der Deutschen Bank auf die anstehenden Quartalszahlen.
An der Dax-Spitze zogen die Papiere von Siemens Energy um 3,4 Prozent auf fast 153 Euro an, nachdem die Schweizer Großbank UBS das Kursziel für die Anteilsscheine des Energietechnikkonzerns von 175 auf 210 Euro angehoben hatte. Die Aufträge im Gas-Geschäft würden im Geschäftsjahr 2026 ihren Zenit noch nicht erreichen, schrieb Analyst. Christopher Leonard.
Im Nebenwerteindex SDax hatten die Aktien von Friedrich Vorwerk mit einem Plus von 8,4 Prozent die Nase vorn. Hier erwies sich ein positiv aufgenommener Analystenkommentar der Privatbank Berenberg als Antrieb. Experte Lasse Stueben ist der Ansicht, dass der Markt die Auswirkungen der geplanten Änderung des Erdkabelgesetzes auf die mittelfristigen Wachstumsaussichten des Pipeline- und Anlagenbauers überschätzt. Das Unternehmen sei vielmehr gut positioniert, um vom Wachstum bei der Einführung des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes und der laufenden Modernisierung des Erdgasnetzes zu profitieren./la/jha/
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