Als “Sommerloch” wird im Finanzmarkt die Zeit zwischen Mai und September bezeichnet, in der das Handelsvolumen spürbar zurückgeht, da viele Investoren und Händler im Urlaub sind. Dem Markt fällt es an Liquidität und befindet sich meistens in einer Seitwärtsphase. Sowohl im Aktienmarkt als auch im Krypto-Sektor zeigen sich in diesen Monaten ähnliche Muster: schwache Impulse, Kurseinbrüche und sinkende Suchanfragen. Der Spruch “Sell in May and go away, but remember to come back in September” taucht immer wieder auf. Doch wiederholt sich diese Muster?

Historisch betrachtet kann man dem Spruch zustimmen: Der Zeitraum zwischen Mai und Oktober war für den US-Aktienindex S&P 500 der schlechteste. Zwar lag die durchschnittliche Rendite mit 1,8 Prozent im positiven Bereich, das beste Sechsmonatszeitfenster von November bis April brachte jedoch im Schnitt beachtliche 7,1 Prozent Rendite ein.
Eine Besonderheit in diesem Jahr ist das sogenannte “Post-Election-Year”, also das Jahr nach der Wahl des US-Präsidenten. Wie die Grafik zeigt, verändert sich das Sommerloch beim S&P 500 zu einem „Spätsommerloch“ und es kommt erst ab Ende August zu einer Korrektur am Aktienmarkt.

Seit 2024 hat sich viel im Kryptomarkt geändert, besonders Bitcoin erhält viel Rückenwind durch institutionelles Kapital. Seit ihrem Start im letzten Jahr saugen die Bitcoin-Spot-ETFs Bitcoin im Wert von mehreren Milliarden Dollar auf. Auch Michael Saylor kauft regelmäßig Bitcoin im Wert von mehreren Millionen Dollar und gefühlt jede Woche sprießt ein neues Bitcoin-Treasury-Unternehmen aus dem Boden, welche dieselbe Strategie wie Saylor verfolgen: So viele Bitcoin wie möglich zu akkumulieren. Schafft es die Kryptowährung unbeschadet durch diese schwierige Marktphase oder wiederholt sich das historische Muster?

In den vergangenen zwölf Jahren lag der Median der Bitcoin-Rendite im Mai bei 9,51 Prozent. Auf einen meist neutralen Juni folgte ein starker Juli mit einem Medianwert von 9,81 Prozent. Die Monate August (-8,04 Prozent) und September (-4,35 Prozent) zählen hingegen zu den schwächsten Zeiträumen im Jahresverlauf.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die Zeit im Markt wichtiger ist als der Eintrittszeitpunkt. Natürlich freut man sich mehr, wenn man zu niedrigeren Kursen eingestiegen ist. Die Zeit hat allerdings gezeigt: Wer seine Bitcoin lange hält, wird früher oder später belohnt. Natürlich sind vergangene Daten keine Garantie für die Zukunft.
Allein im Jahr 2024 konnten Langzeit-Investoren mit Bitcoin auf diese Weise einen Gewinn von rund 112 Prozent erzielen. Wer sie seit drei Jahren hält, darf sich sogar über ein Plus von etwa 250 Prozent freuen. Ein weiterer Vorteil für Geduldige ist, dass Krypto-Gewinne in Deutschland nach einer Haltedauer von einem Jahr komplett steuerfrei sind.
Die Frage, ob es ein Sommerloch geben wird, lässt sich nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantworten. Der Kryptomarkt ist volatil und makroökonomische Ereignisse, wie der Konflikt zwischen Israel und dem Iran, können ihn stark beeinflussen. Die historischen Daten zeigen, dass man sich auf das Sommerloch vorbereiten sollte. Wer lange genug dabei bleibt, kann jedoch mit erfreulichen Renditen rechnen.
Quellen
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