
Bank of Japan schickt Kurse in den Keller, doch Hongkong wehrt sich
Chinesische Aktien trotzen am Montag dem Abverkauf bei japanischen Basiswerten. Nachdem Kazuo Ueda, Vorsitzender der Bank of Japan, weitere Leitzinserhöhungen in Aussicht gestellt hat, gab der Nikkei-Index um fast 2 Prozent nach. Demgegenüber legte der technologielastige Hang-Seng-Index knapp 1 Prozent zu und bewies relative Stärke.
Von dieser Outperformance konnte die Aktie von Xiaomi allerdings nicht profitieren. Sie fiel im asiatischen Handel um 1,8 Prozent und beendete damit ihren in der vergangenen Woche gestarteten Rebound. Damit fällt sie weiter hinter Peers wie NetEase, Alibaba und Baidu zurück, die sich in Hongkong um bis zu 3,9 Prozent steigern konnten.
Bei Xiaomi schauen Anlegerinnen und Anleger weiter in die Röhre
Gegenüber dem Stand vor einem Jahr steht ungeachtet dessen noch immer ein Plus von 31,5 Prozent zu Buche. Doch allzu groß ist die technische Sicherheitsmarge nicht, ehe Xiaomi vor einer weiteren Verkaufswelle stehen könnte. Die Käuferinnen und Käufer sollten sich daher besser ins Zeug legen.

Quelle: TradingView.com | Eigene Darstellung
Aktie nach faktischem Crash schwer angeschlagen
Übergeordnet handelt Xiaomi in einem mehrjährigen Aufwärtstrend, der im Spätherbst 2022 ausgehend von einem Kursniveau von etwa 10 Hongkong-Dollar (HKD; 1,11 Euro) gestartet wurde. Dieser erzielte im Juni dieses Jahres einen Kurs von fast 64 HKD (7,07 Euro) und damit mehr als eine Versechsfachung.
Inzwischen ist die Aktie in eine Korrekturbewegung übergegangen. Angesichts der Verluste in Höhe von 40 Prozent in wenigen Monaten kann sogar von einem Crash gesprochen werden. Dieser hat zu einigen spürbaren Konsequenzen im Chartbild geführt.
Vorentscheidende Unterstützung gefordert
Die Aktie hat zahlreiche Unterstützungen aufgegeben, allen voran die gleitenden Durchschnitte, in denen es erst vor Kurzem zu einem Death Cross und damit einem Verkaufssignal gekommen ist. Außerdem wird der Abwärtstrend durch fallende technische Indikatoren bestätigt. Das spricht für die Nachhaltigkeit der Trendbewegung.
Im Bereich von 36 HKD (3,98 Euro) liegt eine vorentscheidende Horizontalunterstützung, in der Xiaomi zuletzt auf Kaufinteresse gestoßen ist und mit Blick auf den RSI überverkauft war. Kann dieser Support verteidigt werden, dürfte eine Erholungschance bestehen. Sollte die Unterstützung jedoch aufgegeben werden ist mit weiteren Abgaben zu rechnen.
Erste Entspannung, aber keine Kaufsignale
Für einen erfolgreichen Rebound spricht, dass die Aktie bereits überverkauft war und der RSI eine erste Erholung einleiten konnte, wenngleich er mit 38 Punkten noch immer technische Schwäche anzeigt. Außerdem ist es im Trendstärkeindikator MACD zu einer Bodenbildung gekommen. Bullishe Divergenzen, die eine Trendwende befeuern könnten, liegen zwar noch keine vor, aber der Sprung über die Signallinie deutet auf erste Entspannung im laufenden Abwärtstrend hin.
Noch fehlt es aber an klaren Kaufsignalen, sodass die Verteidigung des wichtigen Supports, sollte er erneut getestet werden, keinesfalls sicher ist. Im Zweifel gilt es, die vorherrschende Trendrichtung zu beachten, und die ist kurz- und mittelfristig erkennbar abwärtsgerichtet.
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Fazit: Moderate Bewertung signalisiert Aufwärtschancen
Der Blick auf die Fundamentaldaten wiederum liefert eher Rücken- als weiteren Gegenwind. Für das laufende Geschäftsjahr ist Xiaomi mit einem KGV von 22,3 bewertet. Das liegt zwar deutlich über dem Niveau zahlreicher anderer chinesischer Technologiewerte, ist angesichts eines Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis von 0,3 aber gut zu vertreten.
Für 2026 wird ein KGV von 19,6 und für 2027 von 15,5 erwartet. Das ist hochattraktiv vor dem Hintergrund, wie breit sich Xiaomi inzwischen aufgestellt hat und wie sehr es dem Unternehmen gelungen ist, sich als bezahlbare Premium-Marke zu positionieren.
Während die Lage technisch angespannt ist, signalisieren die Zukunftserwartungen eine auf dem aktuellen Preisniveau aussichtsreiche Einstiegsgelegenheit. Antizyklisch agierende Anlegerinnen und Anleger können mit etwas Geduld und Frustrationstoleranz zugreifen. Alle übrigen Investoren warten entweder den erfolgreichen Test der Unterstützung um 36 HKD oder einen noch größeren Risikopuffer in Form einer noch günstigeren Bewertung ab.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross