ARIVA.DE Redaktion  | 
aufrufe Aufrufe: 2008

Visa übertrifft Prognosen deutlich: Reicht das für die Trendwende der Aktie?

Visa hat im zweiten Geschäftsquartal besser abgeschnitten als von Analysten erwartet. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem deutlichen Kurssprung. Dennoch bleiben Risiken, die Anleger im Blick behalten sollten – von Stablecoins bis hin zu möglichen Belastungen für die Kaufkraft der Verbraucher.
play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Für dich zusammengefasst:
Hinweis
Eine Kreditkarte von Visa.
Quelle: - pixabay.com
Visa Inc 279,85 € Visa Inc Chart -0,46%
Zugehörige Wertpapiere:

Der Kreditkartenkonzern erzielte im abgelaufenen Quartal einen bereinigten Gewinn von 3,31 US-Dollar je Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch 2,76 US-Dollar je Anteilsschein verdient. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 11,2 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten laut FactSet lediglich mit einem Gewinn von 3,10 US-Dollar je Aktie und Erlösen von 10,75 Milliarden US-Dollar gerechnet. Damit übertraf Visa die Erwartungen deutlich.

Auch operativ zeigte sich der Zahlungsriese robust. Das Zahlungsvolumen stieg um 9 Prozent, das grenzüberschreitende Volumen legte um 12 Prozent zu. Die Zahl der verarbeiteten Transaktionen erhöhte sich ebenfalls um 9 Prozent. Trotz Sorgen um Inflation, steigende Ölpreise und geopolitische Unsicherheiten blieb die Konsumnachfrage damit widerstandsfähiger als befürchtet.

Für die Aktie kam der Quartalsbericht zur richtigen Zeit. Nach Börsenschluss gewann der Titel 5,6 Prozent, nachdem er im regulären Handel zuvor leicht auf 309,10 US-Dollar nachgegeben hatte. Seit Jahresbeginn steht für die Aktie allerdings weiterhin ein Minus von 12 Prozent zu Buche.

Visa zeigt damit einmal mehr, wie belastbar das eigene Geschäftsmodell auch in einem angespannten Marktumfeld ist. Der Konzern profitiert von seiner starken Stellung im weltweiten Zahlungsverkehr, von Konsumentenzahlungen, Angeboten für Firmenkunden, Geldtransferlösungen und ergänzenden Dienstleistungen. Zudem arbeitet das Unternehmen an neuen Wachstumsbereichen rund um Agent- und Stablecoin-Fähigkeiten.

Für Anleger ist die Lage damit zweigeteilt. Einerseits hat Visa starke Zahlen vorgelegt, was sich entsprechend positiv auf die Aktie auswirkt. Andererseits wird der Markt nun genau beobachten, ob der nachbörsliche Kurssprung tatsächlich der Beginn einer nachhaltigen Erholung ist oder lediglich eine kurzfristige Erleichterungsrallye darstellt.

Wer auf Visa setzt, vertraut auf die Dominanz des Konzerns im globalen Zahlungsverkehr. Skeptiker verweisen hingegen auf den zunehmenden Wettbewerb durch Stablecoins und auf die Gefahr einer schwächeren Konsumneigung.

Denn die neuen digitalen Zahlungsformen bergen ein zentrales Risiko für Visa, Mastercard (Mastercard Aktie) und American Express. Stablecoins könnten Händlern niedrigere Transaktionskosten und eine schnellere Abwicklung ermöglichen. Sollte sich diese Technologie stärker im Zahlungsverkehr durchsetzen, könnten die etablierten Kartenanbieter Marktanteile verlieren.

Zusätzlich steht die Branche unter politischem Druck. So hatte bereits ein Vorschlag aus dem Weißen Haus zur Begrenzung von Kreditkartenzinsen die Aktien der Kreditkartenanbieter belastet. Auch der Krieg im Iran, höhere Ölpreise und mögliche Ermüdungserscheinungen bei den Verbrauchern könnten sich negativ auswirken. Wells Fargo (Wells Fargo Aktie) verzeichnet bereits Anzeichen für nachlassende Kartenausgaben.

Autor: sbh-Redaktion/FH


Für dich aus unserer Redaktion zusammengestellt

Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend