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Iran-Krieg trübt Aussichten bei Villeroy & Boch

METTLACH (dpa-AFX) - Der Keramikhersteller Villeroy & Boch rechnet wegen des Krieges in der Golfregion mit Ertragseinbußen im laufenden Jahr. Der Konzern habe vor kurzem intern seine Prognose gesenkt, teilte Finanzvorstand Markus Warncke mit. "Die Prognose hatte vor zwei, drei Wochen noch anders ausgesehen."

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Die Flagge des Iran. (Symbolbild)
Quelle: - ©unsplash.com:
Villeroy & Boch AG Vz 17,70 € Villeroy & Boch AG Vz Chart +1,14%
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Man rechne nun für 2026 mit einem Umsatzrückgang "im mittleren bis höheren einstelligen Prozentbereich", sagte die Vorstandsvorsitzende Gabi Schupp. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde bei 75 bis 85 Millionen Euro erwartet. 2025 lag es bei 97,8 Millionen Euro.

In Israel und der Golfregion, wo wichtige Hotelmärkte seien, mache Villeroy & Boch "im Moment überhaupt keinen Umsatz", sagte Warncke. Im April rechne man dort wieder mit 30 Prozent des Vorjahresumsatzes. "Es ist tatsächlich eine große Region für uns, wo wir direkt betroffen sind", sagte er. Mögliche Ölpreiserhöhungen seien miteinkalkuliert.

Villeroy & Boch mit Umsatzplus in 2025

2025 habe der Konzern seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent auf rund 1,45 Milliarden Euro gesteigert. Das Konzernergebnis habe bei 14,7 Millionen Euro gelegen - nach 6,6 Millionen Euro im Vorjahr. Der Konzern habe sich trotz herausfordernden Marktumfeldes "erfolgreich behauptet", hieß es.

Nach der Übernahme des belgischen Badprodukteherstellers Ideal Standard im März 2024 seien im vergangenen Jahr die Neuausrichtung des Konzerns und die Transformation konsequent fortgeführt worden, sagte Schupp. Die Akquisition von Ideal Standard war die größte in der Geschichte von Villeroy & Boch.

Weiter hohe Investitionen geplant

2025 habe man unter anderem das Produktionsnetzwerk optimiert. Dazu gehörte die Vorbereitung der Werksschließung im belgischen Roeselare, die Ende dieses Monats umgesetzt sei. Die Produktion von Acryl-Badewannen werde in die Nähe von Kairo in Ägypten verlagert. Zudem sei einer von zwei Öfen in England mangels Auslastung geschlossen worden.

Im vergangenen Jahr seien 45,8 Millionen Euro investiert worden. So sei im saarländischen Merzig ein modernes Lager- und Regalsystem entstanden. Im sächsischen Torgau habe man in eine neue Brenntechnologie investiert. Im laufenden Jahr seien bis zu 50 Millionen Euro an Investitionen geplant.

Villeroy & Boch wurde 1748 mit Hauptsitz in Mettlach gegründet. Der Konzern zählt heute knapp 12.000 Mitarbeiter und ist in rund 140 Ländern vertreten. Im Saarland sind es rund 1.700 Beschäftigte./rtt/DP/nas

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