Siemens Energy schmiert ab: Plötzlich hat die Aktie ein Problem!
Max Gross
Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Siemens Energy verliert an Schwung, Aktie mit Verkaufssignalen
Inmitten einer neuen Welle der Euphorie gegenüber KI- und Halbleiterwerten, angefacht in dieser Woche durch spektakuläre Quartalszahlen und Kursanstiege bei Dell, Snowflake und Okta, gibt es einen unerwarteten Verlierer.
Es ist die in den vergangenen Monten und Jahren so stark gestiegene Aktie von Siemens Energy, die aufgrund des rasant steigenden Energiebedarfs ebenfalls als KI-Gewinner gilt. Davon zeugt auch der Kursanstieg von rund 93 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Doch in dieser Woche büßte das Papier sieben Prozent an Wert ein – trotz der Entspannung im Nahen Osten. Auch am Freitag gehörte die Aktie zu den schwächsten im DAX. Das hat mit Blick auf den Chart jetzt potenziell folgenschwere Konsequenzen.
Stark angefangen, stark nachgelassen
Übergeordnet befindet sich die Siemens-Energy-Aktie seit ihrem Allzeittief im Oktober 2023 in einem mehrjährigen Aufwärtstrend, dessen Tempo von den Käuferinnen und Käufern mehrfach verschärft wurde. Dieser Trend mündete nach einer weiteren Verschärfung im August vergangenen Jahres zunächst in ein Allzeithoch knapp unter 175 Euro sowie nach einer Korrektur im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg in das gegenwärtig gültige bei rund 192 Euro. Seither befindet sich das Papier jedoch im Rückwärtsgang.
Das hat aus technischer Perspektive triftige Gründe. Zum einen war die Aktie zuletzt überkauft, und zwar nicht nur auf Tages-, sondern auch auf Wochen- und Monatsbasis. Gleichzeitig ist es schon seit geraumer Zeit andererseits zu bearishen Divergenzen gekommen. Während im Relative-Stärke-Index (RSI) zunächst eine Top-Bildung vorlag, befinden sich sowohl der RSI als auch der Trendstärkeindikator MACD in Abwärtstrends.
Damit fehlte es den bei rund 175 und 192 Euro markierten Allzeithochs an technischer Bestätigung. Dieser Mangel führte zur aktuellen Korrektur und könnte sich sogar zu einer nachhaltigen Trendwende ausweiten.
Der Aktie droht ein Ausbruch nach unten
Der Grund für diese Vermutung ist, dass in der Aktie inzwischen Verkaufssignale über die bearishen Divergenzen hinaus vorliegen. Am Freitag fällt Siemens Energy unter die 50-Tage-Linie, während gleichzeitig der MACD einen Vorzeichenwechsel andeutet, was gleichbedeutend mit einem neuen (kurzfristigen) Abwärtstrend wäre.
Dieser kann im Chart als Trendkanal bereits beobachtet werden. Diese Verkaufssignale kommen zu einem für die Aktie kritischen Zeitpunkt, da jetzt ein Ausbruch nach unten erfolgen dürfte. In diesem Fall muss mit einem Test der Unterstützung im Bereich von 150 Euro beziehungsweise der kurz darunter liegenden Aufwärtstrendlinie gerechnet werden.
Test der 200-Tage-Linie? Beträchtliches Abwärtspotenzial!
Doch die zu befürchtende Korrektur könnte auch deutlich größere Ausmaße annehmen. Wenngleich der überhitzte RSI im Tageschart inzwischen konsolidiert ist, liegt der RSI im Monatschart bei 72,2 Punkten und damit noch immer im überkaufen Bereich. Das könnte mittelfristig für einen Pullback bis in den Bereich zwischen 125 und 130 Euro sorgen, wo die 200-Tage-Linie als langfristige Unterstützung getestet werden könnte.
Zur Oberseite müssen die Käuferinnen und Käufer für neue Impulse die Marke um 175 Euro zurückerobern sowie einen Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal nach oben erzwingen. Die schwache technische Indikation bevorzugt jedoch klar das bearishe Szenario.
Die jüngsten Kursrückgänge bei Siemens Energy sind keine isolierte Entwicklung, auch die Aktie von Mitbewerber GE Vernova kämpft nach einer sensationellen Rallye mit Gewinnmitnahmen und Kursverlusten. Das spricht für einen branchenweiten Trend sowie eine Rotation von Kapital in andere Werte, was die These mittelfristiger Verluste erhärtet.
Mit Blick auf die Unternehmensbewertungen profitieren unterdessen beide Papiere von der laufenden Konsolidierung, denn sowohl Siemens Energy als auch GE Vernova hatten sich von ihren historischen Bewertungsvielfachen weit entfernt. Gewinnvielfache von über 40 bei Siemens Energy und 65 im Fall von GE Vernova waren trotz des anhaltend hohen Wachstums nicht zu rechtfertigen.
Je tiefer die Anteile jetzt korrigieren, desto eher ergeben sich für noch nicht investierte Anlegerinnen und Anleger Einstiegschancen. Wer bereits investiert ist, sollte hingegen Gewinnmitnahmen erwägen oder sich auf eine Geduldsprobe einstellen.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NB47LK3
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