Die Analysten der Bank of America bekräftigen ihr Kaufvotum für Siemens Energy und sehen 50 Prozent Kurspotenzial. Welche Rolle das Gasturbinengeschäft dabei spielt.
Für dich zusammengefasst:
Siemens Energy verkauft mehr Gasturbinen als erwartet.
Der Auftragseingang im Gasbereich erreicht 90 bis 100 GW.
Das Unternehmen plant einen Aktienrückkauf von einer Mrd. Euro.
Siemens Energy bleibt auf Wachstumskurs: Die Bank of America hat ihre Kaufempfehlung für den Münchner Energietechnikkonzern bekräftigt und sieht beim aktuellen Kurs von rund 170 Euro ein Kurspotenzial von fast 50 Prozent. Das Kursziel liegt bei 250 Euro. Analyst Alexander Jones wertet die jüngsten Quartalszahlen als klares Kaufsignal, auch wenn Teile des Marktes die Ergebnisse skeptischer einordnen.
Der Kern der bullishen Einschätzung: das Gasturbinengeschäft läuft besser als von vielen erwartet. Siemens Energy konzentriert sich bei der Auftragssteuerung bewusst auf feste Bestellungen, die rund 69 Prozent des Auftragsbestands ausmachen. Rahmenverträge, die erst nach sechs bis zwölf Monaten in konkrete Bestellungen umgewandelt werden, meidet das Unternehmen. Laut BofA signalisiert diese Strategie, dass das Management mit weiter steigenden Turbinenpreisen rechnet.
Rückenwind kommt auch von der Nachfrageseite: Der Auftragseingang im Gasbereich soll in diesem Geschäftsjahr zwischen 90 und 100 Gigawatt an vertraglich gesicherten Kapazitäten erreichen. Das impliziert allein im zweiten Halbjahr rund 21 Gigawatt an Neuzusagen. Der Cashflow soll 2027 mindestens das Niveau des laufenden Jahres erreichen, und das Unternehmen kauft zusätzlich eigene Aktien im Volumen von einer Milliarde Euro zurück. Beides wertet BofA als Zeichen eines selbstbewussten Managements.
Dass die Gasbestellungen ihren Höhepunkt vielleicht bereits überschritten haben, lässt die Bank of America nicht als Gegenargument gelten. Entscheidend sei nicht das kurzfristige Bestellvolumen, sondern die wachsende Auftragsreichweite. Gasdienstleistungen, Nettechnologie und Preisgestaltung trieben den Auftragsrückstand weiter nach oben.
Die eigenen Gewinnprognosen liegen für das laufende Jahr rund 15 Prozent über dem Marktkonsens beim bereinigten EBITDA. Bis 2030 rechnet BofA mit einem freien Cashflow vor Steuern von fast 15 Milliarden Euro. Das Book-to-Bill-Verhältnis soll 2028 bei 1,66 liegen. Für Anleger, die auf die europäische Energiewende setzen, bleibt Siemens Energy nach Einschätzung der Bank of America die erste Wahl.
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