in AH-64 Apache-Kampfhubschrauber, ausgestattet mit fortschrittlicher Sensor- und Verteidigungstechnologie von Hensoldt, während einer Trainingsmission.
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Hensoldt nach dem Crash: Sind das jetzt Einstiegskurse?

Die Hensoldt-Anteile haben in den vergangenen Wochen 41,5 Prozent an Wert verloren. Bietet das bereits die Chance zum Einstieg oder sollte abgewartet werden?
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"Friedensplan" setzt Verteidigungsbranche unter Druck

Hinter den Anlegerinnen und Anlegern von deutschen und europäischen Verteidigungswerten liegen harte Wochen. Von der Gesamtmarktkorrektur sind Aktien wie Hensoldt, Renk und Rheinmetall überproportional stark betroffen gewesen – in schwachen Marktphasen wird das anhaltend große Privatanlegerinteresse oft zum Bumerang.

In den vergangenen Tagen geriet die Branche außerdem aufgrund des sogenannten Friedensplans für die Lösung des Ukraine-Krieges unter Druck. Die hohen Unternehmensbewertungen sind auf ein starkes Narrativ und die Aussicht auf ein ungebrochen dynamisches Wachstum angewiesen.

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Nach Crash: Zeit, bei Hensoldt wieder einzusteigen?

Während sich Renk und Rheinmetall am Dienstag bereits deutlich erholen konnten, fiel der Rebound beim Spezialisten für elektronische Kampfführung und Luftverteidigung Hensoldt deutlich verhaltener aus. Ist die Aktie nach Verlusten in Höhe von 41,5 Prozent ausgehend vom Allzeithoch bereits einen Einstieg wert oder sollte hier weiter abgewartet werden?

Trendwende war abzusehen, Aktie kurzfristig überverkauft

Trotz des Crashs der Anteile beträgt das Plus gegenüber dem Jahresauftakt noch immer fast 100 Prozent. Das zeigt die in diesem Jahr hohe Dynamik, die vor allem einem im Februar gestarteten Aufwärtsimpuls zu verdanken war. Dessen Trendlinie wurde allerdings inzwischen durchbrochen. Das gilt auch für die beiden Durchschnittslinien, im Chart von Hensoldt ist zuletzt also einiges zu Bruch gegangen.

Aus technischer Perspektive sind für die starke Kehrtwende bearishe Divergenzen in den technischen Indikatoren RSI und MACD verantwortlich: Das Allzeithoch bei 117,70 Euro Anfang Oktober konnte nicht durch entsprechende Hochs in den Indikatoren bestätigt werden, was die Aktie zunehmend für eine Korrektur anfällig gemacht hatte.

Inzwischen handelt sie mit Blick auf den MACD in einem starken Abwärtstrend, allerdings deutet der RSI kurzfristig auf einen überverkauften Zustand hin. Damit dürfte eine Gegenbewegung immer wahrscheinlich werden. Das Aufwärtspotenzial wird aber durch die zuvor aufgegebenen Unterstützungen als neue Widerstände begrenzt.

Charttechnischer Ausbruch im Februar steht in Frage

Mit Blick auf den Chart der vergangenen 3 Jahre zeigt sich kein grundsätzlich anderes Bild. Auch auf Wochenbasis lagen einerseits bearishe Divergenzen vor, die eine Trendwende immer wahrscheinlicher gemacht haben, andererseits zeigt der RSI einen mittlerweile überverkauften Zustand der Aktie an.

Allerdings deutet der MACD auf einen noch intakten Aufwärtstrend an, was die These eines kurzfristigen Rebounds stärkt, der Verlust von Momentum ist jedoch deutlich. Das bedeutet, dass der MACD nach einem Rebound der Aktie weiter fallen und schließlich unter die Nulllinie stürzen könnte. Das würde einen neuen Abwärtstrend der Aktie anzeigen und für weiteren Verkaufsdruck sorgen.

Mit dem Fall unter die auf Wochenbasis ermittelte 50-Tage-Linie wurde außerdem ein Verkaufssignal aktiviert. Sollte diese nicht rasch zurückerobert werden können, droht mittelfristig ein Test der 200-Tage-Linie und eine Rückkehr in den deutlich flacheren Aufwärtstrendkanal aus den Vorjahren. Aus technischer Perspektive ist ein (langfristiger) Einstieg in die Aktie also erst ab 40 bis 50 Euro wieder interessant.

Trotz -40 Prozent noch kein attraktives Bewertungsniveau

Mit Blick auf die Unternehmensbewertung liegt das KGV für das laufende Jahr bei 61,6. Für die kommenden Jahre sind 42,4 und 30,5 eingepreist. Das kann als ambitioniert bezeichnet werden, denn der internationale Branchendurchschnitt liegt bei etwa 20 für das kommende Geschäftsjahr. Trotz der europäischen Wiederbewaffnungsbemühungen wachsen Hensoldt und Co. bislang nicht viel schneller als zum Beispiel ihre US-amerikanischen Mitbewerber. Insofern sind die aktuell gewährten Bewertungsaufschläge kaum nachvollziehbar.

Eine Rückkehr zum Branchenmittel legt also eine Korrektur von weiteren 30 bis 50 Prozent nahe. Das spricht für Kurse zwischen 35 und 50 Euro. Anlegerinnen und Anleger sollten sich am oberen Ende der Spanne orientierten, denn beim Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis genießen europäische Werte tatsächlich Bewertungsvorteile: Die Margen dürften hier nach erfolgreicher Kapazitätsausweitung schneller steigen als jenseits des Atlantiks.

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Daraus ergeben sich für die Aktie von Hensoldt zwei potenzielle Vorgehensweisen. Traderinnen und Trader können sich aufgrund des technisch überverkauften Zustands für einen Rebound in Position bringen, sollten mit Blick auf die zahlreichen Widerstände aber nicht allzu viel erwarten und zügig Gewinne mitnehmen.

Fundamental orientierte Anlegerinnen und Anleger warten hingegen auf eine Rückkehr in den langfristigen Aufwärtstrendkanal und Kurse um 50 Euro, wo eine faire Unternehmensbewertung mit Risikopuffer einerseits und klaren Aufwärtschancen andererseits wartet.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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