Deutschland steigt ein, Frankreich hält mit – KNDS vor einem der größten Rüstungs-IPOs
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Ein Rüstungskonzern, zwei Staatseigentümer, eine Bewertung von bis zu 18 Milliarden Euro: KNDS steht kurz vor dem Börsengang. Was hinter dem Deal steckt und was Anleger im Blick haben sollten.
Für dich zusammengefasst:
KNDS bereitet einen großen Börsengang vor.
Deutschland und Frankreich halten jeweils 40 Prozent daran.
Der Auftragsbestand stieg auf über 33 Milliarden Euro.
Der europäische Rüstungskonzern KNDS bereitet einen der größten Börsengänge der vergangenen Jahre vor – und bekommt dabei einen ungewöhnlichen Aktionärskreis: Deutschland und Frankreich werden jeweils rund 40 Prozent an dem Panzerbauer halten. Beide Regierungen haben sich am Montag auf eine gemeinsame Eigentümerstruktur verständigt, der Börsenstart soll zeitnah folgen.
Berlin einigte sich am Wochenende mit den Familieneignern auf den Einstieg. Der Konzern wird dabei mit 15 bis 18 Milliarden Euro bewertet, je nachdem wo der Kurs nach den ersten Handelswochen landet. Der Bundestag muss dem Deal noch zustimmen.
KNDS mit Sitz in Amsterdam und Deutschland-Zentrale in München baut Kampfpanzer, Schützenpanzer, Brückenlegegeräte und Kampfroboter für westliche Armeen – Bundeswehr und Armée de Terre gehören gleichermaßen zur Kundschaft. Wichtigster Rivale ist Rheinmetall (Rheinmetall Aktie). Vor allem aber ist KNDS das Rückgrat des Gemeinschaftsprojekts MGCS, das Deutschlands Leopard und Frankreichs Leclerc ersetzen soll.
Die Ausgangslage ist solide: Der Umsatz legte im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zu. Die Bücher für die nächsten Jahre sind prall gefüll: Der Auftragsbestand kletterte von knapp 23,5 auf mehr als 33 Milliarden Euro.
Die Beteiligung Berlins ist auch politisch bedeutsam. Das gemeinsame Kampfjetprojekt FCAS wurde erst in diesem Monat begraben. Streit über Workshare und geistiges Eigentum hatten das Vorhaben gelähmt. KNDS soll nun als Beweis funktionieren, dass industrielle Zusammenarbeit zwischen Berlin und Paris auch gelingen kann. Das Unternehmen selbst begrüßt die Konstruktion: Die Vereinbarung wahre die "Autonomie, die das Management braucht, um das Unternehmen erfolgreich zu führen."
Dass Deutschland zunächst 40 Prozent hält, die Beteiligung aber später reduzieren will, dabei jedoch dieselben Mitspracherechte behalten soll wie Frankreich, ist eine ungewöhnliche Konstruktion. Für Privatanleger bleibt festzuhalten: KNDS wäre nach dem Listing eine der wenigen pan-europäischen Rüstungsaktien mit direktem Exposure auf Landstreitkräfte.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NB07TW5
, DE000NB092M5
, DE000NB09108
, DE000NB60AW4
, DE000NB60AC6
, DE000NB6Z940
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