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Nach anfänglicher Schwäche: Die Zahlen von Renk werden gekauft!

Der Panzergetriebehersteller Renk hat am Donnerstagmorgen seine Quartalszahlen veröffentlicht. Nach anfänglichen Verlusten wurde die Aktie gekauft.
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Renk trotz Korrektur mit dreistelligen Kursgewinnen

Mit einem Plus von 240 Prozent seit dem Jahreswechsel sind die Anteile von Renk der aktuell beste deutsche Verteidigungswert. Bei Hensoldt betragen die Kursgewinne rund 140 Prozent, bei Rheinmetall sind es etwa 184 Prozent.

Zeitweise fielen die Gewinne sogar noch größer aus, allerdings hatten die Anteile der Augsburger in den vergangenen Wochen mit einer starken Korrektur zu kämpfen. Eine hohe Unternehmensbewertung sowie zwischenzeitliche Fortschritte im Ukraine-Krieg führten zu Gewinnmitnahmen.

Kräftiges Wachstum und operative Verbesserungen

Am Donnerstag hat sich der Panzergetriebehersteller mit seinen Geschäftszahlen zu Wort gemeldet. Die wurden von Anlegerinnen und Anlegern nach anfänglichem Zögern gekauft.

Gegenüber dem Vorjahresquartal kletterten die Erlöse um beeindruckende 14,8 Prozent auf 308 Millionen Euro. Mit Blick auf die ersten 9 Monate des Jahres konnte sich Renk sogar um 19,2 Prozent auf 928 Millionen Euro steigern (von zuvor 778 Millionen Euro).

Dank operativen Verbesserungen und Margensteigerungen kletterte das bereinigte Ergebnis (EBIT) überproportional. Das konnte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 19,3 Prozent auf 52 Millionen Euro verbessert werden. Der Anstieg im Zeitraum von 9 Monaten betrug 25,5 Prozent auf 141 Millionen Euro.

Hierzu trug vor allem die Sparte Marine & Industry bei mit einem Anstieg des EBIT um 77,8 beziehungsweise 34,6 Prozent. Deutlich schlechter lief es hingegen bei Gleitlagern, wo sowohl die Erlöse als auch die Erträge gefallen sind, und zwar im Quartalsvergleich ebenso wie im Vergleich mit den ersten 9 Monaten des Vorjahres.

Starke Auftragseingänge, Prognose bestätigt

Einen starken Anstieg verzeichneten erneut die Auftragseingänge. Diese kletterten konzernweit um 41,0 Prozent auf 325 Millionen Euro. Vor allem bei Fahrzeugantrieben gelang mit einem Plus von 62,3 Prozent auf 223 Millionen Euro ein deutliches Wachstum von Neuverträgen. Auch die Marinesparte durfte sich um 23,2 Prozent höhere Auftragseingänge freuen.

Insgesamt konnte Renk in diesem Jahr bereits Buchungen über 1,25 Milliarden Euro verzeichnen, sodass die Bestellungen jetzt bei 6,4 Milliarden Euro liegen, das soll sich laut Pressemitteilung für "Visibilität" und "die Grundlage für weiteres Wachstum" verbürgen.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr wurde unterdessen bekräftigt. Angepeilt wird ein Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT soll sich auf 210 bis 235 Millionen Euro belaufen.

Aktie nach Anfangsverlusten mit Erholungschance

Die Zahlen schienen den Ansprüchen der Anlegerinnen und Anleger zunächst nicht zu genügen. Die Aktie fiel in der Vorbörse am Handelsplatz Lang & Schwarz kurzzeitig auf den niedrigsten Stand seit August. Auch im XETRA-Handel eröffnete Renk kurzzeitig mit Verlusten, konnte sich aber rasch steigern und verbesserte sich am Vormittag um 3,5 Prozent und damit an die Marke von 65 Euro.

Damit scheint der Boden in Bereich von 60 bis 62 Euro zu halten, ohne dass die 200-Tage-Linie getestet wird. Zwar handelte die Aktie in den vergangenen Monaten mit bearishen Divergenzen, bevor es jedoch zu einer nachhaltigen Trendwende zur Unterseite kommen könnte, ist zunächst mit einem weiteren Anstieg zu rechnen.

Darauf deuten die jüngsten Verbesserungen im RSI hin, während der MACD gleichzeitig über seine Signallinie klettern konnte und damit Entspannung im Abwärtstrend der letzten Wochen anzeigt. Platz hat Renk bis mindestens zur 50-Tage-Linie bei 71,56 Euro.

Fazit: Die Bewertung ist unverändert ambitioniert

Das größte Hindernis für eine Fortsetzung der in diesem Jahr steilen Rallye ist ungeachtet der starken Geschäftszahlen am Donnerstag die hohe Unternehmensbewertung. Für das laufende Jahr ist Renk bereits mit dem 55,5-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet, für 2026 steht ein KGV von etwa 40 zu Buche. Damit liegen die Augsburger meilenweit über dem Branchendurchschnitt von 20,5

Auch bei anderen Kennziffern ist Renk überdurchschnittlich hoch bewertet. Das wird zwar teilweise durch das fundamental attraktive Kurs-Gewinn-Wachstumsverhältnis von etwa 1,0 aufgewogen, allerdings gehen damit erhebliche Ausführungsrisiken einher. Bleibt das Wachstum auch nur minimal unter den Erwartungen, werden die aktuellen Bewertungsvielfache hinfällig. Die attraktiveren Niveaus bieten aktuell US-Verteidigungswerte wie Lockheed Martin und Huntington Ingalls Industries.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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