- Die Dividendenrendite des S&P 500 beträgt 1,2 Prozent.
- 70 Prozent der S&P 500-Unternehmen erhöhten ihre Dividenden.
- 15 Unternehmen erfüllen Kriterien für Dividendensteigerungen.
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Die Dividendenrendite des S&P 500 liegt mit rund 1,2 Prozent nahe dem 50-Jahrestief. Selbst der Vanguard High Yield Dividend ETF, der etwa 580 dividendenstarke Titel mit durchschnittlich 3,9 Prozent Rendite enthält, lag im vergangenen Jahr um vier Prozentpunkte hinter dem Index.
Adam Parker, Gründer von Trivariate Research, ordnet diese Entwicklung historisch ein. Nichtzahler hätten Dividendenaktien in den vergangenen zwei Jahren um etwa 40 Prozentpunkte übertroffen.
Das ist laut Barron's die schwächste relative Performance seit 25 Jahren – abgesehen von den beiden Jahren vor 2010 und 2021. Verantwortlich sei die Dominanz der großen Technologietitel, darunter die Magnificent Seven, während traditionell dividendenstarke Sektoren wie Healthcare und Basiskonsumgüter zurückblieben.
Für renditeorientierte Anleger gibt es dennoch positive Signale. Die Fundamentaldaten der Dividendenzahler bleiben stabil. Rund siebzig Prozent der Unternehmen im S&P 500 haben ihre Ausschüttungen im vergangenen Jahr erhöht, nur fünf Prozent haben sie gekürzt. Das liegt im historischen Durchschnitt und deutet darauf hin, dass Dividendenzahler finanziell gut aufgestellt sind. Für das Jahr 2025 wird ein Anstieg der S&P-500-Dividenden um fünf Prozent erwartet.
JPMorgan-Stratege Brian Kaplan sagte dazu, die Fundamentaldaten blieben "robust". Dazu tragen ein zweistelliges erwartetes Gewinnwachstum, solide Unternehmensbilanzen, fiskalpolitische Unterstützung, lockere Geldpolitik und zunehmende Aktienrückkäufe bei.
Eine überdurchschnittliche Kursentwicklung von Dividendenstrategien blieb aus. Parker empfiehlt Anlegern deshalb einen anderen Ansatz. Sie sollten sich auf Unternehmen konzentrieren, die niedrige Ausschüttungsquoten und genügend Spielraum für Dividendensteigerungen haben, denn das sei ein Zeichen für ausreichende Nettoeinnahmen und einen stabilen Cashflow.
Bloomberg zufolge schütteten die S&P-500-Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten rund 720 Milliarden US-Dollar an Dividenden aus, was knapp 40 Prozent des Nettogewinns entspricht. Der Index dürfte 2025 um etwa zwölf Prozent und 2026 um 13 Prozent wachsen. Unternehmen, die Parkers Kriterien erfüllen sollen, müssen weniger als 40 Prozent ihres Nettogewinns ausschütten und gleichzeitig ein marktübliches Gewinnwachstum erwarten lassen.
Parker identifiziert 15 Unternehmen, die diese Anforderungen erfüllen: AngloGold Ashanti, F&G Annuities & Life, Nelnet, Roper Technologies, Cencora, Cinemark Holdings, Navigator Holdings, Capital One Financial (Capital One Financial Aktie), Western Alliance Bancorp, Leidos Holdings, Vistra, Western Digital (Western Digital Aktie), UniFirst, UMB Financial und Cheniere Energy.
Diese Unternehmen haben in den vergangenen zwölf Monaten ihre Dividenden erhöht oder neu eingeführt, schütten durchschnittlich weniger als dreißig Prozent ihres Nettogewinns aus und sollen ihre Gewinne bis 2026 um mehr als 20 Prozent steigern.
Ihre Dividendenrendite liegt mit etwa 1,5 Prozent zwar unter dem Durchschnitt der Dividendenzahler im S&P 500, aber über der Rendite des Gesamtindex. Gleichzeitig werden die Aktien lediglich zum Vierzehnfachen der für das Jahr 2026 erwarteten Gewinne gehandelt – ein deutlicher Bewertungsabschlag gegenüber den typischen Dividendenzahlern im Index, die im Durchschnitt beim 20-Fachen liegen.
Dividenden könnten im Markt nie wieder die zentrale Rolle früherer Jahrzehnte einnehmen. "Vielleicht irgendwann einmal", sagte Parker. Doch Anleger müssen laut seiner Analyse nicht darauf warten, um Dividendenstrategien sinnvoll einzusetzen.
Autor: sbh-Redaktion/neb
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