
“Wenn Sie kurzfristig von der XRP-Kursentwicklung überzeugt sind, können Sie den Teucrium 2x Long Daily XRP ETF in Betracht ziehen”, erklärt die Investmentfirma ihre Zielgruppe. Es handelt sich also nicht um einen einfachen Spot ETF, der den XRP-Marktpreis abbildet, sondern um ein Hebelprodukt. Dieses soll US-Anlegern zukünftig das Zweifache der täglichen XRP-Rendite liefern, allerdings für eine Verwaltungsgebühr von 1,85 Prozent jährlich.
Bloomberg-ETF-Experte Eric Balchunas zeigt sich angesichts dieses ersten XRP ETFs überrascht: “Es ist sehr merkwürdig (vielleicht eine Premiere), dass der erste ETF für einen neuen Vermögenswert gehebelt ist.” Allerdings stünden auch die Chancen für eine Genehmigung der eingereichten XRP-Spot-ETF-Anträge durchaus gut. Geht es nach der dezentralen Wettplattform Polymarket, starten diese mit einer 75-prozentigen Wahrscheinlichkeit noch im laufenden Jahr 2025 in den Handel.
Zwar dürfte die positive Auswirkung des ersten XRP ETFs auf den Kurs gering ausfallen, weil es sich um das Nischenprodukt eines vergleichsweise kleinen Anbieters handelt. Doch die Signalwirkung dürfte positiv sein. So wurden auch bei Bitcoin und Ethereum zunächst Futures ETFs gelauncht, bevor die deutlich gefragteren Spot ETFs grünes Licht von der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) bekamen. Wenn es soweit ist, könnten die XRP Spot ETFs laut Analysten von JPMorgan “4 bis 8 Milliarden US-Dollar an neuem Kapital” im ersten Handelsjahr erhalten.
Dementsprechend optimistisch zeigt sich Pro-XRP-Anwalt John Deaton, der Ripple Labs jahrelang im Rechtsstreit mit der SEC unterstützte. Der vier Jahre währende Prozess steht nach dem Verzicht des Unternehmens auf eine Berufungsklage und der Bereitschaft zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 50 Millionen US-Dollar kurz vor dem Ende. In einem emotionalen X-Post kommentiert er die Zulassung des ersten Ripple ETFs: “Was für einen Unterschied vier Jahre machen. Etwa um diese Zeit, vor vier Jahren, reichte ich einen Antrag auf Streithilfe im Verfahren ein, in dem ich Richterin Torres aufforderte, einer angenommenen Gruppe von XRP-Inhabern zu gestatten, zu tatsächlichen Verteidigern zu werden. Die meisten Anwälte haben über meinen Antrag gelacht.”
Das Ende der Auseinandersetzung mit der SEC bringt aber auch einen Nachteil mit sich: XRP rückt aus dem Fokus der Krypto-Anleger. Die hitzigen Debatten in den sozialen Medien und die Beteiligung hochrangiger Anwälte hatten der drittgrößten Kryptowährung Aufmerksamkeit verschafft, aber seit Januar nimmt das XRP-Suchvolumen deutlich ab. Zudem kam der von vielen Experten erhoffte Krypto-Präzedenzfall nicht zustande, denn Ripple wurde nicht von sämtlichen Vorwürfen der SEC freigesprochen, sondern nach Regel 506 der Verordnung D als “böswilliger Akteur” disqualifiziert. Welches Potenzial der XRP-Kurs langfristig angesichts dieser ambivalenten Situation noch hat, enthüllt ein neuer Ripple-Report.
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