Société Générale  | 
aufrufe Aufrufe: 15

Rohstoffausblick: Angebotsrisiken treiben Öl- und Aluminiumpreise

Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran ist mittlerweile in der siebten Woche. Genauso lange dauert auch die Blockade des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus. Bilaterale Verhandlungen der USA und des Iran zur Beendigung des Krieges sind am Wochenende ergebnislos gescheitert. US-Präsident Trump hat daraufhin eine Seeblockade gegen den Iran angeordnet, die gestern Nachmittag in Kraft trat. Diese soll verhindern, dass Öltanker und Frachtschiffe aus Häfen im Iran ablegen oder dorthin unterwegs sind. Zwar war es drei beladenen Supertankern am Wochenende gelungen, die Straße von Hormus in Richtung Osten zu passieren. Gleichzeitig konnten drei Öltanker zur Beladung in den Persischen Golf einfahren. Der Iran dürfte es aber kaum zulassen, dass Schiffe die Meerenge passieren, wenn die eigenen Schiffe vom US-Militär blockiert werden. Die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des regulären Schiffsverkehrs ist dadurch zumindest vorerst zerstoben. Es könnte sogar eine erneute militärische Eskalation drohen, wenn die USA Schiffe daran hindern sollten, den Iran anzulaufen oder von dort abzufahren und dieser daraufhin das Feuer eröffnen sollte. Trump drohte wiederum iranischen Schiffen mit der Zerstörung, sollten sie sich der US-Blockade nähern.

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Brent Crude Rohöl ICE Rolling 111,5041 $ Brent Crude Rohöl ICE Rolling Chart +6,80%
Zugehörige Wertpapiere:
Kupfer COMEX Rolling 5,9346 $ Kupfer COMEX Rolling Chart -0,78%
Zugehörige Wertpapiere:
WTI Rohöl NYMEX Rolling 107,7509 $ WTI Rohöl NYMEX Rolling Chart +7,90%
Zugehörige Wertpapiere:

So oder so droht eine weitere Verschärfung der Angebotslage, da die Öllieferungen aus dem Iran aufgrund der Seeblockade nicht mehr an den Ölmarkt gelangen. Laut Daten des auf die Verfolgung von Öltankern spezialisierten Unternehmens Kpler betrugen die Ölexporte des Iran im März 1,84 Mio. Barrel pro Tag, im April bislang 1,71 Mio. Barrel pro Tag. Wichtigster Abnehmer war bislang China. Ende letzter Woche gab es Meldungen, wonach unabhängige chinesische Raffinerien erstmals seit Jahren einen Preisaufschlag für iranisches Öl gegenüber Brent zahlen würden. Zudem soll auch Indien erstmals seit sieben Jahren eine Öllieferung aus dem Iran erhalten. Hintergrund ist, dass die USA Sanktionen gegen in Tankern lagerndes iranisches Öl vorübergehend ausgesetzt hatten, um die Angebotsverknappung am Ölmarkt einzudämmen. Ob diese Sanktionserleichterung auch nach der Seeblockade noch gilt, ist unklar. Allerdings wäre sie ohnehin nach 30 Tagen ausgelaufen und eine Verlängerung darüber hinaus ist kaum zu erwarten.

Die Marktreaktion am Ölmarkt auf die Ankündigung der Seeblockade war dementsprechend. Die Ölpreise stiegen gestern kräftig, so dass Brent und WTI wieder bei mehr als 100 USD je Barrel notierten. Noch stärker fiel der Preisanstieg bei Gasöl aus, weil sich zusätzlich auch der Crack-Spread zwischen Gasöl und Brent ausweitete. Knappheitssignale liefern auch die Time-Spreads, also die Preisdifferenzen zwischen den verschiedenen Kontraktfälligkeiten der Terminkurven. Diese weiteten sich gestern zwischenzeitlich merklich aus, erreichten aber noch nicht wieder das Niveau von unmittelbar vor dem Waffenstillstand. Noch weitaus größer ist der Preisaufschlag für physisches Rohöl am Spotmarkt. Der Preis für Dated Brent lag gestern laut Bloomberg bei 132,5 USD je Barrel und damit rund 30 USD über dem Preis für den nächstfälligen Brent-Terminkontrakt. Der Preis für die Nordseesorte Forties mit unmittelbarer physischer Lieferung erreichte laut Daten von LSEG zu Wochenbeginn mit fast 150 USD sogar ein Rekordniveau.

Ein weiteres Zeichen für ein knappes Angebot sind die kräftig gestiegenen offiziellen Verkaufspreise für Öllieferungen aus der Golfregion. Saudi-Arabien hat seine OSPs, also die Preisaufschläge, die Abnehmer aus verschiedenen Regionen im Mai für bestimmte Ölsorten zu zahlen haben, massiv erhöht. Für Arab Light müssen Abnehmer in Asien nun einen rekordhohen Aufschlag von fast 20 USD je Barrel gegenüber der Benchmark Oman/Dubai zahlen, die gestern laut Bloomberg bei 106,6 USD notierte. Im April lag der entsprechende Preisaufschlag noch bei 2,5 USD. Irak zog kurz darauf nach und erhöhte seine OSPs für Asien im Mai ebenfalls kräftig um 17 USD je Barrel. Gestern folgte Kuwait, das für die wichtigste Ölsorte bei Lieferungen nach Asien einen Aufschlag von 17 USD je Barrel gegenüber Oman/Dubai verlangt. Während Saudi-Arabien sein Öl über die East-West-Pipeline zum Roten Meer umleiten und von dort exportieren kann, sind die irakischen und kuwaitischen Ölexporte durch die Schließung der Straße von Hormus weitgehend lahmgelegt, so dass dieser Preis aktuell nur eine eingeschränkte Aussagekraft hat.

Die Ölpreise handeln heute wieder unterhalb von 100 USD je Barrel, weil es kurzfristig offenbar weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran geben soll. Ob diese zu einem Ergebnis führen und den Konflikt beilegen, ist allerdings ungewiss. Die deutlich höheren Ölpreise für unmittelbare Auslieferungen zeigen, dass das Risiko eines weiteren Preisanstiegs besteht, sollte die Straße von Hormus weiter geschlossen bleiben (Abbildung 1).

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
FE3WJ2 Call Oil Brent Future Hebel: 5,0
FE135W Put Oil Brent Future Hebel: 5,0
FC539Z Call Oil WTI Light Crude Future Hebel: 5,0
FE3Q8U Put Oil WTI Light Crude Future Hebel: 5,0
FE178M Call Gas Oil Future Hebel: 5,2
FE3Q55 Put Gas Oil Future Hebel: 5,3
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Aluminium kurzfristig verteuert, Kupfer auch langfristig günstiger

An den Metallmärkten sind bekanntermaßen zwei Effekte abzuwägen: Auf allen Metallen lastet zum einen die Gefahr einer deutlichen wirtschaftlichen Verlangsamung auf den Preisen, zum anderen treibt die Sorge vor einer Angebotsverknappung einzelne Metallpreise nach oben: Heraus sticht bei letzterem zweifellos Aluminium, weil die Golfregion ein wichtiger Anbieter von Primäraluminium ist. Während also die meisten Metallpreise eher nachgaben, kletterte der Aluminiumpreis erst gestern nochmals deutlich höher und notiert inzwischen gut 13% höher als Ende Februar bzw. mit gut 3.600 USD je Tonne auf dem höchsten Stand seit Ende März 22, kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs. Dass es sich stark um die Sorge vor einer akuten physischen Verknappung handelt, zeigt der nochmals deutlich stärker gestiegene Kassapreis von Aluminium: Er notierte gestern zwischenzeitlich fast 90 USD höher als der 3-Monatsforward (Abbildung 2). Das ist der höchste Preisaufschlag seit März 2007. Zudem ist die Terminkurve am Aluminiummarkt, die sich zwar schon im Vorfeld des Ukraine-Kriegs im Backwardation befand, nun nochmal deutlich stärker fallend (Abbildung 3). So notiert der nächstfällige Terminkontrakt fast 10% höher als der in einem Jahr, während der Preisabstand vor einem Monat gerade mal halb so hoch war.

An anderen Metallmärkten standen die Preise aufgrund der Konjunktursorgen eher unter Druck, haben sich aber im Zuge der Hoffnungen auf ein Friedensabkommen zuletzt wieder deutlich erholt: Kupfer, das im Tief rund 10% nachgegeben hatte, notiert momentan nur noch gut 1% niedriger als Ende Februar. Dabei hat sich die Terminkurve allerdings verflacht: Vor einem Monat war sie noch leicht steigend, auch weil der Bedarf wohl schneller als das Angebot wachsen und sich der Markt im Zuge dessen künftig anspannen sollte. Inzwischen wurden wohl die mittelfristigen Nachfrageperspektiven etwas zurückgestuft, was auch die Preise am längeren Ende belastet. Vor diesem Hintergrund ist es auch von besonderem Interesse, welchen Marktausblick die International Copper Study Group in der nächsten Woche auf ihrer Frühjahrstagung gibt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
FD1NDU Call Copper Future Hebel: 5,2
FA601X Put Copper Future Hebel: 5,3
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Unsere Modellrechnungen zeigen im Übrigen, dass der Aluminiumpreis das 4-Jahreshoch noch weiter ausbauen kann: Bliebe die Straße von Hormus noch bis Ende Mai blockiert, so könnte der Preis für eine Tonne Aluminium temporär sogar auf fast 4.000 USD steigen (Abbildung 4). Das Rekordhoch von 4.073 USD im März 2022 würde damit aber noch nicht erreicht.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Dividendenausblick: Überraschend starkes Jahr trotz globaler Unsicherheiten

Jedes Frühjahr richtet sich der Blick vieler Anleger auf die Dividendensaison. Und die läuft – trotz globaler Unsicherheiten und fallender Kurse – besser als erwartet. Die Dividendensumme der DAX-Unternehmen steht vor einem potenziellen Rekordjahr. Welche Unternehmen überraschen positiv und welche enttäuschen? Das erwartet Anleger in der kommenden DAX-Dividendensaison.

Kontakt bei Fragen und Anregungen

Bei Fragen zu unseren Produkten rufen Sie uns an unter 0800 / 818 30 50.

Oder schicken Sie uns eine E-Mail an service.zertifikate@sgcib.com.

Aktueller Link

Für dich aus unserer Redaktion zusammengestellt

Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend