BERLIN (dpa-AFX) - Verbraucherschützer haben die Pläne der Bundesregierung zur Einführung einer Abgabe auf zuckergesüßte Getränke begrüßt. "Die Zuckerabgabe kommt. Das ist eine gute Nachricht. Sie ist ein zentraler Baustein für eine gesündere Ernährung und entlastet langfristig unser Gesundheitssystem", sagte die Vorständin des Verbraucherzentralen-Bundesverbands, Ramona Pop.
Gleichzeitig betonte sie, damit die Abgabe ihre volle Wirkung entfalten könne, müssten auch Süßstoffe einbezogen werden. Sie müsse zudem jährlich an die Inflation angepasst werden. Das Geld aus der Zuckerabgabe müsse gezielt in Prävention fließen, vor allem in Programme für Kinder und Jugendliche. "Gesundheitspolitik wirkt am besten, wenn sie verhindert, dass Krankheiten überhaupt entstehen", sagte Pop.
Die Verbraucherorganisation Foodwatch sprach von einem "Meilenstein für die Gesundheitsvorsorge in Deutschland". Mehr als 100 Länder weltweit hätten bereits eine Zuckersteuer eingeführt - "es wäre so wichtig, dass Deutschland endlich nachzieht", sagte Luise Molling von Foodwatch. Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) "müssen jetzt durchziehen" und dürften nicht vor den Profitinteressen von Lebensmittelkonzernen einknicken.
Aus der Ernährungsindustrie kam scharfe Kritik an den Plänen der Regierung. Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie und des Lebensmittelverbandes, Christoph Minhoff, sagte der "Rheinischen Post": "Es geht einzig und allein darum, mit dieser Steuer Haushaltslöcher zu stopfen." Man werde "im nun folgenden parlamentarischen Verfahren zeigen, dass das Narrativ, es gehe bei der Zuckersteuer um Kindergesundheit, falsch ist", kündigte er an./kli/DP/jha
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