Ukraine attackiert Rüstungsfabrik und Raffinerie in Russland
TSCHEBOKSARY (dpa-AFX) - Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind nach Angaben der regionalen Behörden in der russischen Großstadt Tscheboksary an der Wolga drei Menschen verletzt worden. Einer der Verletzten sei ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das Gesundheitsministerium der Teilrepublik Tschuwaschien mit. Die Drohnen waren demnach Teil einer zweiten Angriffswelle. Bei einer ersten Attacke traf ein Marschflugkörper nach Berichten des Internetportals "Astra" die Rüstungsfabrik "WNIIIR Progress", wo Navigationsmodule für Drohnen, Marschflugkörper und Raketen hergestellt werden.
Tscheboksary liegt etwa 1.000 Kilometer von der Front entfernt. Insgesamt wurde sogar in 18 russischen Regionen Raketenalarm ausgerufen, darunter erstmals auch in dem im asiatischen Teil Russlands liegenden autonomen Kreis der Chanten und Mansen. Die Ukraine produziert seit dem vergangenen Jahr Marschflugkörper des Typs Flamingo, die eine Reichweite von bis zu 3.000 Kilometer haben sollen. Bislang wurden sie allerdings erst wenige Male eingesetzt.
Große Raffinerie in Nordrussland in Brand
Im Norden Russlands wurde derweil einmal mehr die Raffinerie Kirischinefteorgsintes angegriffen. Der Gouverneur des die Millionenstadt St. Petersburg umgebenden Leningrader Gebiets, Alexander Drosdenko, bestätigte einen Brand im Industriegebiet der Stadt Kirischi. Das Feuer sei inzwischen unter Kontrolle, schrieb er auf Telegram. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Die Raffinerie in Kirischi ist die größte im Norden Russlands und daher nicht das erste Mal Ziel ukrainischer Attacken. Zuletzt hatten die russischen Behörden am 26. März einen Angriff auf die Ölverarbeitungsanlage gemeldet.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nacht seien 289 ukrainische Drohnen abgewehrt worden.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Russland betriebene Invasion. Dazu attackiert sie neben militärischen Einrichtungen und Rüstungsbetrieben auch verstärkt die Ölindustrie des Nachbarn. Damit soll dem russischen Militär die Treibstoffversorgung und dem Kreml die Kriegsfinanzierung erschwert werden./bal/DP/jha
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