Übernahmekampf mit Unicredit - Commerzbank-Betriebsrat plant Anzeige

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FRANKFURT/MAILAND (dpa-AFX) - Der hitzige Übernahmekampf zwischen der Commerzbank (Commerzbank Aktie) und der Unicredit spitzt sich weiter zu. Der Commerzbank-Gesamtbetriebsrat wirft der italienischen Großbank irreführende Angaben bei ihrem Übernahmeangebot vor und will nun Strafanzeige stellen. "Ich kann bestätigen, dass heute eine außerordentliche Sitzung des Gesamtbetriebsrats stattfindet", sagte Betriebsratschef Sascha Uebel dem "Handelsblatt". "Dabei soll beschlossen werden, dass der Gesamtbetriebsrat seinen Vorsitzenden beauftragt, Strafanzeige wegen des Verdachts der Marktmanipulation und Irreführung nach Paragraf 119 und 120 WpHG gegen unbekannt zu stellen." Der Vorwurf wiegt schwer: Marktmanipulation ist in Deutschland eine Straftat.

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Hinweis

Die Unicredit hat Anfang Mai ein Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt und bekam dabei bis Donnerstag 11,22 Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient. Damit würde der Anteil der Unicredit rechnerisch auf gut 37 Prozent steigen, zudem hat sie sich über Kaufoptionen mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente.

Unicredit kommt bei Übernahme voran

Dass die Unicredit deutlich vor Ende der Übernahmefrist, die bis 16. Juni läuft und bis 3. Juli verlängert werden kann, so viele Aktien einsammelt, überrascht - ihre Offerte liegt unter dem Kurs der Commerzbank-Aktie. Zudem dienen Großinvestoren ihre Papiere meist erst kurz vor Ende der Übernahmefrist an.

"Ich habe wie viele Beschäftigte in der Commerzbank den Verdacht, dass der Kapitalmarkt damit bewusst in die Irre geführt werden soll", sagte Uebel. "Es soll der Eindruck erweckt werden, als habe Unicredit die Übernahme der Commerzbank schon so gut wie in der Tasche, doch dem ist nicht so", sagte er.

Werte aus dem Artikel:
Commerzbank Aktie 36,76 € +1,63%
UniCredit Aktie 73,44 € +1,75%

Die Commerzbank hat erst kürzlich die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet, weil sie bei Unicredit-Angaben ein falsches Spiel sieht. Die Frankfurter Bank kritisiert, die angedienten Aktien stammten überwiegend von Banken und mit ihnen verbundenen Parteien, von denen einige bekannte Gegenparteien von Unicredit für Finanzinstrumente seien - und keine unabhängigen Investoren. Die Unicredit hatte den Vorwurf zurückgewiesen. Sie handle nach den gesetzlichen Anforderungen und stehe im transparenten Dialog mit der Bafin./als/DP/jha


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