
DroneShield mit starkem Jahresauftakt: +50 Prozent
Für den australischen Verteidigungswert DroneShield hat das neue Börsenjahr herausragend gut begonnen. Gegenüber dem Jahresauftakt notieren die Anteile mit einem Plus von fast 50 Prozent. Trotz des Crashs der Anteile im Spätherbst kommt die Aktie verglichen mit dem Stand vor einem Jahr so auf Zugewinne von mehr als 500 Prozent.
Nach einer Reihe von schwachen Nachrichten konnte das Unternehmen zuletzt wieder positive Akzente setzen und Vertrauen zurückgewinnen. Einerseits mit der Verpflichtung für das Management, künftig eine Mindestanzahl an eigenen Anteilen zu halten, sowie andererseits mit der Aussicht auf staatliche Aufträge in Australien.
Der Höhenflug hat auch seine Schattenseiten
Der spekulative Charakter der Aktie ist unterdessen unverändert geblieben. Das zeigt nicht nur der Blick auf die luftige Unternehmensbewertung mit einem KGVe 2026 von 70,5 und einem EBITDA/EV von 47,5 (Branchendurchschnitt: 13,1), sondern auch auf den Chart, der bereits wieder heiß zu laufen droht – und dass trotz eines frischen Verkaufssignals!
Quelle: TradingView.com
Dem Verkaufssignal noch einmal getrotzt
Trotz des Crashs im Oktober / November letzten Jahres befindet sich die DroneShield-Aktie in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Hierfür war in den vergangenen 12 Monaten die bei 0,58 Australischen Dollar (Dollarkurs) (AUD; 0,29 Euro) gestartete Rallye maßgeblich, deren Aufwärtstrendlinie im Herbst als Unterstützung und Ausgangsbasis für die aktuell laufende Gegenbewegung zur Oberseite fungierte.
Nichtsdestotrotz war es zwischenzeitlich zu signifikanten Verkaufssignalen gekommen. Dazu gehört neben dem Unterschreiten der Durchschnittslinien vor allem das erst vor wenigen Tagen markierte Death Cross. Das blieb bislang jedoch ohne Wirkung, da die Aktie mithilfe des kurzfristigen Aufwärtstrendkanals und der Rückeroberung der gleitenden Durchschnitte bereits für neue, prozyklische Kaufsignale sorgen konnte.
Die Luft wird technisch langsam dünn
Inzwischen ist die Aktie zwischen 4,50 und 5,00 AUD (2,59 bis 2,88 Euro) in einem Widerstandsbereich sowie an der Aufwärtstrendoberkante angelangt. Das lässt gemeinsam mit dem in den überkaufen Bereich gekletterten RSI die Korrekturgefahr anwachsen.
Bislang deutet sich hier außerdem ein weiteres niedrigeres Hoch an, was nach den bearishen Divergenzen bereits im Herbst dafür spricht, dass eine nachhaltige Trendwende zur Unterseite noch immer im Bereich des Möglichen liegt, auch wenn dieser Umstand durch die Rallye der vergangenen Wochen verdeckt wird.
Konsolidierung oder nachhaltige Trendwende?
Eine Konsolidierung des überhitzten RSI könnte entweder eine längere Seitwärtskonsolidierung bis zur Trendkanalunterkante bei 4,00 AUD (2,31 Euro) leisten oder eine schärfere Korrektur bis in den Bereich um 3,00 AUD (1,73 Euro).
Sollte dieser gemeinsam mit den gleitenden Durchschnitten nachhaltig (also mindestens auf Wochenschlusskursbasis) unterschritten werden, spräche das für ein dauerhafte Trendwende. In diesem Fall ist nicht mit einer zeitnahen Rückkehr auf Rekordniveaus zu rechnen – im ersten Szenario wäre ein solches hingegen ungeachtet der hohen Unternehmensbewertung mittelfristig möglich.
Fazit: Jetzt ist Vorsicht angesagt
Die DroneShield-Aktie ist gut erholt in das neue Börsenjahr gestartet. Trotz eines markanten Verkaufssignals verfügen die Anteile über viel technischen Rückenwind und könnten weiter steigen. Allerdings wird das Aufwärtspotenzial durch einen unmittelbar vor der Aktie liegenden Widerstand begrenzt, auch ist das Papier inzwischen als überkauft zu bezeichnen. Hier muss ab sofort jederzeit mit Rücksetzern gerechnet werden.
Die Tiefe des nächsten Pullbacks entscheidend dann das weitere Kursgeschehen. Wird lediglich die aktuelle Überhitzung konsolidiert, könnte DroneShield ihre bisherigen Rekordhochs noch einmal anlaufen. Bei einem tiefen Einschnitt dagegen verdichten sich die Anzeichen dafür, dass hier ein dauerhafter Trendwechsel bereits stattgefunden hat.
Für einen Neueinstieg ist das Kurs- und Bewertungsniveau aktuell zu hoch. Wer dagegen bereits investiert ist, kann zunächst halten, sollte sich aber schleunigst Ausstiegsniveaus zurecht legen – dabei gilt es auch das Sentiment in sozialen Netzwerken zu beobachten: Schlägt das von derzeit optimistisch zu euphorisch um, sollte umgehend verkauft werden.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross