Spahn verteidigt schärfere Regeln für Krankschreibungen

dpa-AFX  | 
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Jens Spahn (CDU).
- Foto: Olaf Kosinsky (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jens_Spahn_CDU_Parteitag_2014_by_Olaf_Kosinsky-5.jpg), „Jens Spahn CDU Parteitag 2014 by Olaf Kosinsky-5“, Zuschnitt von ARIVA.DE, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

BERLIN (dpa-AFX) - Unionsfraktionschef Jens Spahn hat die von der Koalition geplanten Verschärfungen bei Krankschreibungen im Job verteidigt. "Diejenigen, die wirklich krank sind, die sollen natürlich auch zu Hause bleiben können", sagte der CDU-Politiker im ARD-"Morgenmagazin". "Aber die Frage stellt sich schon, ob die Deutschen so viel kränker sind tatsächlich als die anderen in Europa. Und deswegen braucht es da Maßnahmen."

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Union und SPD wollen Deutschland mit einem umfassenden Reformpaket aus der Wirtschaftskrise führen. Eine der geplanten Maßnahmen: Die Möglichkeit, sich telefonisch auch ohne Praxisbesuch krankschreiben zu lassen, soll abgeschafft werden. Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung soll schon am ersten Krankheitstag verpflichtend vorgelegt werden.

Spahn: "Man sitzt auf der Bettkante und überlegt"

Spahn sagte, jeder kenne doch "in seinem echten wahren Leben", im Bekannten- oder Freundeskreis, in der Nachbarschaft, vielleicht auf der Arbeit, immer wieder auch die Situation, insbesondere montags und freitags, wenn es sogenannte "Bettkantenentscheidungen" gebe. "Man sitzt auf der Bettkante und überlegt: "Passt das heute?""

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sagte im ARD-"Morgenmagazin" auf die Frage, wie die geplanten Verschärfungen bei seiner Partei ankämen: "Es gibt da natürlich viel Widerspruch, auch verständlichen Widerspruch" - die Unterstellung, dass Menschen an der Bettkante die Entscheidung träfen, ob sie krank seien, entspreche nicht dem, wie die SPD auf Menschen blicke. "Es war der Kompromiss, der notwendig war", sagte Klüssendorf.

Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Spahn betonte: "Wer tatsächlich krank ist, der wird seinen Arzt kontaktieren - der muss übrigens auch nicht ins Wartezimmer, es gibt auch Videosprechstunden, die man mit dem Arzt dann haben kann." Er ergänzte: "Wer aber tatsächlich vielleicht an dem jeweiligen Morgen nicht wirklich krank ist, aber noch überlegt, ob er hingehen sollte, der entscheidet sich dann im Zweifel vielleicht doch fürs Arbeiten. Das ist auch fairer gegenüber den Kollegen."/cco/DP/stk



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