Seltene Chance auf „drecksbillige“ 8–12-%-Renditen: Wie Preferred Shares jetzt ins Schaufenster rücken

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Hermès of Paris Filliale
- ©iStock

Preferred Shares mit nachhaltigen Ausschüttungsrenditen von 8 bis 12 Prozent sind aktuell „dirt cheap“ bewertet und bieten laut einer Analyse auf Seeking Alpha eine seltene Einstiegsgelegenheit. Der Fokus liegt auf festverzinslichen und variabel verzinsten Preferred-Aktien von überwiegend Investment-Grade-Emittenten, deren Kurse infolge der Zinswende massiv gefallen sind. Für einkommensorientierte Investoren entsteht damit ein asymmetrisches Chance-Risiko-Verhältnis mit begrenztem Downside und erheblichem Rebound-Potenzial.

Marktumfeld: Zinswende als Preistreiber für Preferreds

Seit Beginn des agressiven Zinsanhebungszyklus der US-Notenbank gerieten Preferred Shares stark unter Druck. Die Assetklasse ist besonders zinssensitiv, da viele Emissionen langfristige Kupons aufweisen und von institutionellen Investoren sowie Income-Fonds gehalten werden, die bei steigenden Zinsen Umschichtungen vornehmen. Dies führte zu einem breit angelegten Abverkauf – selbst bei Emittenten mit soliden Bilanzen und stabilen Cashflows.

In der Folge notieren zahlreiche Preferreds laut Seeking Alpha deutlich unter Pari. Die resultierenden laufenden Renditen („current yield“) liegen vielfach im Bereich von 8 bis 12 Prozent. Gleichzeitig haben sich die Credit Spreads verbreitert, was den Risikoaufschlag gegenüber Staatsanleihen historisch attraktiv erscheinen lässt.

Struktur und Besonderheiten von Preferred Shares

Preferred Shares sind hybride Wertpapiere zwischen Eigen- und Fremdkapital. Sie rangieren in der Kapitalstruktur vor dem Common Equity, jedoch hinter vorrangigen Anleihen. Typische Merkmale sind feste oder variable Kupons, eingeschränkte oder keine Stimmrechte, sowie häufig Call-Klauseln und teilweise Konvertibilitätsrechte.

Für Anleger entscheidend ist die Priorität in der Dividendenzahlung: Preferred-Dividenden müssen in der Regel bedient werden, bevor Ausschüttungen an Stammaktionäre erfolgen. Viele Emissionen sind „cumulative“, sodass ausfallende Dividenden nachgezahlt werden müssen, bevor wieder Common-Dividenden ausgekehrt werden dürfen. Das verringert das Risiko dauerhafter Dividendenausfälle für Investoren, die auf laufende Erträge setzen.

Bewertungsniveau: Historisch hohe Yields, begrenztes Abwärtspotenzial

Die Analyse auf Seeking Alpha hebt hervor, dass sich die Renditen im Preferred-Segment aktuell im oberen historischen Bereich bewegen. Das gilt insbesondere für Emissionen bonitätsstarker Finanzinstitute sowie regulierter Versorger und Infrastrukturgesellschaften. Viele Titel handeln nicht nur unter dem Ausgabepreis (Pari), sondern teilweise im Bereich von 60 bis 80 Prozent des Nennwerts.

Dadurch haben sich sowohl die laufenden Renditen als auch die Yield-to-Call bzw. Yield-to-Maturity deutlich erhöht. Selbst wenn die Emittenten die Papiere zum ersten möglichen Call-Termin zu 100 Prozent zurücknehmen würden, ergäben sich zweistellige annualisierte Gesamtrenditen. Die Kursabschläge fungieren zudem als Puffer gegen weitere Zinsanstiege, da ein Teil der Zinsängste bereits eingepreist ist.

Das Downside-Risiko wird in dem Beitrag als begrenzt betrachtet, solange die Emittenten fundamental solide bleiben und keine massive Verschlechterung der Kreditqualität eintritt. Die breite Streuung über Sektoren und Emittenten kann das Emittentenrisiko zusätzlich mitigieren.

Festkupon- vs. Floater-Preferreds

Die Analyse differenziert zwischen klassischen festverzinslichen Preferreds und sogenannten Fixed-to-Floating-Strukturen. Letztere zahlen zunächst einen festen Kupon und wechseln nach einer gewissen Zeit auf einen variablen Zinssatz (z. B. Referenzzinssatz wie LIBOR/SOFR plus Spread). In einem anhaltend höheren Zinsumfeld bieten FLoater- oder Fixed-to-Floating-Preferreds einen gewissen Inflations- und Zinsanstiegsschutz.

Reine Festkupon-Papiere profitieren dagegen überproportional von einem künftigen Rückgang der Leitzinsen, da deren Barwert dann deutlich steigt. In diesem Szenario könnten sich Kursgewinne einstellen, die zusätzlich zu den laufenden Dividenden anfallen. Damit sind Preferreds auch eine indirekte Wette auf eine Normalisierung der Geldpolitik.

Emittentenqualität und sektorale Schwerpunkte

Im Mittelpunkt der von Seeking Alpha untersuchten Investmentchancen stehen Emittenten mit überwiegend Investment-Grade-Ratings. Dazu zählen vor allem Banken, Versicherer, REITs mit robusten Cashflows und regulierte Versorger. Die Kapitalausstattung vieler Finanzinstitute ist seit der letzten Finanzkrise deutlich gestärkt worden, was das Ausfallrisiko im Preferred-Segment reduziert.

Besonders hervorgehoben wird, dass die Fundamentaldaten dieser Emittenten oft intakt bleiben, obwohl die Kurse der Preferreds stark gefallen sind. Dies deutet nach Einschätzung der Analyse auf eine Überreaktion des Marktes hin, die einkommensorientierten Anlegern Einstiegschancen eröffnet. Gleichwohl besteht bei einzelnen Emittenten und Sektoren (etwa hoch verschuldete REITs) ein erhöhtes idiosynkratisches Risiko, das einer Einzeltitelauswahl bedarf.

Renditeprofil und Cashflow-Stabilität

Preferred Shares werden im Beitrag als Instrument für nachhaltige Einkommenserzielung positioniert. Die Kupons sind in vielen Fällen langfristig fixiert, und die Emittenten verfügen über stabile Cashflows, die die Bedienung der Ausschüttungen ermöglichen sollen. Die aktuell erzielbaren Erträge von 8 bis 12 Prozent werden als „sustainable“ bezeichnet, solange keine graviven Kreditereignisse oder systemischen Krisen eintreten.

Ein weiterer Vorteil für Income-Anleger ist die planbare Cashflow-Struktur. Die regelmäßigen, meist quartalsweisen Ausschüttungen erleichtern die Liquiditätsplanung und können als Baustein in einem diversifizierten Einkommensportfolio dienen. Das Rendite-Risiko-Profil wird als attraktiver eingeschätzt als bei vielen High-Yield-Anleihen oder stark schwankungsanfälligen Dividendenaktien.

Risiken: Zins-, Call- und Liquiditätsrisiko

Trotz der attraktiven Yields weist die Analyse auf mehrere Risikofaktoren hin. An erster Stelle steht das Zinsrisiko: Sollten die Leitzinsen länger als erwartet auf hohem Niveau verharren oder weiter steigen, könnten die Kurse der Preferreds nochmals unter Druck geraten. Dies trifft vor allem Langläufer mit festem Kupon.

Hinzu kommt das Call-Risiko. Viele Preferreds können vom Emittenten zu festgelegten Terminen zum Nennwert zurückgerufen werden. Für Anleger besteht das Risiko, dass besonders hochverzinste Emissionen bei einem Rückgang des Zinsniveaus gekündigt werden. In diesem Fall muss das zurückgezahlte Kapital möglicherweise zu niedrigeren Renditen reinvestiert werden.

Schließlich sind Preferred Shares oft weniger liquide als großvolumige Staats- oder Unternehmensanleihen. Breite Geld-/Brief-Spannen und begrenzte Handelsvolumina können bei Marktturbulenzen zu erhöhten Transaktionskosten und rascheren Kursbewegungen führen.

Portfoliokontext: Rolle von Preferreds im Income-Depot

Im Gesamtportfolio eignen sich Preferred Shares dem Beitrag zufolge als Beimischung im Fixed-Income-ähnlichen Segment. Sie können dazu beitragen, die laufenden Erträge signifikant zu erhöhen, ohne ausschließlich auf spekulative High-Yield-Anleihen ausweichen zu müssen. Durch ihre Hybridstruktur bieten sie eine höhere Rendite als klassische Investment-Grade-Bonds, bei zugleich geringerer Volatilität als reine Aktien.

Empfohlen wird eine diversifizierte Auswahl über verschiedene Emittenten und Sektoren, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Zudem sollten Anleger die individuellen Covenants, Call-Daten, Kuponstrukturen und Ratingentwicklungen sorgfältig prüfen. Ein systematischer Ansatz, der sowohl Fundamentalanalyse als auch Zins- und Spread-Szenarien berücksichtigt, wird als sinnvoll dargestellt.

Konservatives Fazit: Wie besonnene Anleger reagieren können

Für konservative Anleger eröffnen die beschriebenen Marktverwerfungen bei Preferred Shares eine seltene Gelegenheit, die laufende Portfolioverzinsung deutlich zu steigern. Angesichts der Renditen von 8 bis 12 Prozent und der Fokussierung auf überwiegend bonitätsstarke Emittenten kann eine moderat gewichtete Beimischung in Betracht gezogen werden, sofern die individuelle Risikotragfähigkeit dies zulässt.

Ein vorsichtiges Vorgehen könnte darin bestehen, schrittweise Positionen in ausgewählten, gut bewerteten Preferred-Emissionen aufzubauen, idealerweise breit gestreut über mehrere Sektoren und Laufzeiten. Dabei sollten konservative Anleger strikt auf Investment-Grade-Qualität, solide Bilanzkennzahlen und nachvollziehbare Call-Strukturen achten. Wer Zins- und Kreditrisiken professionell monitoren kann – etwa über spezialisierte Fonds oder ETF-Strukturen – kann die Chancen dieser „dirt cheap“ bewerteten Einkommensquelle nutzen, ohne das Gesamtportfolio über Gebühr zu strapazieren.


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