OSNABRÜCK (dpa-AFX) - Vor der Aufsichtsratssitzung zu möglichen Einschnitten beim VW -Konzern haben die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat einen Aktionstag mit Gegenprotesten begonnen. Einen ersten Protest gab es am Vormittag am VW-Werk in Osnabrück, wo sich etwa 70 Vertrauensleute und Betriebsräte nach IG-Metall-Angaben vor dem Werkstor versammelten. Wie ein dpa-Fotograf vor Ort berichtete, pfiffen die Beschäftigten mit Trillerpfeifen und hielten ein Banner hoch - darauf stand: "Vereint für unsere Zukunft kämpfen".
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Aktionstag der IG Metall und Betriebsrat bei VW gestartet.
Protest mit 70 Teilnehmern am VW-Werk in Osnabrück.
VW plant möglichen Stellenabbau von bis zu 100.000 Jobs.
Osnabrücks IG-Metall-Chef Stephan Soldanski sagte, er hoffe zusammen mit der Belegschaft auf Klarheit. "Wir brauchen aus Wolfsburg eine Zukunft für unseren Standort, aber auch für alle anderen Standorte. Das kann nur der Vorstand garantieren." Die Belegschaft sei kämpferisch.
In Osnabrück warteten die Beschäftigten nun schon seit zwei Jahren auf eine Entscheidung, wie es mit dem Werk weitergehen solle, sagte Soldanski. "Wir können uns sehr gut vorstellen, wie sich die Beschäftigten fühlen, wo spekuliert wird, was als Nächstes schließen soll." Der Gewerkschafter machte zudem deutlich, Aufgeben sei keine Option "Wir sind nicht hier, um den Laden abzuschließen, sondern wir wollen Zukunft."
Vor der Aufsichtsratssitzung soll es heute bundesweit Aktionen an allen Konzernstandorten geben, wie die Gewerkschaft ankündigte. In Wolfsburg ist eine Kundgebung direkt am Vorstandshochhaus geplant. Weitere Kundgebungen sind etwa in Emden, Zwickau, Hannover und Kassel vor dem Werkstor geplant. Laut IG Metall handelt es sich nicht um einen Arbeitskampf, sondern um Informations- oder Protestveranstaltungen.
Mit den Protesten reagiert die Gewerkschaft auf jüngste Berichte über verschärfte Sparpläne des Konzerns. Laut "Manager Magazin" will VW seinen Sparkurs deutlich verschärfen: Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.
Für sein Werk in Osnabrück sucht der Konzern derzeit nach einer neuen Verwendung, wenn dort 2027 die Pkw-Fertigung ausläuft. Der Konzern verhandelt vor allem mit Rüstungsunternehmen über eine Nutzung des Standorts. Eine Entscheidung soll früheren Angaben zufolge bis Jahresende fallen. Der Standort, an dem noch das T-Roc Cabrio gefertigt wird, hat rund 2.000 Beschäftigte.
Ein VW-Sprecher teilte zu den Protesten mit: "Wir können nachvollziehen, dass sich die Belegschaft Sorgen um die Zukunft unseres Unternehmens macht. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Volkswagen AG teilen die Sorgen um die Zukunft des Volkswagen Konzerns." Deswegen habe der Vorstand einen umfangreichen Zukunftsplan entwickelt, der nun im Aufsichtsrat erörtert werde./len/DP/mis
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