Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Nach monatelanger Rekordjagd an den US-Börsen hat sich die Stimmung im Technologiesektor deutlich eingetrübt. Ausgerechnet jene Unternehmen, die den Markt in den vergangenen Quartalen maßgeblich nach oben getrieben hatten, stehen nun unter erheblichem Verkaufsdruck. Besonders Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz und Halbleiter verzeichnen kräftige Kursverluste und belasten inzwischen den gesamten Technologiesektor.
Aktuellen Marktdaten zufolge notieren inzwischen 69 Prozent aller Unternehmen im Informationstechnologie-Sektor des S&P 500 mehr als 20 Prozent unter ihren jeweiligen 52-Wochen-Hochs.
Halbleiteraktien verlieren deutlich an Dynamik
Besonders stark fällt die Korrektur derzeit im Halbleitersektor aus. Nach einer außergewöhnlich starken Kursrallye im zweiten Quartal nutzen viele Anleger die hohen Bewertungen, um Gewinne mitzunehmen.
Zu den größten Verlierern zählt Micron Technology, dessen Aktie 22,2 Prozent unter ihrem jüngsten Höchststand notiert. Auch Broadcom hat einen erheblichen Teil seiner zuvor erzielten Kursgewinne wieder abgegeben und liegt inzwischen 19,5 Prozent unter seinem Rekordhoch. Noch deutlicher fiel der Rückschlag bei Marvell Technology aus. Die Aktie hat seit ihrem letzten Hoch 27,9 Prozent an Wert verloren und gehört damit zu den schwächsten Titeln innerhalb des Halbleitersektors.
Auch Unternehmen aus dem Speicher- und Datenspeicherbereich geraten zunehmend unter Druck. So haben die Aktien von Seagate Technology, Western Digital und Sandisk jeweils mehr als 20 Prozent eingebüßt.
Gewinnmitnahmen statt Trendwende?
Trotz der deutlichen Verluste sehen zahlreiche Marktbeobachter bislang keine grundlegende Krise des Technologiesektors. Vielmehr könnte es sich um eine klassische Konsolidierung nach einer außergewöhnlich starken Kursentwicklung handeln.
Der PHLX Semiconductor Index hatte im zweiten Quartal historische Höchststände erreicht und gehörte zu den stärksten Branchenindizes an der Wall Street. Nach einer derart dynamischen Aufwärtsbewegung erscheint es aus Sicht vieler Analysten nachvollziehbar, dass Investoren einen Teil ihrer Gewinne realisieren.
William Kerwin, Aktienanalyst bei Morningstar, verweist außerdem darauf, dass sich dieses Muster bereits mehrfach gezeigt habe. In den vergangenen Quartalen gerieten viele Technologieaktien unmittelbar nach der Berichtssaison unter Druck, bevor sie sich im Vorfeld der nächsten Quartalszahlen wieder deutlich erholten.
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