- 3,085 Millionen Menschen waren im Januar arbeitslos.
- Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,6 Prozent.
- 598.000 offene Stellen sind bei den Arbeitsagenturen gemeldet.
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Tal wird länger
"Wir sind in einer Talsohle und das Tal ist wieder länger geworden", sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Andrea Nahles. "Derzeit gibt es nur wenig Dynamik am Arbeitsmarkt", erklärte sie in Nürnberg. "Es geht seit drei Jahren nicht in die richtige Richtung." Zuletzt war die Zahl der Arbeitslosen im August 2025 über drei Millionen geklettert. Zuvor lag sie mehr als zehn Jahre lang darunter. Nahles geht davon aus, dass die Drei-Millionen-Schwelle nicht bereits im nächsten Monat wieder unterschritten wird.
"Es ist eine ungute Entwicklung, aber keine dramatische Entwicklung", sagte Nahles. Deutschland habe eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Europa. Es müsse jetzt aber 2026 der Turnaround in wichtigen Branchen geschafft werden, dazu gehörten die Industrie und der Handel. Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnet unter den Bundesländern weiterhin der Stadtstaat Bremen mit 11,7 Prozent, die niedrigste der Freistaat Bayern mit 4,4 Prozent.
"Ein Alarmsignal"
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bezeichnete den Anstieg der Arbeitslosenzahl auf mehr als drei Millionen als "ein Alarmsignal". Das gelte auch für Firmeninsolvenzen. "Wir haben bereits viele Hilfen für die Wirtschaft beschlossen. Aber es reicht noch nicht", betonte er auf der Plattform X. "Der Wirtschaftsaufschwung muss zentrales Thema dieses Jahres sein."
Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisierte Teile der Bundesregierung. Es helfe dem Arbeitsmarkt nicht, Arbeitnehmer schlecht zu reden. "Trotz erster Erholung der Konjunktur tritt der Arbeitsmarkt immer noch auf der Stelle", sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel. "Den Sozialstaat kaputt zu reden und jeden Tag aufs Neue die Beschäftigten anzugreifen, schafft keine neuen Jobs und kein Wirtschaftswachstum."
Weniger offene Stellen
Nach Angaben der Bundesagentur wird es für Arbeitslose auch schwieriger, eine neue Stelle zu finden. Die Zahl der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten offenen Stellen sank auf 598.000. Das sind 34.000 weniger als vor einem Jahr. Besonders für Ungelernte sei es schwer, einen Job zu finden. "Die Arbeitslosigkeit bei Akademikern liegt bei 3,3 Prozent, die bei Helfern bei 21,4 Prozent", erläuterte Nahles.
Im Januar erhielten der Statistik zufolge 1,142 Millionen Menschen in Deutschland Arbeitslosengeld. Dem stehen 3,826 Millionen erwerbsfähige Bürgergeldempfänger gegenüber. Diese Zahl enthält jedoch auch diejenigen, die einer Arbeit nachgehen, die aber über Bürgergeld ihre Bezüge aufstocken müssen, um existieren zu können.
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hofft auf die Wirkung der Konjunkturspritzen des Staates auch für den Arbeitsmarkt. "Als Bundesregierung investieren wir mit 500 Milliarden Euro gegen die Konjunkturflaute an und bauen unnötige Bürokratie ab", sagte sie. "Darüber hinaus investieren wir in Qualifizierung und Weiterbildung, um den Strukturwandel zu gestalten und die Beschäftigten fit zu machen für den Arbeitsmarkt von morgen."
41.000 ohne Lehrstelle
Auf dem Ausbildungsmarkt waren im Januar noch 64.000 junge Leute bei den Arbeitsagenturen auf der Suche. 23.000 hatten zwar Alternativen, wollten aber trotzdem noch weiter suchen. 41.000 hatten nach Erkenntnissen der Arbeitsagenturen überhaupt noch keine Stelle. Die tatsächliche Zahl dürfte weitaus höher liegen, weil nicht alle Bewerber sich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz an die Arbeitsagenturen wenden.
Das Angebot an Ausbildungsplätzen sei einfach zu klein, sagte Nahles. "Wir haben nicht genügend gemeldete offene Stellen." Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger widersprach: "Nur gut die Hälfte der Unternehmen kann einen Großteil ihrer Ausbildungsplätze besetzen", sagte er. Fehlende Bewerbungen und nicht ausreichende Qualifikation der Bewerber seien die größten Hemmnisse. "Wir brauchen bessere Schulbildung und bessere Berufsorientierung."
Arbeitsministerin Bas appellierte an die Arbeitgeber, auch in Zeiten der Krise in Ausbildung zu investieren. "Denn die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen, und die werden angesichts des demographischen Wandels dringend gebraucht", sagte sie. Im Jahr 2026 sinkt erstmals seit vielen Jahren die Zahl der Beschäftigten in Deutschland. "Die Demographie macht jetzt ernst", sagte Andrea Nahles./dm/DP/men
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