- Russland griff Kiew und andere Städte mit Raketen an.
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Im Zentrum von Kiew waren in der Nacht heftige Explosionen zu hören. Dabei wurden in der Dreimillionenstadt mindestens vier Menschen getötet und 58 weitere verletzt, wie Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram schrieb. 40 von ihnen würden stationär behandelt, darunter zwei Kinder. Mehrere Gebäude wurden demnach beschädigt und gerieten in Brand. Viele Einwohner suchten Zuflucht in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern. Kurzzeitig kam es auch zu Stromausfällen und Problemen bei der Wasserversorgung. Im Morgengrauen zeugten schwarze Rauchwolken über dem Zentrum von Bränden.
In der Stadt Dnipro wurden bei dem nächtlichen Angriff Behördenangaben zufolge mindestens 6 Menschen getötet und 25 weitere verletzt. Davon würden 23 aktuell im Krankenhaus behandelt, darunter ein 13 Jahre altes Mädchen. In der östlichen Stadt Charkiw wurden dem Bürgermeister zufolge mindestens zehn Menschen verletzt. Russland griff auch Ziele in der Stadt Saporischschja an.
Laut der ukrainischen Luftwaffe setzte Moskau bei den Attacken auch ballistische Raketen und Marschflugkörper ein. Weder diese Angaben noch jene zu den Opferzahlen ließen sich unabhängig überprüfen.
Menschen unter Trümmern befürchtet
In Kiew stürzte im Bezirk Podilskyj ein mehrstöckiges Wohnhaus nach einem Angriff ein, wie Bürgermeister Klitschko auf Telegram schrieb. Es werde befürchtet, dass Menschen unter den Trümmern verschüttet sind. Anderswo habe ein Angriff die oberen Stockwerke eines 15-stöckigen Wohnhauses beschädigt. Es gebe mehrere Brände im Stadtgebiet.
Im westlichen Nachbarland Polen erklärte das Militär in der Nacht auf der Plattform X, angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine sei die Luftabwehr in Alarmbereitschaft versetzt worden, Militärflugzeuge seien aufgestiegen. In Polen kommt es bei größeren Angriffen in der Ukraine immer wieder zur Alarmierung der Luftabwehr, manchmal steigen dabei auch Kampfjets von Nato-Partnern auf.
Moskau: Angriffe gegen militärische Ziele
Das russische Verteidigungsministerium hat die Attacken als Vergeltung für ukrainische Angriffe gerechtfertigt. Am Abend zuvor hatte Kremlchef Wladimir Putin bei einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrats Kiew mit Blick auf einen Drohnenangriff auf ein Wohnheim im vom Russland besetzten ostukrainischen Gebiet Luhansk "Verbrechen gegen Kinder und Jugendliche" vorgeworfen. Bei der Attacke waren 21 junge Menschen ums Leben gekommen. Kiew habe dem "Konflikt damit eine neue Qualität gegeben", behauptete Putin, obwohl russische Angriffe in der Ukraine schon mehrfach deutlich höhere Opfer unter der Zivilbevölkerung gefordert haben.
Auch diesmal erklärte das russische Verteidigungsministerium, dass die Attacken mit "Hochpräzisionswaffen" allein militärischen Zielen im Nachbarland gegolten hätten. Die Schläge mit Hyperschallwaffen, ballistischen Raketen und Drohnen seien gegen "Unternehmen der Rüstungsindustrie in Kiew, Saporischschja, Charkiw und Dnipro, in den Gebieten Poltawa, Chmelnyzkyj und Sumy sowie gegen Objekte der Treibstoff- und Verkehrsinfrastruktur erfolgt, die im Interesse der ukrainischen Streitkräfte genutzt werden", heißt es in der Erklärung.
Angriff folgt auf deutliche Warnungen Selenskyjs
Russland hatte Kiew erst vor knapp zehn Tagen massiv mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte seit Ende vergangener Woche mehrmals vor einem weiteren massiven russischen Luftangriff. "Die Information des Geheimdienstes über einen möglichen massiven Angriff bleibt aktuell", sagte der Staatschef in einer Videobotschaft am Samstag. Er forderte die Ukrainer auf, Luftalarm nicht zu ignorieren.
Zwar sei die ukrainische Flugabwehr in Bereitschaft, erklärte Selenskyj. Jedoch räumte er ein, dass fehlender Nachschub westlicher Verbündeter für die Abwehr von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern Probleme bereite.
Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion./jbz/DP/stw
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