Sitka Gold (TSX-V: SIG / WKN: A2JG70) hat seiner Goldlagerstätte Rhosgobel im Yukon eine neue strategische Dimension hinzugefügt. Neben der bereits definierten Goldmineralisierung deuten jetzt umfangreiche Daten zur bereits gemeldeten Wolframmineralisierung darauf hin, dass die Lagerstätte im RC Gold-Projekt künftig nicht nur über Gold, sondern auch über ein potenziell äußerst werthaltiges Beiprodukt verfügen könnte! Das ist umso relevanter, als die Meldung auf einen Markt trifft, in dem Wolfram 2026 so stark in den Vordergrund gerückt ist wie seit Jahren nicht mehr.
Auslöser der neuen Entwicklung sind Röntgenfluoreszenz-Analysen auf Wolframtrioxid (WO3) aus 33 Bohrlöchern, die Sitka 2025 in die Rhosgobel-Intrusion niedergebracht hatte. Für zwei weitere Bohrungen stehen die Resultate noch aus. Insgesamt wurden rund 5.500 Proben aus 33 Diamantbohrlöchern zusätzlich untersucht, nachdem erste Multi-Element-Analysen im Bohrkern bereits erhöhte Wolframwerte angedeutet hatten. Ziel war es, Gehalt und Verteilung der Wolframmineralisierung innerhalb der Goldlagerstätte Rhosgobel präziser zu erfassen.
Die bisherigen Resultate zeichnen ein bemerkenswert konsistentes Bild: Alle für die Zusatzanalysen ausgewählten Bohrlöcher lieferten signifikante Wolframabschnitte. Sie liegen zudem sämtlich innerhalb der ersten Goldressourcenschätzung der Rhosgobel- Lagerstätte. Diese umfasst eine durch Tagebaugrenzen eingeschränkte Ressource von 2,25 Millionen Unzen Gold aus 100,68 Millionen Tonnen mit 0,70 Gramm Gold pro Tonne, beginnend an der Oberfläche und berechnet mit einem Cut-off-Gehalt von 0,30 Gramm Gold pro Tonne.
Gerade dieser Zusammenhang ist für Sitka Gold entscheidend. Denn Wolfram tritt damit nicht irgendwo am Rand des Systems auf, sondern innerhalb jenes Volumens, das bereits in die Ressourcenschätzung eingeflossen ist. Das erhöht die Relevanz des Metalls für die weitere Projektentwicklung erheblich.
Die gemeldeten Abschnitte fallen sowohl durch ihre Mächtigkeit als auch durch ihre räumliche Verteilung auf. Zu den auffälligeren Intervallen zählen etwa 50,0 Meter mit 0,222 % WO3 in Bohrloch DDRCRG-25-032, 70,7 Meter mit 0,149 % WO3 in DDRCRG-25-025 sowie 152,3 Meter mit 0,109 % WO3 in DDRCRG-25-033. Hinzu kommen 128,0 Meter mit 0,115 % WO3 in DDRCRG-25-006, 127,6 Meter mit 0,100 % WO3 in DDRCRG-25-039 und 113,2 Meter mit 0,116 % WO3 in DDRCRG-25-010. Besonders hochgradig fällt zudem ein kürzerer Abschnitt von 4,0 Metern mit 0,560 % WO3 in DDRCRG-25-033 aus. (Sitka Gold weist allerdings darauf hin, dass es sich bislang um Bohrkernlängen handelt; echte Mächtigkeiten lassen sich mit dem aktuellen Bohrabstand noch nicht sicher bestimmen.)
Die Wolframmineralisierung wurde bislang in sämtlichen Bohrlöchern über die 3 mal 2 Kilometer große Rhosgobel-Intrusion beobachtet. Sie tritt in groben Scheelit-Kristallen von bis zu 5 Zentimetern in untermetergroßen Quarz- und Quarz-Turmalin-Adern auf, außerdem in kleineren Kristallen von 0,5 bis 1 Zentimeter in zentimeterstarken, gebündelten Quarzadern, die die Quarz-Monzonit-Intrusion durchschneiden. Parallel dazu laufen erste metallurgische Untersuchungen, um zu prüfen, ob sich künftig ein Wolframkonzentrat zurückgewinnen ließe.
Für Sitka Gold bedeutet das: Rhosgobel könnte sich nicht nur als oberflächennahe Goldlagerstätte, sondern zugleich als Gold-Wolfram-System erweisen.
Der Zeitpunkt dieser Entwicklung ist bemerkenswert. Wolfram gehört – nicht nur – in Europa offiziell zu den strategischen Rohstoffen; die EU verweist ausdrücklich auf seine Nutzung in Raumfahrt und Verteidigung. In einem eigenen Factsheet beschreibt die Europäische Kommission Wolfram sogar als einen der wichtigsten Verteidigungsrohstoffe, unter anderem für hochfeste Anwendungen, Munition sowie Systeme für extreme Temperaturen. Genau deshalb wird das Metall im Marktumfeld zunehmend auch als „War Metal“ eingeordnet. Reuters berichtete im März zudem, dass praktisch alle im Krieg eingesetzten Lenkwaffen Wolfram enthalten, weil das Metall Panzerungen und unterirdische Ziele durchschlagen hilft.
Hinzu kommt eine außergewöhnlich starke Preisbewegung. Reuters meldete bereits Ende Januar Rekordstände bei den Wolframpreisen, getrieben von knappen Lagerbeständen, chinesischen Exportkontrollen und anhaltender Industrienachfrage. Anfang April lagen die europäischen Preise für Ammoniumparawolframat (APT) laut der China Tungsten Industry Association bei 2.800 bis 3.150 US-Dollar je mtu und damit 223,4 % über dem Jahresanfang. Fastmarkets sah Ferrowolfram in Rotterdam im März bei 200 bis 210 US-Dollar je Kilogramm Wolfram, nach 45 bis 46 US-Dollar ein Jahr zuvor. Gleichzeitig bleibt die Angebotsseite angespannt: Reuters zufolge sind Chinas Wolframexporte nach Einführung der Kontrollen um nahezu 40 % gegenüber dem Vorjahr gesunken, während China rund 80 % der weltweiten Minenproduktion stellt.
Für Sitka Gold rückt damit eine zusätzliche Wertkomponente in den Mittelpunkt, während Rhosgobel ohnehin bereits zu den wichtigsten Zielen innerhalb des RC Gold-Projekts zählt. Die Lagerstätte beginnt an der Oberfläche und ist in alle Richtungen offen. Das Unternehmen plant in diesem Jahr rund 30.000 Meter weitere Bohrungen auf dem Rhosgobel-Ziel. Damit würde sich die bislang dort niedergebrachte Bohrmeterzahl praktisch verdreifachen. Der Fokus dürfte nun nicht mehr allein auf der Erweiterung der Goldmineralisierung liegen, sondern auch auf der Frage, wie eng Gold- und Wolframverteilung räumlich zusammenhängen und wie sich beides in einem künftigen Lagerstättenmodell abbilden lässt.
Dass große, intrusionsgebundene Wolframsysteme durchaus im Tagebau entwickelt werden können, zeigt ein Vergleichsprojekt in Kanada: die Sisson-Lagerstätte von Northcliff Resources in New Brunswick. Dort werden 387 Millionen Tonnen in der Kategorie „Measured and Indicated“ mit 0,067 % WO3 sowie weitere 187 Millionen Tonnen in der Kategorie „Inferred“ mit 0,050 % WO3 ausgewiesen. Das Projekt wurde jüngst in Kanadas Liste nationenbildender Vorhaben aufgenommen und erhielt sowohl Unterstützung aus den USA als auch aus Kanada. Vor diesem Hintergrund erhalten die neuen Wolframdaten von Sitka Gold zusätzliche Bedeutung: Sie stellen Rhosgobel nicht nur als schnell wachsende Goldlagerstätte dar, sondern als Projekt, das sich in einem geopolitisch und industriell deutlich veränderten Rohstoffumfeld neu positioniert.
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