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Kursflaute bei Bayer: Darum kommt die Aktie nicht vom Fleck!

Während sich der Gesamtmarkt zuletzt stark erholen konnte, schauen Anlegerinnen und Anleger von Bayer in die Röhre. Doch für die Kursflaute gibt es gute Gründe.
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Bayer-Aktie verpasst Erholung: Was sind die Gründe für die Kursflaute?

Mit einer der beeindruckendsten Gewinnserien der vergangenen Jahrzehnte hat sich in den vergangenen Wochen vor allem der US-Markt zurückgemeldet. Der Technologieindex Nasdaq 100 verteuerte sich 13 Tage in Folge – eine solche Serie hat es seit 1992 nicht mehr gegeben. Am deutschen Aktienmarkt ging es zwar nicht ganz so schwungvoll zu, doch auch der DAX konnte sich gegenüber seinem März-Tief um bis zu 13,4 Prozent erholen.

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Vergleichsweise wenig zu holen, gab es hingegen für die Anlegerinnen und Anleger von Bayer. Die Aktie gehörte in den vergangenen Wochen zu den Underperformern am deutschen Aktienmarkt – zugegeben nach einem äußerst schwungvollen Jahresauftakt, sodass hier immer noch ein Plus von 8,5 Prozent zu Buche steht.

Daher stellt sich jetzt die Frage, ob und warum die Kursflaute anhalten könnte und sich Investoren auf eine längere Durststrecke einstellen müssen. Dazu zunächst der Blick in den Chart und anschließend auf fundamentale Entwicklungen.

Chart mit zählbaren Erfolgen, aber ...

Übergeordnet befindet sich die Bayer-Aktie in einem mehrjährigen Abwärtstrend. Nach einer Bodenbildung im Bereich von 20 Euro und einer längeren Seitwärtsphase im vergangenen Jahr konnte jedoch ein Erholungstrend etabliert werden. Dieser führte zu zählbaren Erfolgen, wie dem Überwinden der gleitenden Durchschnitte und einem Golden Cross im Juni letzten Jahres. Hier darf also von einer beginnenden Trendwende gesprochen werden.

Vor allem zwischen Ende November und Mitte Februar gelangen den Anteilen der Leverkusener starke Kursgewinne, wofür vor allem der Ausbruch über den Widerstand bei 30 Euro entscheidend war. Eine Kurslücke aus dem Dezember führte außerdem zu einem sogenannten Runaway Gap und damit einem starken, prozyklischen Kaufsignal.

... Erholung geht ihrem Ende entgegen

Mit einem Kurs knapp unter 50 Euro gelang den Käuferinnen und Käufern schließlich der höchste Stand seit September 2023. Zu Anschlusskäufen führte dieses Mehrjahreshoch und damit Kaufsignal jedoch nicht. Einerseits war die Aktie mit Blick auf den Relative-Stärke-Index (RSI) bereits überkauft, andererseits lagen zu diesem Zeitpunkt bereits bearishe Divergenzen vor.

Die technischen Indikatoren RSI und MACD konnten das Mehrjahreshoch der Aktie nicht mit eigenen Hochs bestätigen. Das legte ein Fehlsignal im Kursverlauf nahe und führte zu einer scharfen Korrektur unter die 50-Tage-Linie und bis an die Unterstützung bei 35 Euro.

Weitere Verluste zu befürchten

Gegenwärtig läuft zwar eine Erholung. Diese ist allerdings als äußerst fragil einzuschätzen. Erstens droht sie an der 50-Tage-Linie zu scheitern, was diese als Widerstand bestätigen würde. Und zweitens deuten die technischen Indikatoren bereits ihren Rückzug an. Der gerade erst über die Nulllinie verbesserte MACD droht sein Vorzeichen zu wechseln und damit einen Abwärtstrend der Aktie anzuzeigen. Gleichzeitig verliert der RSI nach dem Erreichen fortgeschrittener Niveaus an Schwung und Bayer (Bayer Aktie) damit an Rückenwind.

Auch die Verlaufsstruktur stimmt eher bearish. Gegenwärtig liegt eine flaggenähnliche Keilformation vor. Sollte diese nach unten aufgelöst werden, spräche das für ein Trendfortsetzungssignal zur Unterseite und damit mindestens ein erneutes Aufsetzen auf der bei 35 Euro liegenden Unterstützung.

Weitere Supports darüber hinaus sind die 200-Tage-Linie sowie das frühere Ausbruchsniveau um 30 Euro. Für eine Korrektur in diesen Bereich spricht die noch offene Kurslücke von Anfang Dezember. Neue Kaufsignale lägen aus technischer Perspektive erst für Notierungen nachhaltig oberhalb der 50-Tage-Linie wieder vor.

Fazit: Gegenwind auch durch die Bewertung

Neben der charttechnischen Ausgangslage ist gegenwärtig auch die Unternehmensbewertung ein Klotz am Bein der Aktie. Für 2026 ist Bayer bereits mit dem 20,7-Fachen seiner erwarteten Gewinne bewertet. Das liegt deutlich über den Vielfachen deutlich aussichtsreicherer und erfolgreicherer Mitbewerber wie Amgen (15,7) und Gilead (15,9). Selbst Novo Nordisk hat Investoren angesichts eines KGVe von 12,2 und einer Dividendenrendite von 4,2 Prozent mehr zu bieten.

Dazu kommen die noch immer ungelösten Rechtsstreitigkeiten um den mutmaßlich krebserregenden Unkrautvernichter Glyphosat. Zwar sind die Leverkusener einem möglichen Vergleich zuletzt deutlich näher gekommen, doch dessen Ausgang ist auch in der Höhe der zu entrichtenden Zahlungen weiter ungewiss. Das sorgt für fehlende finanzielle Visibilität.  Anlegerinnen und Anleger sollten sich daher von der Aktie fern halten – was an Gewinnen zu holen war, dürfte bereits realisiert worden sein – und lieber auf die leistungsstärkere Konkurrenz setzen.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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