Alibaba gegen Nvidia, Microsoft und Co: Wer liefert mehr KI-Fantasie?
Die Mag 7 starten in die Berichtssaison. Diesmal zählen keine Visionen mehr. Der Markt will sehen, ob Milliardeninvestitionen in KI endlich bei Umsatz, Margen und Gewinnen ankommen.
Für den Sektor der künstlichen Intelligenz beginnt jetzt der Härtetest. In den kommenden Tagen startet bei den "Magnificent Seven" die Berichtssaison. Daten von FactSet zeigen, dass die sieben Konzerne im ersten Quartal 2026 ihren Gewinn im Schnitt um 22,8 Prozent gesteigert haben dürften.
Ohne Nvidia (Nvidia Aktie) würde das Gewinnwachstum der Gruppe aber auf nur 6,4 Prozent fallen. Genau daran zeigt sich, wie stark der Boom bislang noch an einem einzelnen Konzern hängt.
Berichtssaison als Nagelprobe
Der Markt will nun wissen, ob Microsoft, Amazon (Amazon Aktie), Alphabet (Alphabet C Aktie) und Meta ihre milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren, Chips und Modelle schon in Umsatz, Margen und Gewinnwachstum übersetzen können.
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Reuters verweist darauf, dass die vier Konzerne 2026 zusammen rund 635 Milliarden US-Dollar in künstliche Intelligenz und Infrastruktur stecken könnten. Das erhöht den Druck, endlich sichtbare Renditen zu liefern.
Den Auftakt macht Tesla am 22. April. Der eigentliche Stresstest folgt dann am 29. April mit den Zahlen von Alphabet, Meta, Microsoft und Amazon. Apple legt am 30. April nach, Nvidia berichtet erst am 20. Mai.
Binnen weniger Tage bekommt der Markt damit ein ziemlich klares Bild davon, ob künstliche Intelligenz bei den großen Plattformkonzernen schon ein belastbares Geschäft geworden ist oder ob vorerst weiter vor allem Nvidia an der Infrastruktur verdient.
Bei Alphabet wird vor allem auf das Cloud-Wachstum und die Monetarisierung von Gemini geschaut. Bei Meta bleibt entscheidend, ob das Werbegeschäft stark genug ist, um die aggressive Investitionsoffensive weiter locker zu finanzieren.
Microsoft muss zeigen, dass Azure und Copilot den hohen Erwartungen standhalten. Amazon wiederum steht unter Druck zu beweisen, dass die enormen Ausgaben bei Amazon Web Services und in der Partnerschaft mit Anthropic schon heute erste harte Ertragsspuren hinterlassen.
Apple bleibt Sonderfall
Der Konzern tritt beim Thema generative künstliche Intelligenz deutlich defensiver auf als seine großen Rivalen. Für Anleger wird deshalb vor allem wichtig sein, ob Apple operative Stabilität beim iPhone und im Servicegeschäft zurückgewinnt und ob der Konzern im Wettlauf um künstliche Intelligenz nicht den Anschluss verliert.
Reuters berichtete zuletzt, dass die weltweiten iPhone-Auslieferungen im ersten Quartal um 5 Prozent gestiegen sind. In China lag das Plus sogar bei 20 Prozent.
Der wichtigste Bezugspunkt bleibt dennoch Nvidia. Der Konzern meldete im zuletzt berichteten Quartal 68,1 Milliarden US-Dollar Umsatz, davon 62,3 Milliarden US-Dollar im Rechenzentrumsgeschäft. Genau dort wird im Boom um künstliche Intelligenz bislang das meiste Geld verdient.
Alle anderen müssen jetzt beweisen, dass sie auf dieser Infrastruktur nicht nur Rechenlast erzeugen, sondern daraus auch dauerhaft profitable Geschäftsmodelle bauen können.
Alibaba zeigt zwar, wie sich eine ähnliche Logik in China aufbauen lässt, liegt ökonomisch aber noch zurück. Der Konzern konnte den Umsatz nur leicht steigern, während der Nettogewinn um 66,3 Prozent einbrach. Gleichzeitig wuchs das Cloud-Geschäft um 36 Prozent. Strategisch ist das beachtlich. Im direkten Vergleich mit Microsoft, Meta, Amazon oder Nvidia fehlt Alibaba aber noch die gleiche Gewinnqualität.
Unterm Strich läuft alles auf eine einfache Frage hinaus: Wer kann künstliche Intelligenz schon heute glaubhaft in Umsatz, Margen und Gewinnwachstum übersetzen? Bei der Fantasie holen viele auf. Bei der Ertragskraft liegen die "Magnificent Seven" und innerhalb dieser Gruppe vor allem Nvidia bislang weiter klar vorn.
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