Auslöser des Flash-Crashs war, dass US-Präsident Trump als Reaktion auf einen Politikwechsel in Peking eine “massive Erhöhung der Zölle” auf chinesische Importe angedroht. Am Donnerstag erklärte das chinesische Handelsministerium, dass ausländische Unternehmen für den Export von Produkten, die mehr als 0,1 Prozent Seltene Erden aus dem Land enthalten, eine Lizenz benötigen. Die Meldung traf auf ohnehin nervöse Märkte, nachdem der Aktienmarkt in den USA im Zuge des andauernden KI-Hypes von einem Hoch zum nächsten geeilt war. Der S&P 500 verlor 2,7 Prozent und der Nasdaq korrigierte um mehr als 3,5 Prozent.
Als Donald Trump anschließend zusätzliche Zölle von bis zu 100 Prozent auf chinesische Importe, neue Exportbeschränkungen für kritische Software ankündigte und es hieß, er habe ein Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping abgesagt, konzentrierten sich nach Börsenschluss die Marktturbulenzen auf den rund um die Uhr handelbaren Krypto-Markt. Auch hier kam es nach dem jüngsten Bitcoin-Allzeithoch zu starker Euphorie und einer sehr bullischen Positionierung der Anleger. Später erklärte der US-Präsident jedoch, er sei nach wie vor zu einem Treffen mit Xi bereit und könnte die Zollerhöhung zurücknehmen, wenn China vor dem 1. November umschwenkt. Möglich also, dass sich die Verwerfungen doch wieder schneller erledigt haben, als zunächst gedacht.
Für einen faden Beigeschmack sorgt dabei ein Trader, der erst gestern eine massive Short-Position auf Bitcoin und Ethereum aufgebaut hatte und damit über 160 Millionen US-Dollar an Profit eingestrichen hat. Das Timing des Investments legt Insider-Informationen aus dem Trumpschen Dunstkreis nahe.
Während der Aktienmarkt also bereits überhitzt war und nach Gründen für einen Rücksetzer suchte, nahm das Leverage im Altcoin-Sektor zuletzt ebenfalls wieder überhand. Grund dafür ist auch der Erfolg der Perpertual-Futures-Börse Hyperliquid. Krypto-Anleger, die zum Farmen der Airdrops neuer Perp-Plattformen gehebelte Positionen auf Bitcoin und Co. eingingen, sorgten für einen hohen Leverage. Nachdem teils sämtliche Long-Positionen aus den Orderbüchern eliminiert wurden, kam es gar zu einem Auto-Deleveraging von Short-Positionen.
Krypto-Analyst Conor Grogan berichtet aus dem Hyperliquid-Universum: “Ich habe 1010 Trader gezählt, die heute mehr als 100.000 US-Dollar verloren haben und 206 Trader, die heute mehr als eine Million US-Dollar auf Hyperliquid verloren haben. 358 dieser Konten haben alles verloren und haben ~0 Guthaben, einschließlich einer Person, die alle 19 Millionen US-Dollar auf ihrem Konto verloren hat.” Auch Krypto-Trader “Machi Big Brother” hat es bei dem Blutbad erwischt, doch sieht es sportlich:
Quellen
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