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Gericht in Brest verhandelt Fall um russische Schattenflotte

BREST (dpa-AFX) - In Frankreich muss sich der Kapitän des vor fünf Monaten festgesetzten Öltankers "Boracay", der der russischen Schattenflotte zugerechnet wird, an diesem Montag (13.30 Uhr) einem Gerichtsverfahren stellen. Der chinesische Kapitän steht im westfranzösischen Brest vor Gericht, weil er offizielle französische Anweisungen nicht befolgt haben soll, als französische Seestreitkräfte den Tanker Ende September vor der bretonischen Küste aufbrachten.

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Der Tanker wurde damals laut Staatsanwaltschaft der russischen Schattenflotte zugerechnet. Damit sind Tanker und andere Frachtschiffe gemeint, die Russland zur Vermeidung von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt. Frankreich schätzt die Größe der Flotte mittlerweile auf 1.000 bis 1.200 Schiffe, wovon 650 bis 700 mit Sanktionen belegt sind.

Die "Boracay", die zuvor auch unter dem Namen "Pushpa" unterwegs war, transportierte nach Vermutung der Staatsanwaltschaft Öl (Rohöl) von Russland nach Indien. Sie konnte ihre Fahrt nach einigen Tagen fortsetzen.

Ob der chinesische Kapitän zu der Verhandlung erscheinen wird, ist offen. Er wird in Frankreich durch einen Anwalt vertreten. Nicht Gegenstand des Gerichtsverfahrens sind Mutmaßungen, wonach der Tanker zuvor beim Passieren der dänischen Küste in Drohnen-Störfälle verwickelt gewesen sein könnte. Diese führten vor allem in der Hauptstadt Kopenhagen zu erheblichen Einschränkungen des Flugverkehrs. Die EU warnt schon länger davor, dass Schiffe der Schattenflotte als Plattform für den Start von Drohnen für Stör- oder Spionageangriffe genutzt werden können./evs/DP/jha


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