Mann mit Wirtschaftszeitung (Symbolbild).
Quelle: - pixabay.com:
Google
dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 192

Fischer im Norden weiter in schwieriger Lage

RENDSBURG (dpa-AFX) - Fangmenge und Ertrag der schleswig-holsteinischen Fischerei sind 2024 zurückgegangen. Die Fischer landeten im vergangenen Jahr 30.387 Tonnen Fisch im Wert von 55,3 Millionen Euro an, wie der Landesfischereiverband Schleswig-Holstein zu seiner Mitgliederversammlung mitteilte. Im Vorjahr waren es noch 32.044 Tonnen im Wert von 58,1 Millionen Euro. Die Zahl der Kutter im Haupterwerb nahm im Jahresvergleich um einen auf 154 zu. 68 Kutter waren auf der Ostsee aktiv, 86 in der Nordsee.

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern

Nach Angaben des Verbands leidet die gesamte Fischerei unter der allgemeinen Teuerung. Vor allem seien Kraftstoffe trotz gesunkener Rohölpreise weiter teuer. Der Ausbau der Windenergie auf See sowie Fischereiverbote in Schutzgebieten reduzierten die verfügbaren Fanggebiete.

Die Quoten für Dorsch und Hering - nur noch als Beifang zulässig - seien nicht einmal ausgeschöpft worden. Gefischt wurde vor allem auf Plattfischarten.

Null-Fangquoten für Dorsch und Hering

Die Bestände von Dorsch und Hering in der Ostsee erholen sich allerdings nicht wie erhofft. Deshalb empfahl der internationale Rat für Meeresforschung (ICES) bereits im Mai erneut Null-Fangquoten für das kommende Jahr. In der zentralen Ostsee östlich von Bornholm sieht es beim Hering jedoch besser aus: Dort schlug der ICES eine Erhöhung der Fangmenge um 26 Prozent vor.

Beim Dorsch fehlt jedoch jede Spur von Erholung - sowohl in der westlichen als auch in der östlichen Ostsee. Für beide Bestände blieb die Empfehlung einer Null-Fangquote bestehen. Die ICES-Daten fließen in die Festlegung der europäischen Fischfangquoten ein. Einmal im Jahr entscheiden die EU-Staaten, wie viel Fisch aus der Ostsee gefangen werden darf. Grundlage ist ein Vorschlag der EU-Kommission, der auf den wissenschaftlichen Empfehlungen des ICES basiert.

Die Zeit drängt

Ob sich der Dorsch ohne Fangverbot erholen kann, bezweifelt Thorsten Reusch vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. "Beim Dorsch ist es schwierig, weil der wirklich so weit unten ist, dass der überhaupt mal wieder einen Ansatz haben muss, dass er vielleicht noch hochkommt", sagte der Leiter der Forschungseinheit Marine Ökologie im Umwelt- und Agrarausschuss des Landtages in Kiel.

"Die Zeit drängt, weil im Augenblick die letzten Heringe und Dorsche ganz legal und gegen den wissenschaftlichen Rat des internationalen Rats für Meeresforschung weggefangen werden", kritisierte Reusch. Die Fische dürften weder gefangen noch geangelt oder anderweitig entnommen werden - sie müssten geschützt werden./moe/xil/DP/zb

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend