FRANKFURT (dpa-AFX) - Höhere Teuerung, weniger Wirtschaftswachstum - der Iran-Krieg wird zum Stresstest für Banken und Unternehmen im Euroraum. "Der aktuelle Schock bei der Energieversorgung birgt Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum", fasst EZB-Vizepräsident Luis de Guindos Ergebnisse des jüngsten Finanzstabilitätsberichts der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen.
Für dich zusammengefasst:
Der Iran-Krieg wird ein Stresstest für den Euroraum.
Er erhöht die Marktvolatilität und steigert Finanzierungskosten.
Die EZB beobachtet die Risken im Privat-Credit-Markt.
"Er könnte zudem die Marktvolatilität erhöhen und die Schuldendienstfähigkeit beeinträchtigen, da die Finanzierungskosten in einem Umfeld mit schwächerem Wirtschaftswachstum steigen."
Bis ins Jahr 2026 hinein hätten sich das globale Finanzsystem und die Realwirtschaft trotz einer Reihe von Schocks als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen, hält die Notenbank fest. Der Krieg im Nahen Osten stelle diese Widerstandsfähigkeit auf die Probe. "Die akuten geoökonomischen Spannungen werden durch die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich des globalen Handels und der internationalen Zusammenarbeit noch verstärkt", schreibt die EZB.
Sorgenvoller Blick auf Privat-Credit-Markt
Mit Sorge beobachtet die EZB die oft intransparente Kreditvergabe durch Nichtbanken. Zwar dürfte der Privat-Credit-Markt für sich genommen nach Einschätzung der Notenbank derzeit keine Gefahr für die Finanzstabilität im Euroraum darstellen. Undurchsichtigkeit, Konzentration sowie das Potenzial für Ausstrahlungseffekte des privaten Kreditmarktes gäben jedoch "Anlass zur Sorge".
Die EZB warnt: "Eine plötzliche Kehrtwende der Marktstimmung könnte dazu führen, dass sich finanzielle Spannungen auf breitere Märkte ausweiten und erhebliche Bewertungsverluste verursachen." In den USA hatten im ersten Quartal Privatanleger vermehrt Geld aus Private-Debt-Fonds abgezogen./ben/DP/jsl
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