Die wehende Flagge der EU.
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Europäische Aktien vor Comeback – doch reicht das gegen die USA?

Europas Börsen stehen vor einer möglichen Aufholjagd – doch nicht ohne Risiko. Während die USA von Tech-Giganten profitieren, setzen Investoren in Europa auf Banken, Osteuropa und zyklische Werte. Entscheidend wird sein, ob Deutschland seine Konjunkturimpulse umsetzt und die EU endlich Reformen anpackt. Ohne sie droht der Standort im Wettlauf mit den USA erneut ins Hintertreffen zu geraten.
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Der Euro Stoxx 50 verzeichnet im laufenden Jahr bislang ein Wachstum von um die 10 Prozent. Die 50 Aktienunternehmen gehören damit zu den stärksten Performer­n unter den europäischen Blue Chips.

Europas Börsen könnten in den kommenden Monaten noch stärker ins Laufen kommen. Francesco Sedati, Head of Equity Research & Portfolio Management bei Eurizon, sieht ein stabiles makroökonomisches Umfeld mit moderatem Wachstum. Fiskalische Impulse aus Deutschland könnten die Dynamik in der zweiten Jahreshälfte 2025 und im Jahr 2026 zusätzlich beschleunigen. "Das schafft positive Rahmenbedingungen für Aktien, insbesondere nach der Klärung der Zollunsicherheit", erklärte Sedati.

Während in den USA Zinssenkungen erwartet werden, ist unklar, ob das schwächere Arbeitsmarktumfeld und die Zollpolitik ausreichend geldpolitischen Spielraum eröffnen. Eurizon rechnet dennoch mit einer Konvergenz von Wirtschafts- und Gewinnwachstum zwischen Europa und den USA. Das könnte sich als Vorteil für europäische Aktien erweisen, die nach wie vor mit einem Abschlag gehandelt werden.

Banken, Osteuropa und Zykliker im Fokus

Besonders optimistisch zeigt sich Sedati für den Bankensektor. Seit 2020 habe sich die Rentabilität deutlich verbessert, die Bewertungen spiegelten dies jedoch noch nicht wider. Künstliche Intelligenz könne zudem Kosten im Back- und Front-Office senken und die Effizienz steigern. Auch Osteuropa biete Chancen:

"Mehrere Länder sind nach wie vor sehr günstig bewertet. Sollte es zu einer Lösung im Ukraine-Konflikt kommen, wäre das Potenzial für Makroökonomie und Unternehmensgewinne erheblich."

Zyklische Werte hätten nach Einschätzung Sedatis ebenfalls Luft nach oben. Defensive Branchen wie Basiskonsumgüter oder Gesundheitswesen stünden dagegen vor strukturellen Risiken – etwa durch veränderte Konsumtrends oder unsichere Pipelines.

Risiken durch Reformstau

Das größte Risiko sieht Eurizon in mangelnden Strukturreformen. Sollten die von Deutschland angekündigten Konjunkturmaßnahmen ausbleiben und die EU regulatorische Hürden nicht abbauen, könnte der Standort im globalen Vergleich zurückfallen. "Ohne Reformen droht Europa historisch gesehen ein Nachteil gegenüber den USA", warnte Sedati.

Auch Spannungen um die Staatshaushalte dies- und jenseits des Atlantiks könnten die Märkte belasten. Eurizon stuft mögliche Rückschläge jedoch als Kaufgelegenheiten ein – solange die Inflationslage stabil bleibt.

Autor: sbh-Redaktion/neb


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