Visuelle Darstellung von künstlicher Intelligenz.(Symbolbild)
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Vom Turbo zum Risiko: Warum Anleger die KI-Rallye neu bewerten

Künstliche Intelligenz treibt die Märkte seit Jahren an. Nun wächst die Sorge, dass genau sie Gewinne, Geschäftsmodelle und ganze Branchen bedroht.
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Künstliche Intelligenz gilt noch als jung. An der Börse war sie zuletzt der wichtigste Kurstreiber, doch jetzt wird sie zur Belastung. Anleger fürchten, dass der enorme Kapitalbedarf und die Umwälzungen ganzer Branchen den Markt schwächen könnten. Der S&P 500 und der Nasdaq Composite schlossen an zwei Tagen in Folge niedriger. Besonders stark traf es den technologiegeprägten Nasdaq.

Zweifel an Milliarden und neue Konkurrenz

Unruhe brachte ein Bericht des Wall Street Journal. Er stellte infrage, ob Nvidia (Nvidia Aktie) seine Vereinbarung mit OpenAI über bis zu 100 Milliarden US-Dollar wie geplant umsetzen kann. Nvidia wies das zurück und erklärte, man habe bis zur zweiten Jahreshälfte Zeit für die Finanzierung. Gleichzeitig sorgt das KI-Modell Claude von Anthropic für Nervosität. Mit Angeboten wie Claude Cowork und Claude Legal könnte es etablierten Anbietern wie LegalZoom, Thomson Reuters oder ServiceNow Marktanteile abnehmen.

Die große Angst hinter den Schlagzeilen

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Hinter diesen Meldungen steckt mehr. Investoren fragen sich, wie KI-Firmen die gewaltigen Summen für weiteres Wachstum aufbringen wollen. OpenAI allein hat Ausgaben von einer Billion US-Dollar zugesagt. Ed Yardeni von Yardeni Research warnt seit Ende letzten Jahres: "KI zwingt die Magnificent Seven, stärker miteinander zu konkurrieren und ihre Ausgaben für KI-Infrastruktur deutlich zu erhöhen." Daraus folgt für Anleger eine klare Botschaft: Nicht jeder Technologiekonzern wird ein Gewinner sein.

Wenn KI ganze Firmen ersetzt

Tom Essaye von Sevens Report geht noch weiter: "Wenn KI beginnt, ganze große Sektoren der Technologie überflüssig zu machen, ist das ein Problem für den Nasdaq und den S&P 500." Kurz- und mittelfristig könnten Gewinnverluste Effizienzgewinne überlagern. Software macht laut Essaye mehr als 40 Prozent des Technologiesektors aus. Kevin Dempter von Renaissance Macro Research verweist darauf, dass Softwareaktien im S&P 500 ihre schwächste Fünf-Tage-Phase seit dem Covid-Ausbruch erlebt haben.

Neue Strategien für nervöse Anleger

Dempter sieht einen Stimmungswechsel. "Was ein bullisches Umfeld massiver KI-Investitionen war, kippt in einen bärischeren Ton", schreibt er. Branchenverdrängung, Entlassungen und möglicher Kreditstress belasteten. Chris Senyek von Wolfe Research hält die Lage für einen weiteren KI-Schreck. "Innerhalb der Technologie würden wir Schwäche nutzen, um KI-nahe Halbleiteraktien zu kaufen", erklärt er und favorisiert Konsumtitel.

Yardeni verweist ebenfalls auf Ausrüster der Halbleiterindustrie. Sie profitierten von steigender Nachfrage nach Kapazität. Essaye sieht Chancen in zyklischen Branchen wie Industrie, Finanzen, Rohstoffen und Energie sowie bei Nebenwerten. Für den Konsum nennt er den VanEck Retail Exchange Traded Fund oder den State Street (State Street Aktie) SPDR S&P Retail Exchange Traded Fund. Händler physischer Waren seien ein Zufluchtsort vor KI-Konkurrenz. Sein Fazit lautet: "Ende 2025 haben wir gelernt, dass der Rest des Marktes standhalten kann, wenn Technologie schwach ist, solange das Wachstum solide bleibt."

Autor: Ariva-Redaktion/sr


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