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Japan-Wahl am 8. Februar: Kommt jetzt der Markt-Schock?

Die LDP soll laut Nikkei am 8. Februar die Mehrheit holen. Doch Steuersenkungen könnten Bonds und Yen erneut erschüttern. Ein Ex-Vize-Finanzminister warnt.
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Die Liberaldemokratische Partei, kurz LDP, von Japans Premierministerin Sanae Takaichi steuert laut einer Umfrage der Zeitung Nikkei auf Zugewinne zu. Demnach könnte die LDP bei der Parlamentswahl am 8. Februar die Mehrheit im Unterhaus zurückerobern.

Nikkei erwartet mehr als 233 Sitze und damit eine absolute Mehrheit. Insgesamt werden 465 Mandate vergeben. Vor der Wahl hielt die LDP 198 Sitze. Die Zeitung stützt sich nach eigenen Angaben auf eigene Recherchen sowie auf eine gemeinsam mit der Zeitung Yomiuri am 27. und 28. Januar durchgeführte Umfrage.

Takaichi hatte die vorgezogene Wahl angesetzt, um Rückendeckung für eine expansive Finanzpolitik zu bekommen. Genau das verunsicherte Investoren. Anleiherenditen zogen an, weil der Markt zusätzliche Schulden und weitere Steuersenkungen einpreist.

Die LDP regiert bislang mit der Japan Innovation Party, genannt Ishin. Gemeinsam hat das Bündnis im Unterhaus nur eine knappe Mehrheit, im Oberhaus ist es in der Minderheit.

Hiroshi Watanabe, früher Vize-Finanzminister für internationale Angelegenheiten, warnte laut Reuters vor einer erneuten Marktreaktion, falls die Politik über die bisherigen Zusagen hinausgeht. “Wir schaffen es irgendwie, vorerst die Stellung zu halten, aber es ist wirklich knapp", sagte Watanabe. Er sieht ein "Truss-Schock"-ähnliches Risiko, falls die LDP aus Wahlkampfgründen weitere Entlastungen bei der Umsatzsteuer anstößt.

Im vergangenen Monat hatten die Märkte bereits heftig reagiert, nachdem Takaichi eine Senkung der Verbrauchssteuer auf Lebensmittel für zwei Jahre angekündigt hatte. Superlangfristige Staatsanleihen wurden verkauft, und der Yen rutschte auf ein Niveau, das zuvor Yen-Kaufinterventionen ausgelöst hatte. Inzwischen stabilisierte sich die Lage. Reuters zufolge erholte sich der Yen auf etwa 154 Yen je US-Dollar, auch wegen Spekulationen über sogenannte Zinsprüfungen.

Watanabe hält eine dauerhafte Yen-Erholung dennoch für schwer. Er verweist auf die Staatsfinanzen, ein strukturelles Handelsdefizit und den unsicheren Zinspfad der Bank of Japan. "Es besteht die Möglichkeit, dass der Yen kurzzeitig auf 140 pro US-Dollar steigt", sagte er.

"Aber es ist schwer vorstellbar, dass sich die Aufwertung des Yen fortsetzt."

Am Aktienmarkt erwarten Strategen für 2026 wenn dann moderate Zugewinne. “Unser Ziel für den Nikkei 225 zum Ende des Jahres 2026 liegt bei 54.000 Punkten", sagte Nozomi Moriya, Aktienstratege bei UBS Securities Japan. Ein Sprung auf 60.000 Punkte gilt als unwahrscheinlich. Takahide Kiuchi vom Nomura (Nomura Aktie) Research Institute sieht dafür nur bei anhaltender Inflation und einer weiteren Überhitzung rund um künstliche Intelligenz realistische Chancen.

Als Risiken bleiben ein zu schwacher Yen und ein möglicher Einbruch bei KI-Aktien. Moriya warnt, Bewegungen um 155 Yen je US-Dollar seien noch beherrschbar. Sollte der Yen aber in Richtung 160 fallen, werde es für japanische Aktien schwieriger, allein dadurch weiter zu steigen. Kiuchi ergänzt, ein Abflauen des KI-Booms in den Vereinigten Staaten könnte Japan besonders stark treffen, vor allem wenn gleichzeitig der Yen aus Risikoaversion aufwertet.

Autor: sbh-Redaktion/neb


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