Der britische Spirituosenriese Diageo, zu dessen Markenportfolio unter anderem Johnnie Walker und Guinness gehören, hat Anleger mit einem Doppelschlag enttäuscht: schwächere Halbjahreszahlen und eine drastisch reduzierte Ausschüttung.
Für die sechs Monate bis Ende Dezember 2025 sank der Nettoumsatz auf 10,46 Milliarden US-Dollar nach 10,90 Milliarden Dollar (Dollarkurs) im Vorjahr. Organisch betrug das Minus 2,8 Prozent. Analysten hatten laut FactSet mit 10,53 Milliarden Dollar gerechnet. Der operative Gewinn ging auf 3,12 Milliarden Dollar zurück, nach 3,16 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Vor Sondereffekten lag das Minus bei knapp 3 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie fiel um 2,5 Prozent auf 0,953 Dollar. Unter dem Strich stieg der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn leicht auf 2,0 Milliarden Dollar.
Noch schwerer wiegt aus Sicht vieler Investoren jedoch die Dividendenentscheidung. Der Vorstand beschloss eine Zwischendividende von 0,20 US-Dollar je Aktie – nach 0,405 Dollar im Vorjahr. Künftig will Diageo (Diageo Aktie) 30 bis 50 Prozent des Gewinns ausschütten, mindestens jedoch 50 Cent je Aktie pro Jahr. "Der Vorstand hat die schwierige Entscheidung getroffen, die Dividende auf ein angemesseneres Niveau zu senken, was die Stärkung unserer Bilanz beschleunigen wird", erklärte CEO Dave Lewis. Ziel sei es, die finanzielle Flexibilität zu erhöhen und langfristig stärkeren Shareholder Value zu schaffen.
Operativ kämpft der Konzern mit Gegenwind in seinen wichtigsten Märkten. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Diageo nun mit einem organischen Umsatzrückgang von 2 bis 3 Prozent. Zuvor war ein stabiler bis leicht rückläufiger Umsatz in Aussicht gestellt worden. Beim organischen operativen Gewinn erwartet das Management nun eine Entwicklung von unverändert bis zu niedrig einstelligen Zuwächsen. Hintergrund sind vor allem die Schwäche in den USA und bei chinesischen Weißspirituosen sowie die Auswirkungen von Zöllen.
Lewis sprach von einer "durchwachsenen" Entwicklung im ersten Halbjahr. Starke Ergebnisse in Europa, Lateinamerika und Afrika seien durch eine schwächere Entwicklung in Nordamerika und anhaltende Schwäche im Asien-Pazifik-Raum überlagert worden. In den USA drückten sinkende verfügbare Einkommen und der Wettbewerb durch günstigere Alternativen auf die Nachfrage.
Finanzchef und CEO machten zugleich klar, dass strategische Kronjuwelen nicht zur Disposition stehen. Man beabsichtige weder Guinness noch die Beteiligung an Moët Hennessy zu verkaufen. Vielmehr wolle man "ein Portfolio aufbauen, das unter allen wirtschaftlichen Bedingungen effektiv ist", so Lewis.
An der Börse kamen die Nachrichten dennoch schlecht an. Die Aktie verlor in London zeitweise fast 8 Prozent und war damit größter Verlierer im FTSE 100.
Fazit: Das einzig Hochprozentige bei Diageo sind derzeit die Spirituosen. Die Aktie kann da nicht mithalten. Zwischen nachlassender Dynamik in den Kernmärkten, reduzierter Dividende und gedämpfter Prognose fehlt es an kurzfristigen Impulsen. Anleger sollten das Papier vorerst vom Seitenrand aus beobachten.
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