Nicolas Fuchs
Nicolas Fuchs Im Jahr 2023 hat Deutschland im Rahmen der internationalen Klimafinanzierung anderen Staaten insgesamt 9,9 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Diese Zahl geht aus einer aktuellen Meldung der Bundesregierung an die EU-Kommission hervor, die am Freitag von verschiedenen Ministerien in Berlin veröffentlicht wurde. Damit leistet Deutschland seinen Beitrag zur Erfüllung des internationalen Versprechens, Entwicklungsländer mit jährlich 100 Milliarden Dollar (Dollarkurs) bei Klimaschutzmaßnahmen und Anpassungsstrategien zu unterstützen.
Svenja Schulze, Bundesentwicklungsministerin (SPD), unterstrich in einer Stellungnahme die Verlässlichkeit Deutschlands als Partner in der internationalen Klimafinanzierung. Schulze betonte, dass die Anpassung an den Klimawandel für viele Länder von zentraler Bedeutung sei, da insbesondere ärmere Nationen oft stärker von den Folgen der Erderwärmung betroffen seien. Der finanzielle Beitrag Deutschlands ermögliche es diesen Ländern, konkrete Maßnahmen zum Schutz vor Klimafolgen zu ergreifen und sich klimaneutral aufzustellen.
Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) hob hervor, dass der Umbau der globalen Energieversorgung ein zentraler Schwerpunkt der deutschen Klimafinanzierung sei. „Über die finanzierten Projekte beraten wir zahlreiche Länder bei konkreten Schritten zum Ausbau von erneuerbaren Energien, Wasserstoffproduktion und einer nachhaltigen, klimafreundlichen Infrastruktur“, erklärte Habeck. Diese Maßnahmen tragen nicht nur zum globalen Klimaschutz bei, sondern fördern auch die wirtschaftliche Entwicklung in den Empfängerländern, indem sie Arbeitsplätze schaffen und den Zugang zu nachhaltiger Energie verbessern.
Von den 9,9 Milliarden Euro, die Deutschland 2023 für weltweite Klimaprojekte bereitgestellt hat, stammen 5,7 Milliarden Euro direkt aus Haushaltsmitteln. Dies stellt jedoch einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr dar, als noch 6,4 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung standen. Diese Reduktion spiegelt die Kürzungen im Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wider. Trotz der Einsparungen in den Haushaltsmitteln konnte jedoch ein Zuwachs bei den durch staatliche Unterstützung mobilisierten Marktmitteln verzeichnet werden.
Im Jahr 2023 konnten durch Kredite, beispielsweise von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), 3,8 Milliarden Euro am Markt mobilisiert werden – ein Anstieg von 700 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Diese Kredite fördern insbesondere Projekte zur Energiewende, wie den Ausbau erneuerbarer Energien oder den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in Entwicklungsländern.
Deutschland hat sich im internationalen Rahmen verpflichtet, ab dem Jahr 2025 jährlich sechs Milliarden Euro an Klimafinanzierung aus Haushaltsmitteln bereitzustellen. Diese Zusage ist Teil der umfassenderen globalen Bemühungen, den Klimawandel einzudämmen und seine Auswirkungen zu mildern. Die Unterstützung der Entwicklungsländer steht hierbei im Fokus, da diese Staaten oft weniger Ressourcen haben, um sich gegen die negativen Folgen des Klimawandels zu schützen und gleichzeitig eine klimafreundliche wirtschaftliche Entwicklung zu fördern.
Die globale Klimafinanzierung von 100 Milliarden Dollar jährlich wurde ursprünglich 2009 auf der Klimakonferenz in Kopenhagen zugesagt. Doch die Erreichung dieses Ziels ist immer wieder ins Stocken geraten. Deutschland trägt mit seiner Verpflichtung dazu bei, das Vertrauen in diese internationale Vereinbarung zu stärken und setzt ein Zeichen für den multilateralen Ansatz zur Bekämpfung des Klimawandels.
Die internationale Klimafinanzierung bleibt ein wichtiges Instrument, um den globalen Klimaschutz voranzutreiben und eine nachhaltige Entwicklung in den ärmeren Regionen der Welt zu fördern. Deutschland wird auch in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle bei der Bereitstellung finanzieller Mittel spielen. Dabei wird es entscheidend sein, eine Balance zwischen nationalen Haushaltszwängen und den internationalen Klimaverpflichtungen zu finden, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen.
Quelle: handelsblatt.com
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