Luckin Coffee greift Starbucks frontal an – Comeback einer Skandalaktie?
Vom Bilanzbetrug an der Nasdaq zum aggressiven Expansionstreiber in China: Luckin Coffee meldet sich mit Rekordumsätzen, zehntausenden Filialen und einem Premium-Vorstoß in Shenzhen zurück. Die Frage für Anleger lautet nun: Ist die frühere Skandalaktie wieder investierbar – oder nur eine gut inszenierte Aufholjagd?
Noch vor wenigen Jahren galt Luckin Coffee als chinesische Antwort auf Starbucks (Starbucks Aktie) – bis das Kartenhaus spektakulär zusammenbrach. 2020 flog auf, dass das Unternehmen Umsätze in Höhe von rund 300 Millionen US-Dollar schlicht erfunden hatte. Die Aktie stürzte ab, der Börsenwert schrumpfte auf unter eine Milliarde US-Dollar, und die Nasdaq beendete den Handel. Für viele Investoren war die Geschichte damit erledigt.
Der Wiederaufstieg: Expansion mit System
Fünf Jahre später präsentiert sich Luckin Coffee jedoch als völlig anderes Unternehmen. Kern des Erfolgs ist ein radikal digitalisiertes Geschäftsmodell: Bestellt wird fast ausschließlich per App, viele Standorte sind auf Kioskformate ausgelegt – schnell, günstig und hoch skalierbar.
Dieses System ermöglichte ein Filialwachstum, das selbst Branchenriesen alt aussehen lässt. Mit der jüngsten Eröffnung in Shenzhen feierte Luckin offiziell seine 30.000. Filiale in China. Zum Vergleich: Starbucks betreibt dort etwas mehr als 8.000 Standorte.
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Auch finanziell wächst das Unternehmen rasant. Im Quartal bis Ende September 2025 stieg der Umsatz auf 1,55 Milliarden US-Dollar – ein Plus von fast 48 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Getragen wird das Wachstum vor allem von eigenen Filialen, die den Großteil des Netzes ausmachen.
Premium-Offensive: Angriff auf Starbucks’ Kernrevier
Mit dem neuen zweistöckigen Origin Flagship-Store in Shenzhen wagt Luckin nun den Schritt aus der Billigkaffee-Ecke. Auf der Karte stehen Filterkaffee, Cold Brew und aufwendige Kreationen wie ein Tiramisu Latte mit Gebäck-Topping.
Die Preise liegen deutlich über den bisherigen 1- bis 2-US-Dollar-Getränken, für die Luckin bekannt ist. Der Andrang spricht dennoch für sich: Seit dem Soft-Launch Ende Januar wurden Wartezeiten von bis zu drei Stunden gemeldet.
Damit greift Luckin direkt das Premium-Segment an, das Starbucks mit seinen Reserve Roasteries in China geprägt hat. Doch der US-Konzern steht zunehmend unter Druck – nicht nur durch Luckin, sondern auch durch heimische Ketten wie Manner oder Cotti, die deutlich günstiger anbieten.
Marketing-Maschine und treue Kundschaft
Ein weiterer Wachstumstreiber sind aggressive Kooperationen – von Luxus-Spirituosenmarken wie Moutai bis hin zu populären Games und Zeichentrickserien. Kombiniert mit der App-Strategie hat sich Luckin eine riesige Stammkundschaft aufgebaut und kann neue Produkte in Rekordzeit testen und skalieren.
Internationalisierung und Costa-Coffee-Gerüchte
Parallel denkt das Unternehmen größer. Hinter Luckin steht die Private-Equity-Gesellschaft Centurium Capital, die laut Insidern ein mögliches Gebot für die britische Kaffeekette Costa Coffee geprüft haben soll, die zum Coca-Cola-Konzern gehört.
Bewertungen von rund 1,3 Milliarden US-Dollar standen im Raum, auch wenn Coca-Cola (Coca-Cola Aktie) zuletzt offenbar von einem Verkauf Abstand nahm. Ein solcher Deal wäre Centuriums erste große europäische Investition – und ein Sprungbrett für Luckins globale Ambitionen.
Schon heute expandiert die Kette in New York sowie in Südostasien, etwa in Singapur und Malaysia. Gleichzeitig wird hinter den Kulissen über eine mögliche Rückkehr an eine US-Börse nachgedacht.
Fazit: Comeback mit Substanz – aber noch kein Selbstläufer
Luckin Coffee hat sich operativ eindrucksvoll stabilisiert. Das digitale Geschäftsmodell funktioniert, das Filialwachstum ist enorm, und die Premium-Offensive zeigt, dass das Unternehmen mehr sein will als ein Billiganbieter.
Der Skandal von 2020 bleibt jedoch ein Mahnmal. Vertrauen muss sich das Management langfristig neu erarbeiten – besonders mit Blick auf Transparenz und Corporate Governance.
Unterm Strich gilt: Luckin Coffee ist wieder relevant für Anleger. Die Dynamik im Kerngeschäft, die wachsenden Umsätze und die internationalen Ambitionen machen die Aktie erneut spannend.
Für risikobewusste Investoren gehört der Titel damit zurück auf die Watchlist – für ein direktes Investment ist jedoch weiterhin ein wachsames Auge auf Zahlen, Regulierung und Strategie gefragt.
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