Deka-S-Finanzklima: Iran-Krieg belastet Wirtschaft stark

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Ein Candlestick-Chart (Symbolbild).
- © nevarpp / iStock / Getty Images Plus / Getty Images

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Erholung der schwachen deutschen Wirtschaft hängt nach Einschätzung von Sparkassen-Vorständen vor allem von dem Friedensprozess im Nahen Osten ab. Zudem gebe es die Hoffnung, dass es endlich zu einem Impuls durch die vor mehr als einem Jahr angekündigten Infrastruktur-Investitionsprogramme in Deutschland kommt. Im zweiten Quartal war davon noch nichts zu spüren. Zudem belastete der Iran-Krieg die Wirtschaft stark. Der vierteljährlich von der Deka erhobene S-Finanzklima-Index fiel auf den tiefsten Stand seit Anfang 2023.

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"Der Krieg im Persischen Golf lastete in der ersten Jahreshälfte schwer auf der deutschen Konjunktur. Nun steigt die Hoffnung, dass mit mehr geoökonomischer Stabilität auch die deutsche Wirtschaft wieder an Fahrt aufnimmt", sagte Reinhold Rickes, Chef-Volkswirt des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), anlässlich der Veröffentlichung des S-Finanzklimas. Aber trotz der Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten bleibe die Unsicherheit mit Blick auf die Lage im Nahen Osten weiter erhöht.

Dazu verunsichere die erratische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump weiter. "Solche Zeiten der Unsicherheit sind für Investitionen Gift", hieß es in der Deka-Studie zum Finanzklima. "Ein Unternehmen investiert nur dann in neue Maschinen, wenn absehbar ist, dass mit diesen die Investitionskosten wieder erwirtschaftet werden können. Doch diese Absehbarkeit ist gegenwärtig oftmals nicht gegeben." Die Kreditnachfrage sei daher spürbar zurückgegangen.

Zudem lässt der erhoffte Impuls durch das im Frühjahr 2025 beschlossene Infrastrukturprogramm über 500 Milliarden Euro weiter auf sich warten. "Die kommunalen Haushalte sind nach vielen Jahren der Zuweisung von immer neuen Aufgaben und Ausgabengesetzen des Bundes total (Total Aktie) erschöpft", sagte Rickes. "Eine Reform der Finanzbeziehungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen ist auch die Voraussetzung dafür, dass die geplanten Infrastrukturinvestitionen in der Fläche ankommen."

Der Deka-S-Finanzklima-Index, der seit Herbst 2020 berechnet und seit Anfang 2022 veröffentlicht wird, ist im zweiten Quartal im Vergleich zum Jahresauftakt um 21,5 Punkte auf 78,1 Zähler gefallen. Dies ist der stärkste Rückgang seit vier Jahren. Zudem liegt der Wert deutlich unter der neutralen Marke von 100 Zählern und damit im pessimistischen Bereich.

Vor einem Jahr war der Index wegen der Hoffnung auf eine Konjunkturbelebung durch staatliche Investitionen noch auf seinen bisher höchsten Stand von 108 Punkten gestiegen. Seitdem ist er fast in jedem Quartal gesunken. Das Deka-S-Finanzklima wird regelmäßig von der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX veröffentlicht./zb/la/jha/



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