Sven Wagner
Sven Wagner
Apple, das lange als Vorreiter auf dem globalen Smartphone-Markt galt, steht in China unter massivem Druck. Der US-Technologieriese verzeichnete im dritten Quartal 2024 einen Rückgang seines iPhone-Absatzes um 0,3 Prozent. Das klingt auf den ersten Blick nicht dramatisch, hat jedoch in einem so wettbewerbsintensiven Umfeld wie China erhebliche Auswirkungen. Der Marktanteil von Apple (Apple Aktie) fiel dadurch auf 15,6 %, wie das US-Marktforschungsunternehmen IDC berichtete. Trotz dieses Rückgangs konnte Apple seine Position als zweitgrößter Anbieter auf dem chinesischen Markt behaupten, dicht gefolgt von Huawei, dessen Marktanteil auf beeindruckende 15,3 % anstieg. Die größte Herausforderung bleibt jedoch die heimische Konkurrenz: Huawei verzeichnete ein Wachstum von 42 % und ist damit auf dem besten Weg, Apple zu überholen.
Huawei hat es geschafft, Apples Position im drittgrößten Markt der Welt ernsthaft zu gefährden. An der Spitze der Rangliste liegt der chinesische Hersteller Vivo, der mit einem Marktanteil von 18,6 % seine Dominanz in China weiter ausgebaut hat. Das Wachstum des chinesischen Smartphone-Marktes insgesamt war moderat und stieg um 3,2 % auf 68,78 Millionen Einheiten im dritten Quartal. Dennoch wird deutlich, dass Apple mit zunehmendem Wettbewerb von chinesischen Herstellern wie Huawei, Vivo und Oppo konfrontiert ist, die durch aggressive Preispolitiken und lokale Markenbindung Vorteile haben.
Chinas Bedeutung für Apples Geschäft
China ist für Apple nicht nur ein wichtiger Absatzmarkt, sondern auch ein entscheidendes Glied in der Lieferkette. Viele zentrale Komponenten der iPhones werden in China produziert, und die Marktentwicklung dort hat unmittelbaren Einfluss auf den globalen Erfolg des Unternehmens. Während Apple weltweit eine starke Position hält, zeigt der Rückgang des Marktanteils in China, dass es schwieriger wird, sich gegen die aufstrebenden lokalen Marken zu behaupten. Dies gilt insbesondere in einer Phase, in der chinesische Hersteller technologische Fortschritte, insbesondere im Bereich 5G und Künstliche Intelligenz (KI), erzielen.
Apple hatte gehofft, mit der Einführung seiner neuen iPhone-Generation und dem geplanten Einsatz von generativer Künstlicher Intelligenz Boden gutzumachen. IDC-Analysten sind der Meinung, dass Apple dank seiner jährlichen Produktvorstellungen wieder unter den Top-Fünf-Anbietern gelistet ist. Doch die Frage bleibt, ob Innovationen wie das KI-basierte System des neuen iPhones die schleppenden Verkaufszahlen in China tatsächlich wieder ankurbeln können. Generative KI ist zwar eine vielversprechende Technologie, doch bleibt sie derzeit hinter den Erwartungen zurück, was ihre praktische Anwendung und Reife angeht.
Apples globale Lage im Wandel
Die wachsende Konkurrenz in China spiegelt eine größere Herausforderung wider, vor der Apple auf dem globalen Markt steht. Während das Unternehmen weiterhin als eines der wertvollsten und erfolgreichsten Technologieunternehmen der Welt gilt, gerät es zunehmend unter Druck, sich in Märkten wie China und Indien zu behaupten. Der US-Markt bleibt weiterhin stabil, doch in Schwellenländern und auf großen Wachstumsmärkten dominieren zunehmend lokale Hersteller. Huawei hat trotz geopolitischer Spannungen, wie den Handelsrestriktionen durch die USA, seine Position auf dem Heimatmarkt stark ausgebaut und setzt auf aggressive Forschungs- und Entwicklungsstrategien.
Ein weiteres Element, das Apples Performance beeinflussen könnte, sind mögliche wirtschaftliche Abkühlungen in China. Das chinesische Wirtschaftswachstum hat sich in den letzten Jahren verlangsamt, und eine schwächere Binnennachfrage könnte sich auch auf den Absatz hochpreisiger Smartphones auswirken. Apple muss daher eine feine Balance zwischen Innovation und Marktanpassung finden, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Einführung von Künstlicher Intelligenz könnte, sofern sie technologisch ausgereift ist, einen Vorteil bringen – aber nur, wenn diese Features für den Endverbraucher klaren Mehrwert bieten.
Quelle: reuters
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