Analysten schlagen Alarm: Diese Aktien könnten von KI zerlegt werden
Jefferies hat Aktien identifiziert, die durch Künstliche Intelligenz unter Druck geraten könnten. Von Software bis Plattformen: Welche Namen jetzt plötzlich als riskant gelten.
An der Börse wächst seit Monaten die Sorge, dass schnell bessere Modelle der Künstlichen Intelligenz klassische Ertragsquellen angreifen. Das traf zeitweise vor allem Anbieter von Software als Dienstleistung, Versicherungsdienstleister, Logistiker und Immobilienwerte.
Die Schwäche belastet auch größere Unternehmen wie Robinhood und ServiceNow. Die Angst bleibt, dass sich der Abverkauf aus der Software-Ecke auf andere Branchen ausweitet.
Desh Peramunetilleke, Leiter der quantitativen Strategie bei Jefferies, sieht den Sektor weiter im Risiko. "Obwohl wir kürzlich eine Erholung gesehen haben, bleibt der Sektor weiteren Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz ausgesetzt", schrieb er laut CNBC in einer Mitteilung an Kunden.
Jefferies verweist dabei auch auf die Bewertung. Der Software-Sektor werde mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 gehandelt und liege damit auf dem Niveau des Gesamtmarkts. Das Gewinnwachstum je Aktie sei ähnlich. Wegen der Unsicherheit könne der Sektor aber sogar mit einem Abschlag gehandelt werden, so die Bank.
Um mögliche Verlierer der Künstlichen Intelligenz zu identifizieren, baute Jefferies einen "Risiko-Korb" auf. Die Investmentbank kombinierte Kursmuster mit einem Suchalgorithmus auf Basis Künstlicher Intelligenz. Jefferies fand 150 Aktien mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde US-Dollar, die laut Analyse Risiken wie Nachfragesubstitution, Arbeitskraftsubstitution, Preisdruck, sinkende Wettbewerbsvorteile oder Neubewertungen von Vermögenswerten ausgesetzt sein könnten. Als Datenquelle nennt Jefferies FactSet.
In der Auswahl von Jefferies tauchen unter anderem Pinterest, Accenture (Accenture Aktie), Unity Software, DocuSign, Datadog, MongoDB, ServiceNow, DoorDash, Trade Desk, Robinhood Markets, Intuit (Intuit Aktie) und Duolingo auf. Jefferies ordnet die Risiken je nach Geschäftsmodell unterschiedlich zu. Bei Unity sieht die Bank die Gefahr, dass Inhalte aus Künstlicher Intelligenz die Wechselkosten senken. Entwickler könnten digitale Bausteine leichter neu erstellen und plattformübergreifend migrieren. Das würde das Ökosystem schwächen, so Jefferies.
Unity gehört laut CNBC zu den schwächsten Werten in diesem Korb. Die Aktie brach besonders stark ein, nachdem das Unternehmen eine enttäuschende Umsatzprognose für das erste Quartal vorgelegt hatte. Die Debatte über Disruption durch Künstliche Intelligenz habe die Reaktion der Anleger zusätzlich verschärft, heißt es.
Jefferies sieht auch bei MongoDB Angriffspunkte. Künstliche Intelligenz-gestützte Programmierwerkzeuge könnten die Datenbankwahl stärker abstrahieren. Entwickler wären dann weniger an eine bestimmte Architektur gebunden. Bei Duolingo verweist Jefferies auf das Risiko, dass KI-Tutoren Sprachenlernen stärker standardisieren und damit austauschbarer machen.
Auch außerhalb klassischer Software nennt Jefferies Beispiele. Bei Robinhood könnte es wehtun, wenn KI-Agenten mehr Aufgaben im Privatkundengeschäft übernehmen und Teile des bisherigen Wertangebots verdrängen. Bei DoorDash könnte Software Bestellungen stärker automatisiert zum günstigsten Anbieter lenken. Jefferies will mit dem Korb zeigen, wo Anleger genauer hinsehen sollten, wenn KI nicht nur ein Wachstumstreiber ist, sondern zum Wettbewerber wird.
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