Nur missmutig Reformen und kleinen Schritten zuzustimmen, sei der falsche Weg, betonte der 81-Jährige. Früher sei die Sozialdemokratie Treiber gesellschaftlichen Fortschritts und mutiger gewesen. So müsse man jetzt zwingend "die Frage des Rentenalters" diskutieren, da die letzte große Rentenreform 20 Jahre her sei. Die SPD dürfe bei Reformen nicht ständig ein schlechtes Gewissen haben.
Zudem forderte Schröder, den Vizekanzler und Co-Vorsitzenden Lars Klingbeil zu stärken, dessen Autorität in der SPD nach den Wahlniederlagen schwer angeschlagen ist. Das sei "ohne Zweifel ein guter Mann", sagte er über seinen niedersächsischen Landsmann. Die zweite Co-Vorsitzende, Bärbel Bas, ließ Schröder unerwähnt. "Die Doppelspitze ist Quatsch, und ich würde sie wieder abschaffen", sagte er. "Das mag bei den Grünen funktionieren, aber eine Organisation wie die SPD braucht klare Führung."
Im März 2003 hatte der damalige Kanzler Schröder als Antwort auf eine wirtschaftliche Durststrecke und hohe Arbeitslosigkeit unter dem Titel Agenda 2010 tiefgreifende Arbeitsmarkt- und Sozialreformen angekündigt. Damals regierten SPD und Grüne. Viele SPD-Wähler nahmen der Partei die harten Einschnitte lange übel, die das neue Hartz-IV-System mit sich brachte./jce/DP/zb
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