FRANKFURT (dpa-AFX) - Höhere Ölpreise sowie schwache Vorgaben von den Börsen in den USA und Asien haben den deutschen Aktienmarkt am Freitag einen Dämpfer verpasst. Für Belastung sorgte vor allem eine allgemeine Schwäche des Technologiesektors, nachdem US-Schwergewichte wie Amazon und Intel mit ihren Quartalsbilanzen und Ausblicken enttäuscht hatten. Im Fokus stehen zudem Inflationsdaten aus Deutschland.
Für dich zusammengefasst:
Der Dax notierte um 0,6 Prozent im Minus.
Die Ölpreise stiegen auf den höchsten Stand seit April.
Puma verzeichnete einen Nettoverlust im dritten Quartal.
Der Dax notierte gegen Mittag 0,6 Prozent im Minus bei 25.892 Punkten, nachdem er tags zuvor das höchste Niveau seit Anfang September erreicht und am Ende ein Plus von 1,3 Prozent verzeichnet hatte. Damit deutet sich für den Dax ein Wochengewinn von knapp drei Prozent an.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab am Freitag zuletzt um 0,9 Prozent auf 30.529 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,8 Prozent.
Die Ölpreise stiegen angesichts wachsender Sorgen über einen möglichen erneuten Militärschlag der USA im Iran auf den höchsten Stand seit April. Seit Längerem wird über mögliche neue Angriffe der USA und Israels gegen den Iran nach den US-Parlamentswahlen spekuliert, die am kommenden Dienstag stattfinden.
Die aktuelle Tech-Schwäche nach der jüngsten Stabilisierung erfasste sämtliche Papiere von Unternehmen aus der Halbleiterbranche: Siltronic (Siltronic Aktie) , Suss Microtec , Elmos und Jenoptik verloren im MDax bis zu 6,8 Prozent. Im Dax büßten Infineon (Infineon Aktie) 4,3 Prozent und Siemens Energy als Profiteur vom Bau von KI-Rechenzentren 5,7 Prozent ein.
Ein positives Urteil in einem Glyphosat-Prozess trieb die Aktien von Bayer (Bayer Aktie) an der Dax-Spitze um weitere 3,9 Prozent nach oben. Bereits am Donnerstag hatten sie kräftig zugelegt. Eine Geschworenen-Jury im US-Bundesstaat Missouri hatte in einem Glyphosat-Prozess zugunsten von Bayer geurteilt. Jefferies-Analyst Michael Leuchten sprach von einem ermutigenden Gerichtserfolg.
Der Chemiekonzern Evonik stellt sich gegen das Übernahmebegehren des größeren Wettbewerbers BASF (BASF Aktie) . Nach Prüfung sei entschieden worden, nicht in Verhandlungen einzutreten, teilte Evonik mit. Der Vorstand sei aber bereit zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch mit BASF, in dem beide Seiten ihre Positionen erläutern könnten. Die Evonik-Papiere stiegen um 0,1 Prozent, BASF-Titel legten um 0,2 Prozent zu.
Puma verbuchte im dritten Quartal einen geringeren Nettoverlust als im Vorjahr. Für 2026 erwartet der Sportartikelhersteller weiter einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich, grenzte jedoch die Spanne beim operativen Ergebnis ein. Die Anteilsscheine standen mit einem Kursplus von 7,8 Prozent an der MDax-Spitze.
Im SDax sank zudem der Alzchem-Kurs um fast 10 Prozent./edh/mis
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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