44. Dividendenerhöhung in Folge: Welche Ölriesen am Mangel verdienen

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Eine Bohrinsel im Meer (Symbolbild)
© nielubieklonu / iStock / Getty Images Plus / Getty Images
ExxonMobil und Chevron verdienen in ihren Raffinerien so viel wie nie, weil Kriege Kraftstoff knapp machen. Die Aktien haben binnen eines Jahres über 50 Prozent zugelegt. Doch was passiert, wenn der Golf zur Ruhe kommt?
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Der Krieg füllt die Kassen der Ölriesen. ExxonMobil und Chevron haben im dritten Quartal mehr verdient als erwartet. Die Raffinerien beider Konzerne fuhren Rekordgewinne ein. ExxonMobil meldete einen bereinigten Gewinn von 4,23 US-Dollar je Aktie, Chevron von 5,28 US-Dollar. Laut Bloomberg lagen beide damit zehn beziehungsweise 35 Cent über den Schätzungen. Vorbörslich stiegen die Aktien am Freitag.

Raffinerien als Goldgrube

Seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran Ende Februar verteuerte sich Öl um fast 60 Prozent. Die Kämpfe am Golf und ukrainische Angriffe auf Russland legen rund zehn Prozent der weltweiten Kapazitäten für Kraftstoffe lahm. Die übrigen Anlagen verdienen umso mehr. Die Raffineriesparte von ExxonMobil erzielte 9,05 Milliarden US-Dollar und damit fast das Fünffache des Vorjahres. Bei Chevron vervierfachte sich der Gewinn auf 4,93 Milliarden US-Dollar. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Freitag laut Ariva zeitweise rund 116 US-Dollar.

ExxonMobil erhöht die Dividende zum 44. Mal in Folge um 3,9 Prozent auf 1,07 US-Dollar je Quartal und hält an Aktienrückkäufen von 20 Milliarden US-Dollar jährlich fest. Das sei kein Glücksfall, sondern der Lohn für frühe Investitionen, sagt Finanzchef Neil Hansen. Chevron steckt die Extragewinne vor allem in den Schuldenabbau. "Wir denken in Jahrzehnten, nicht in Quartalen", sagt Finanzchefin Eimear Bonner.

Werte aus dem Artikel:
Shell Aktie 48,75 € +0,70%
TotalEnergies Aktie 85,12 € +1,15%
ExxonMobil Holdings Aktie 167,00 € +1,51%
Chevron Aktie 210,50 € +1,03%
BP Aktie (ADR) 45,00 € -0,22%

Auch Europas Konzerne profitieren. Shell erhöhte die Aktienrückkäufe, BP verdiente so viel wie seit 18 Jahren nicht mehr, TotalEnergies verdoppelte den Gewinn. Vor den Zwischenwahlen am Dienstag sind die hohen Spritpreise zudem ein Politikum.

Kursziele schon erreicht

ExxonMobil ist laut Ariva rund 759 Milliarden US-Dollar wert, Chevron rund 455 Milliarden US-Dollar. Beide Aktien legten binnen eines Jahres um mehr als die Hälfte zu. Die Dividendenrendite liegt bei ExxonMobil bei rund 2,3 Prozent, bei Chevron bei rund drei Prozent.

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Viel Luft sehen Analysten nicht mehr. Das durchschnittliche Kursziel für ExxonMobil liegt mit 179 US-Dollar sogar unter dem aktuellen Kurs, bei Chevron in etwa auf Kursniveau. Die UBS hob das Ziel für ExxonMobil zuletzt wegen höherer Raffineriemargen auf 199 US-Dollar.

Fazit

Die Ölriesen verdienen prächtig am Mangel. Dividende und Rückkäufe sind solide abgesichert. Die Gewinne hängen aber am Konflikt. Entspannt sich die Lage am Golf, schrumpfen die Raffineriemargen schnell. Nach dem starken Lauf ist viel Gutes bereits im Kurs.


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